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Größer, schöner, besser

Größer, schöner, besser

Mit einer Feier und einem Konzert ist das neue Gebäude seiner Bestimmung übergeben worden - nach einem langen Weg, der vor über zehn Jahren mit einem Benefizlauf begonnen hatte. Nun ist die Freude groß über die Werkstatt und die Mehrzweckräume in einem Haus.

Darscheid. Anne Kolling lebt und arbeitet seit vielen Jahren in der Weggemeinschaft, und sie liebt das Wort "Zuckerstückchen". Nun steht sie vor ihren Mitbewohnern, den Mitarbeitern und Gästen neben Heimleiter Rainer Dämgen am Mikrofon und ruft freudestrahlend in die Menge: "Dieses Haus ist ein Zuckerstückchen!" Großer Beifall!
Dann ist Bianca Luschas an der Reihe. Sie sagt: "So was Schönes habe ich noch nicht gesehen. Ich freue mich total." Manuel Schlemminger gibt der Festversammlung einen Überblick über den Bau des Werkstatt- und Therapiegebäudes. Im Dialog mit Dämgen erinnert er an die Tage, als die Bäume gefällt wurden, die Bagger anrückten, die Bodenplatte entstand. "Auf dem Dach ist ein Beet", erzählt er, "und die Heizung ist in der Wand."
Tag der Dankbarkeit


"Heute ist vor allem ein Tag der Dankbarkeit", erklärt der Heimleiter mit Blick auf den Grundstock von 6500 Euro, den der Fördervereinsvorsitzende Jürgen Brink (Neuwied) und sein Bruder Michael Brink als Benefizlauf zugunsten einer neuen Werkstatt in Darscheid beim Köln-Marathon im Jahr 2004 gelegt hatten.
Frauengemeinschaften strickten Socken, Zahnarztpatienten spendeten Altgold und Zahnärzte spendeten den Erlös aus dem Verkauf. Es floss Geld aus kleinen und großen Aktionen, die die Weggemeinschaft selbst veranstaltete. Denn zehn Prozent des insgesamt 750 000 Euro teuren Gebäudes mussten selbst finanziert werden. Nun könne die vor einem Vierteljahrhundert preiswert ersteigerte Bundeswehrbaracke endlich entsorgt werden, erklärt Rainer Dämgen und bezeichnet die Baracke als Symbol der Pionierzeit der Weggemeinschaft, als vieles habe improvisiert werden müssen.
Für Jürgen Brink, seit 14 Jahren Fördervereins-Vorsitzender der Weggemeinschaft, geht mit der Einweihung ein Traum in Erfüllung. "400 Quadratmeter mit der Werkstatt als Kernstück", schwärmt er. "Befahrbarer Maschinenraum, multifunktional zu gestaltende Therapie- und Versammlungsträume, Dachbegrünung, Barrierefreiheit, alles größer, schöner, besser", sagt er. Ortsbürgermeister Manfred Thönnes lobt das Gebäude als einen weiteren positiven Beitrag der Weggemeinschaft zum Ortsbild von Darscheid.
Neben Anne Kolling, Bianca Luschas und Manuel Schlemminger wirkten Gruppen von Bewohnern mit Lautmalerei und Musik am Programm der Feier mit. Das Jugendorchester des Musikvereins Darscheid gab ein Platzkonzert und die "Wengert Stompers" ein Open-Air-Konzert.