Golfplatzbau mit Handicap: Noch fehlt das Geld

Golfplatzbau mit Handicap: Noch fehlt das Geld

Die Planung läuft weiter, aber die Finanzierung ist nicht gesichert: Wann der Golfplatz auf den Gemarkungen von drei Dörfern in der Verbandsgemeinde Kelberg gebaut wird, ist derzeit völlig offen. Das Vorhaben, mehrere Villen auf dem Areal zu errichten, wird nicht weiter verfolgt.

Welcherath/Brücktal/Kirsbach/Kelberg. Glaubt man den Internetseiten des Business & Golf Club Nürburgring, entsteht Großes in der Nähe der Rennstrecke. "In unmittelbarer Nähe zum legendären Nürburgring entsteht das Ensemble des Business & Golfclub Nürburgring.
Unsere Landschaftsplaner und Architekten binden auf 75 Hektar einen 18-Loch-Golfplatz in das einzigartige Landschaftsbild der Eifel ein und kombinieren Bunker, Biotope und herausfordernde Wasserhindernisse zu einem anspruchsvollen Golfkurs. Ein Golf-Village mit Villen, Apartmenthäusern und einem Ärztezentrum ergänzen dieses einzigartige Ensemble." Mittlerweile steht aber fest: Das "einzigartige Ensemble" wird aber nicht in Form wie im Internet beschrieben entstehen.

Villen-Projekt ist abgeblasen

Denn der niederländische Investor Ingmar Harthoorn hat sein Vorhaben deutlich abgespeckt.
Er war vor zwei Jahren mit seinem Projekt, in der Nähe des Nürburgrings auf den Gemarkungen der Gemeinden Kirsbach, Welcherath und Brücktal (Verbandsgemeinde Kelberg) einen Golfplatz bauen zu wollen, an die Öffentlichkeit gegangen. Auf dem Areal würden neben einem Golfplatz 23 Luxusvillen und Apartmenthäuser gebaut werden. Zudem stellte der Investor die Schaffung von bis zu 60 Arbeitsplätzen in Aussicht. Investitionskosten für das Projekt: laut Harthoorn rund 30 Millionen Euro.

Mittlerweile steht aber fest: Das Villen-Projekt ist abgeblasen. "Davon habe ich mich verabschiedet, es gibt derzeit keinen Markt dafür", berichtet Harthoorn, den der Trierische Volksfreund in den Niederlanden erreicht hat. Der Bau des Golfplatzes sei aber nach wie vor sein Ziel: "Die Planung läuft weiter." Allerdings: "Es ist sehr schwer, das Vorhaben zu finanzieren." Das schlechte Image des Nürburgrings nach den Querelen der vergangenen Jahre schrecke viele potenzielle Finanziers ab, sagt Harthoorn. "Der Ring bietet momentan nicht das richtige Umfeld für große Investitionen."

Verständnis für abgespeckte Version

Er äußert Verständnis dafür, dass rund um den Ring bereits Zweifel geäußert wurden, ob das Projekt überhaupt zustande kommt. Harthoorn versichert aber: "Auch wenn es schwierig ist, ich bleibe dran."
Mit seiner Entscheidung, das Villenprojekt nicht zu realisieren, kann der Kirsbacher Ortsbürgermeister Alois Königs gut leben: "Mir gefällt die Lösung ohne die Villen besser als der ursprüngliche Plan. Meiner Meinung nach gibt es rund um den Nürburgring ausreichend Unterkünfte, auch hochwertige."

Ähnlich sieht es sein Brücktaler Amtskollege Werner Schumacher: "Der erste Plan war doch reichlich großspurig. Die abgespeckte Variante ist mir schon sympathischer." Nur Welcheraths Ortsbürgermeister Winfried Rech bedauert die Änderung: "Ich finde es schade, dass das Projekt nicht wie ursprünglich geplant zustande kommt. Es wäre etwas Besonderes in unserer Region gewesen, und die Bekanntheit der Eifel im In- und Ausland hätte sich vergrößert. Die abgespeckte Variante müssen wir wohl oder übel akzeptieren."
Aber wie geht es weiter? Auf den Internetseiten des Golfclubs heißt es: "Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Bereits ab Juli 2012 können Sie auf unserer Driving Range mit 40 Plätzen Ihren Abschlag überprüfen". Zu diesem Zeitpunkt das Übungsareal zu eröffnen, hat sich der Niederländer als Ziel gesetzt, schränkt aber auch gleich ein: "Immer vorbehaltlich, dass die Finanzierung steht."

Auch wenn Harthoorn beim Projekt Golfplatzbau am Ball bleiben will, ist Bürgermeister Schumacher mit Blick auf die Realisierungschancen "sehr, sehr skeptisch. Denn: ohne Moos nix los!"
Auch für Winfried Rech gibt es "zurzeit keine Anzeichen, dass mit dem Bau begonnen wird. Daraus muss leider geschlossen werden, dass die Realisierung nicht sicher ist."
Ihr Kollege Königs setzt auf das Prinzip Hoffnung: "Ich muss daran glauben und gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass ein Golfplatz gebaut wird. Immerhin sind schon Vorverträge geschlossen und Absprachen getroffen worden."

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