Gold, Silber oder Bronze im Blick

Gold, Silber oder Bronze im Blick

Höhepunkt der bisherigen Karriere: Der Gerolsteiner Kickboxer Marcus Marquardt (35) nimmt Ende des Monats als amtierender Deutscher Vizemeister an der Weltmeisterschaft in Spanien teil. Sein Ziel: mit einer Medaille im Gepäck zurück in die Eifel kommen.

Gerolstein. Er ist 35 Jahre alt und Buchhalter, hat eine Frau und zwei Kinder und lebt in Gerolstein. Also eine ganz normale Vita. Da würde man nicht auf Anhieb darauf kommen, dass Marcus Marquardt noch diesen Monat um den Weltmeistertitel im Kickboxen kämpft.
Vor seinem Abflug nach Spanien hat der TV mit dem Kämpfer des Wado-Ryu Karate-Vereins Gerolstein-Hillesheim gesprochen.

Hallo Herr Marquardt, Sie starten zum ersten Mal bei einer WM im Kickboxen. Was ist Ihr Ziel?
Marquardt: Dabei sein zu dürfen, war schon einmal das erste große Ziel. Dies haben wir durch den Vizemeistertitel erreicht. Auf der WM möchte ich mich teuer verkaufen. Ich hoffe auf einen der ersten drei Plätze.

Wie sieht Ihr Training momentan aus?
Marquardt: Mein wöchentliches Pensum beläuft sich auf sechs bis acht Trainingseinheiten - zum Teil in Gerolstein, zum Teil in Köln. Dreimal in der Woche fahre ich zum Training der Rheinfighters nach Köln und trainiere bei meinen Trainern Frank Chelaifa und Rudi Hoffmann. Hierbei stehen neben dem Techniktraining momentan auch sehr viele Sparringseinheiten auf dem Programm. Außerdem trainiere ich im Athletikbereich zweimal in der Woche mit meinem Karatefreund Christian Grüner. Als langjähriges Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im Karate weiß er ganz genau, was zu tun ist, um auf den Punkt fit zu werden.

Da bleibt nicht mehr viel Zeit für die Familie, oder?
Marquardt: Neben Job und Sport bleibt da wirklich nicht mehr viel Zeit. Ich bin froh, dass meine Frau mich dabei unterstützt und ich somit den nötigen Rückhalt habe.

Wie sind Sie zum Kickboxen gekommen?
Marquardt: Durch Neugierde. Ich trainiere bereits seit vielen Jahren verschiedene Kampfkünste, habe jedoch immer den Wunsch verspürt, mich einmal auf Wettkämpfen mit anderen zu messen. Deshalb habe ich im letzten Jahr meinen jetzigen Trainer Frank Chelaifa in Köln kontaktiert. Nach einem Probetraining haben wir sehr schnell gemerkt, dass das mit uns sehr gut harmoniert. Er hat mich auch ermutigt, mir die Teilnahme an der WM 2015 in Spanien als Ziel zu setzen. Und das haben wir durch gute Ergebnisse an verschiedenen Wertungsturnieren geschafft. So wurde ich nominiert.

Was genau ist Kickboxen?
Marquardt: Kickboxen ist eine in den 70er Jahren in den USA entstandene Sportart. Es ist eine Mischung aus dem klassischen Boxen und den asiatischen Kampfsportarten.
Ganz im Gegenteil zur öffentlichen Meinung ist Kickboxen kein bloßes Schlagen und Treten. Es gelten klare Regeln. Gewertet werden nur saubere und präzise Treffer, und trotz aller Rivalität zum Gegner ist der Fair-Play-Gedanke immer präsent.