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Soziales: Große Welle der Unterstützung

Soziales : Große Welle der Unterstützung

Die Lebensmittelausgabe durch die Dauner Tafel schien wegen Corona gefährdet. Dann wendete sich das Blatt, Sach- und Geldspenden flossen, darunter ein Betrag von 50♦000 Euro. Es geht also weiter, wenn auch auf andere Weise.

Ein Mal seit Beginn der Einschränkungen wegen Corona hatte es in der zweiten Märzhälfte donnerstags keine Lebensmittelausgabe bei der Dauner Tafel gegeben. Der Bundesverband der Tafeln hatte zu dem Zeitpunkt empfohlen, die Läden generell zu schließen. „Das lag auch für uns nahe“, erklärt Bernd Liebler, erster Vorsitzender der Dauner Tafel, mit Blick darauf, dass die meisten der 70 ehrenamtlichen Mitarbeiter zwischen 60 und 80 Jahren alt sind und somit zur Risikogruppe gehören. Zudem hätten in den engen Räumen die geforderten Abstände nicht gewährleistet werden können.

„Doch dann ist eine so unglaubliche Welle an Unterstützung und Hilfen in Gang gekommen, dass wir es manchmal immer noch nicht fassen können“, sagt Liebler. Er betont: „Da war von Schließung keine Rede mehr.“ Er freut sich: „Wir können unsere Kunden weiterhin mit Lebensmitteln versorgen.“ Räumt aber ein: „Wenn auch auf andere Weise als bisher.“

Von der „Aktion Mensch“ erhielt die Dauner Tafel aus Mitteln der Corona-Soforthilfe 9500 Euro. Aus der „Bürgerstiftung“ des Landkreises Vulkaneifel flossen 3000 Euro, die gleiche Summe (zunächst) kam vom Verein „Bürgerdienst“. Privatleute spendeten Beträge zwischen 50 und 1000 Euro.

Hinzu kamen Sachspenden: professionelle Masken von Firmen und selbst genähte Mund-Nasen-Schutzmasken, wie sie etwa die Modedesignerin Angelika Hirschler aus Schalkenmehren und eine aus Georgien stammende Tafel-Kundin beisteuerten. Geschäfts- und Privatleute boten Fahrzeuge und Fahrdienste an.

„Jede einzelne Unterstützung ist es wert, genannt und gelobt zu werden“, betont Bernd Liebler. Wenn er aber sagt: „Da waren wir vollkommen sprachlos“, meint er die „Superspende“ von 50♦000 Euro, die der Verein Bürgerdienst noch auf die zunächst gespendeten 3000 Euro draufpackte.

„Die Dauner Tafel gehört zu den Projekten im Landkreis Vulkaneifel, die uns von Anfang an besonders am Herzen lagen“, begründet die Vorsitzende Doris Lepper die Motivation ihres Vereins, die wohltätige Einrichtung wie schon seit Jahren großzügig zu unterstützen und nun die Ausgabe von Lebensmitteln an Bedürftige trotz der veränderten Bedingungen durch die Corona-Pandemie in Gang zu halten. „Die Vorstandsmitglieder der Tafel und ihre Mitarbeiter leisten hervorragende Arbeit“, bescheinigt Doris Lepper Liebler und seinem Team.

Da das Einsammeln von Lebensmitteln, die übrig sind oder sich kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums befinden, sowie die Ausgabe im Tafel-Laden in der bisherigen Form nicht möglich sind, werden dank der Geldspenden nun Lebensmittel eingekauft – Grundnahrungsmittel wie Nudeln und Reis, Konserven, Obst, Eier, Tee, Molkereiprodukte, Brot, Kartoffeln, Möhren und „etwas Süßes“ – und in Tüten verpackt. Unter den Lieferanten der Lebensmittel sind auch regionale Produzenten.

Der Donnerstag als Ausgabetag bleibt bestehen, die Ausgabe erfolgt nicht im Laden, sondern im Eingangsbereich (siehe Info). 100 bis 120 Tüten werden pro Woche gepackt, etwa 300 Menschen aus dem Kreis Vulkaneifel werden damit erreicht.

Dafür werden jedes Mal rund 2000 Euro benötigt, auch, um die laufenden Kosten der Dauner Tafel (etwa 1000 Euro im Monat) zu begleichen.