Große Lösung ist vom Tisch

Beschlossene Sache: In Gerolstein wird keine große Ortsumgehung gebaut. Vielmehr soll auch künftig der Verkehr durchs Tal geführt werden: entweder - wie schon heute - durch die Brunnenstraße und über die Hochbrücke (was von den Fraktionen favorisiert wird) oder auf einer neuen Straße entlang der Bahntrasse.

Gerolstein. "Einstimmig" bei acht Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen hat sich der Bauausschuss der Stadt Gerolstein in nichtöffentlicher Sitzung nach Worten von Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz (CDU) gegen die große Ortsumgehung ("Nordspange") ausgesprochen. Schwartz sagt: "Wir wollen die Tallösung, wobei die Variante über die B 410 und die Hochbrücke gegenüber der Trasse entlang der Bahn favorisiert wird." "Einzigartige Landschaft ist unser Kapital"

Das Aus für die "Nordspange", das sich bereits angedeutet hatte (der TV berichtete), resultiert vor allem aus ökologischen und ökonomischen Erwägungen. Der Landschaftsverbrauch sei zu hoch, die Trasse führe durch Wassergewinnungsgebiet, und die Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt und der Nachbargemeinden (zum Beispiel die Campingplatz-Pläne im Schauerbachtal und in Rockeskyll) würden stark eingeschränkt. Schwartz sagt: "Wir können uns das nicht leisten, schließlich ist unsere einzigartige Landschaft unser Kapital."Den Ausschlag für die Tallösung habe zudem gegeben, dass der Verkehr weiterhin "in Stadtnähe" fließen solle. "Die B 410 ist die Hauptschlagader Gerolsteins: Die Leute sollen über sie in die Stadt kommen, am besten hier bleiben und Geld ausgeben", meint der Stadtbürgermeister. Parkplätze seien genügend vorhanden, die Innenstadt müsse jedoch noch durchlässiger werden. Damit appelliert er vor allem an die Geschäftsleute, ihre Fassaden noch stärker zur Brunnenstraße auszurichten. In der prognostizierten Zunahme des Verkehrs und weiteren Staus sieht Fahrlehrer Schwartz "kein Problem". Den Neubau der Hochbrücke jedoch erachtet er "als wichtig für die Stadt, da wir dann auch den Radweg über die Gleise bekommen". Da es bis dahin aber noch einige Jahre dauern dürfte, halte die Stadt weiterhin an der Behelfsbrücke für Radfahrer und Fußgänger fest. An eine Realisierung des gesamten Vorhabens denkt Schwartz "in ferner Zukunft". Trotz der Übereinstimmung herrscht zu einem Punkt weiterhin keine Einigkeit: Während die WG Möller die Auffassung vertritt, dass die städtischen Gremien einzig und allein die beste Lösung für die Stadt anzustreben hätten, streben Schwartz und Co. eine "gemeinsame Lösung mit Pelm" an. Das sieht auch VG-Bürgermeister Matthias Pauly (CDU) so. Daher werde das Thema Umgehung nach Erörterung in den betroffenen Ortsgemeinden Pelm und Rockeskyll auch im Verbandsgemeinderat behandelt. "Bis Frühjahr 2008 wird es dazu auf VG-Ebene eine Entscheidung geben", kündigt Pauly an.