1. Region
  2. Vulkaneifel

Große Sorgen um die Jugendarbeit im Kreis

Große Sorgen um die Jugendarbeit im Kreis

Beim Jugendamt ist der Aufgabenbereich des Kreisjugendpflegers reduziert worden. Die Stelle wird für Vormund- und Pflegschaften benötigt. Die Arbeitskreise Sucht- und Gewaltprävention und Jugend befürchten eine Beeinträchtigung der Jugendarbeit im Kreis. Heute berät darüber der Jugendhilfeausschuss.

Daun. Daniela Feller, Julia Küker und Eva Steliga machen sich zurzeit große Sorgen um die Jugendarbeit im Kreis Vulkaneifel. Denn als Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Daun (Feller), Leiterin des Hauses der Jugend Daun (Küker) und für das Dekanat Daun zuständige Mitarbeiterin der Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral in Bitburg (Steliga) sowie als Mitglieder zweier Arbeitskreise (siehe Extra) sind sie von der Stellenkürzung in der Kreisjugendpflege direkt betroffen. Der Fortbestand der Arbeitskreise stehe auf dem Spiel, sagen sie.
"Und wie geht es mit dem vor über zehn Jahren ins Leben gerufenen Großprojekt ,Non Stop\' mit kreisweiten Spiel- und Sportaktionen weiter?", fragt Julia Küker. Sei es doch schon in diesem Jahr als unmittelbare Auswirkung der Stellenkürzung erstmals ausgefallen. Und: Was passiere mit all den viel beachteten Theateraufführungen, Suchtpräventionswochen und Elternabenden? Wer unterstütze die Ehrenamtlichen? Und wer übernehme die Leitung der bewährten Ferien- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche? "Die diesjährige Ferienfreizeit in Darscheid haben wir nur zu zweit im Leitungsteam und nur mit einer Vielzahl an Überstunden bis an den Rand der Erschöpfung durchgezogen", erklärt Daniela Feller.
"Die Aufgaben der Jugendpflege können quantitativ und qualitativ nicht mehr voll erfüllt werden", bringt Eva Steliga die Befürchtung der Arbeitskreis-Mitglieder auf den Punkt. Die Erfahrungen, Kenntnisse und Kontakte, die Kurt Laux als Kreisjugendpfleger in 30 Jahren gesammelt habe, seien für die Jugendarbeit im Kreis von größtem Wert. "Was sich als gut erwiesen und bewährt hat, fällt nun einer Verschiebung von Aufgaben und der Einsparung zum Opfer", erklären Feller, Küker und Steliga mit Blick darauf, dass Kurt Laux seit dem 1. Juli mit einer halben Stelle mit Vormund- und Pflegschaften des Jugendamts beschäftigt ist.
Hintergrund ist nach Auskunft von Verena Bernardy, Pressesprecherin der Kreisverwaltung, die Umsetzung des Vormundschaftsänderungsgesetzes. Dieses sehe eine Fallzahlobergrenze von 50 pro Personalstelle verbindlich vor. Laux\' Beauftragung sei erforderlich geworden, da das Kreisjugendamt aktuell 75 Vormund- und Pflegschaften zu verwalten habe. Darüber hinaus bestehe mit dem Beschluss des Kreistags zum Beitritt zum Kommunalen Entschuldungsfonds die Verpflichtung zu Kosteneinsparungen im Personalhaushalt.
Einzelfallhilfe nicht betroffen


Bernardy betont, dass bei der Reduzierung darauf geachtet worden sei, dass es so wenig Einschneidungen wie möglich gebe. So könnten Veranstaltungen wie das Kurparkfest in Daun und die "Tour d\'Europe" auch ohne die personelle Beteiligung und aktive Teilnahme des Jugendamts fortgeführt werden. Von der Kürzung nicht betroffen seien die Beratung von Gemeinden und Jugendgruppen sowie die Beratung und Einzelfallhilfe für Jugendliche und Eltern.Extra

Der Arbeitskreis (AK) Jugend Vulkaneifel besteht seit 1985. Seine Mitglieder sind hauptamtliche Fachkräfte im Bereich der Jugendarbeit: Jo Bach, Esther Ben M\\'rad, Irene Berger-Walk, Irina Bischler, Rita Blum, David Bruggeman, Daniela Feller, Kathrin Großklaus, Guido Hannawald, Julia Küker, Hagen Langerhans, Anja Leuwer, Sarah Mayer, Edelgard Metzler, Christoph Meyer, Karl-Heinz Krämer, Stefanie Peters, Christina Schander, Petra Schmidt, Eva Steliga, Jochen Thönnessen, Peter Zorzi. Im AK Sucht- und Gewaltprävention Vulkaneifel sind Hans-Jürgen Altschuck, Jo Bach, Esther Ben M\\'rad, Irene Berger-Walk, Irina Bischler, Daniela Feller, Klaus-Peter Gärtner, Guido Hannawald, Sabine Karlstätter, Karl-Heinz Krämer, Julia Küker, Hubert Lenz, Anja Leuwer, Gabi Pfeffer, Christina Schander, Astrid Schmidt, Angelika Schroers, Eva Steliga. bb