1. Region
  2. Vulkaneifel

Größere Mensa und erstmals Klassencontainer

Größere Mensa und erstmals Klassencontainer

Dem Geburtenrückgang zum Trotz: An der Grundschule Waldstraße in Gerolstein wird vor allem wegen des Ganztagsangebots der Platzmangel immer größer. Zum nächsten Schuljahr werden daher die Mensa erneut erweitert und ein erster Klassencontainer aufgestellt. Ein weiterer folgt im Schuljahr darauf.

Gerolstein. Wenn die Klingel zur Mittagspause läutet, wird es besonders eng: Dann drängen sich 130 hungrige Ganztagsschüler zur Mensa. Zum Start der Ganztagsschule an der Grundschule Waldstraße in Gerolstein im Schuljahr 2006/2007 waren es gerade einmal drei Dutzend.
"Und ab dem Sommer werden es gut 150 Schüler sein", sagt Bernd Schmitz, Schulabteilungsleiter im Rathaus Gerolstein.
"Wir haben hier bereits einen Drei-Schicht-Betrieb", berichtet Konrektorin Angela Lerch, die für den Ganztagsbereich der Schule verantwortlich zeichnet. Eigentlich sollte dieser vermieden werden, "aber anders geht es gar nicht mehr".
Abhilfe schaffen soll die Erweiterung der Mensa, die bislang zweite. Dafür hat die Verbandsgemeinde als Schulträger 60 000 Euro in den aktuellen Haushalt eingestellt. Ein weiterer Klassenraum sowie ein großes Stück Flur sollen umgebaut und umfunktioniert werden. Angela Lerch konkretisiert: "Jetzt haben wir 45 Plätze in der Mensa, nach dem Sommerferien werden es 75 sein." Und somit auch wieder die Möglichkeit, zum Zwei-Schicht-Betrieb zurückzukehren.
So weit, so gut. Doch die Platznot in der Schule verschärft sich auch an anderer Stelle bemerkbar. Unter anderem, weil für die Mensa Klassenräume geopfert wurden und werden, vom Geburtenrückgang an dieser Schule nichts zu spüren ist, und vor Jahren die Klassenmesszahl von 30 auf 24 Schüler reduziert wurde. Daher wird ab dem Sommer zunächst ein Klassencontainer aufgestellt, im Schuljahr 2014/2015 kommt ein weiterer hinzu.
Konrektorin Lerch nennt das eine "Übergangslösung". Nachdem ein Vertreter da gewesen sei und Prospekte gezeigt habe, habe sie "einen guten ersten Eindruck" gewonnen.
Sie sagt aber auch: "Ich hoffe nicht, dass die Container ewig stehen bleiben." Welche Klasse in den ersten Container einzieht, sei noch nicht klar.
Matthias Pauly (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gerolstein, bezeichnet die aktuelle Situation als einen Zwiespalt: einerseits ein allgemeiner Schülerrückgang, andererseits gleichbleibend hohe Anmeldezahlen an der Grundschule Waldstraße. Daher sagt er: "Wir können jetzt nicht unendlich viel Geld in eine Erweiterung investieren, wenn jetzt schon abzusehen ist, dass übermorgen die Klassen deutlich schrumpfen." Daher die Übergangslösung mit den Containern.
Die ebenfalls bereits seit einigen Jahren diskutierte Gesamterweiterung und Modernisierung wird erst in einigen Jahren angepackt - nach dem Bau der Turnhalle für die Realschule plus in Gerolstein. Das hat der VG-Rat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.
Angesprochen auf diese Prioritätensetzung und der damit verbundenen Prognose, dass die Schulerweiterung und -modernisierung frühestens in vier bis fünf Jahren beginnt, sagt Konrektorin Lerch: "Tja, was soll ich dazu sagen? Ich bin sehr froh, dass unsere Schule eine so hohe Akzeptanz von Schülern und Eltern erfährt, und hoffe, dass wir eher zum Zuge kommen."
Schulelternsprecherin Cordula Werden sagt zur Aufstellung der Container: "Wir haben es dieser Tage erfahren und nehmen es so hin - als Übergangslösung für maximal vier, fünf Jahre." Dann müsse aber endlich mit der Gesamtsanierung begonnen werden. "Denn auf die warten wir auch schon seit Jahren", sagt sie.
Extra

Die Grundschule Waldstraße besuchen aktuell 286 Schüler, davon 130 Ganztagsschüler. In den kommenden beiden Schuljahren bleibt die Schülerzahl konstant. Die Zahl der Ganztagsschüler hingegen steigt weiter. So liegen bereits 150 Anmeldungen für den Ganztagsbetrieb ab Sommer vor.Extra

Klaus Schildgen (CDU): "Die hohen Anmeldezahlen an der Grundschule und der Realschule plus sind auch ein Ergebnis dessen, dass wir in der Vergangenheit stark in unsere Schulen investiert haben." Georg Linnerth (SPD) nannte das Aufstellen von Klassencontainern eine "vernünftige Übergangslösung". Die FWG stimmte zwar im Verbandsgemeinderat auch für die Aufstellung von Klassencontainern, Sprecher Klaus-Dieter Peters schränkte aber ein: "Aber bitte nicht drei oder gar fünf Jahre." Er mahnte an, schon jetzt ein "schlüssiges Gesamtkonzept" für die Sanierung und Erweiterung der Grundschule Waldstraße aufzustellen. mh