Infrastruktur: Große Investition in die digitale Zukunft

Infrastruktur : Große Investition in die digitale Zukunft

Das lange Laden soll endlich ein Ende haben, deshalb sind Gemeinden, Betriebe und Schulen schon ganz gespannt: Wann geht es los mit dem weiteren Breitbandausbau im Kreis Vulkaneifel?

Gerade wirbt die Telekom in Daun um neue Kunden damit, dass es dort in Kürze in Teilen deutlich schnelleres Internet geben werde. Die Kreisstadt mit ihren gut 8000 Einwohnern ist für den Konzern ein interessanter Markt – im Gegensatz zu vielen kleinen Orten. Doch auch für sie ist Land in Sicht, dass die Vorgabe aus Mainz, dass Rheinland-Pfalz eine flächendeckende Internetversorgung mit 50 Megabit in der Sekunde (Mbit/s) bekommt, Realität wird.

Zwar hat sich im Kreis Vulkaneifel in jüngster Vergangenheit einiges getan, zuletzt haben vier Orte im Oberen Elztal schnelles Internet bekommen. Aber es gibt noch mehr als 50 Orte und Ortsteile, die sehnlichst darauf warten. Sie setzen auf den weiteren Breitband-Ausbau, mit dem der Kreis die RWE-Tochter Innogy beauftragt hat.

Die Vorgeschichte: Der Kreis hat zusammen mit den fünf Verbandsgemeinden das Breitbandprojekt gestartet, das eine möglichst flächendeckende Versorgung sicherstellen soll. Das Ziel: In der Vulkaneifel sollen alle Anschlüsse Bandbreiten von mindestens 30 Mbit/s und 95 Prozent 50 Mbit/s bekommen. Für die unterversorgten Gewerbegebiete ist eine Anbindung mit mindestens 300 Mbit/s vorgesehen. Davon profitieren gut 3000 Privathaushalte und zahlreiche Gewerbegebiete. Aber der Auftrag ist mittlerweile noch größer geworden: Alle 25 Schulstandorte erhalten eine Anbindung per Glasfaser. Die Schüler und natürlich auch die Lehrer werden sich über richtig schnelles Internet freuen, denn es sind Geschwindigkeiten bis zu einem Gigabit und mehr möglich. „Was die Internetversorgung angeht, ist bei uns noch Luft nach oben“, sagt Günter Mehles, Leiter der Grund- und Realschule plus Gerolstein. „Deshalb freuen wir uns, dass wir in absehbarer Zeit deutlich mehr Leistung haben werden. Schnelles Internet ist einfach unverzichtbar, was den Einsatz im Unterricht und in der Verwaltung der Schule angeht.“

Die Finanzierung: Der Kreis bekommt für die bessere Breitbandversorgung der Haushalte und Unternehmen Geld von  Bund und Land zur Verfügung gestellt. Sie übernehmen 90 Prozent der Investitionskosten. Die Erschließung der Schulen kostet beispielsweise 1,1 Millionen Euro. Der Eigenanteil von zehn Prozent wird nach den Schülerzahlen auf die Schulträger (Verbandsgemeinden und Kreis) aufgeteilt. Auch jede Gemeinde, die technisch aufgerüstet wird, zahlt einen Eigenanteil von zehn Prozent. Der weitaus größte Teil der Räte dieser Orte  hat bereits zugestimmt. Drei Beschlüsse stehen noch aus: aus Hörschhausen, Neichen und Kolverath in der Verbandsgemeinde Kelberg. „Dabei geht es nicht um grundsätzliche oder finanzielle Fragen, sondern um technische Probleme“, erklärt Johannes Saxler, Büroleiter der VG-Verwaltung. „Das Projekt wird dadurch keinesfalls verzögert“, ist der künftige Bürgermeister zuversichtlich, dass die Beschlüsse rechtzeitig vorliegen.

Der Zeitplan: Innogy kann erst loslegen, wenn die offiziellen Bescheide von Bund und Land, in dem die zugesagten Summen bestätigt werden, vorliegen. Aber die Firma war natürlich nicht untätig und hat schon Hausaufgaben gemacht. „Wir stehen quasi in den Startlöchern. Der Breitbandausbau im Kreis Vulkaneifel ist eine echte Herausforderung, aber wir werden gerüstet sein“, sagt Thomas Hau, Kommunalbetreuer bei der RWE-Tochter. Er geht davon aus, dass das Projekt Mitte bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein wird. Innogy verpflichtet sich, das komplette Breitbandnetz 15 Jahre zu betreiben und zu unterhalten.

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