Großputz fürs Nass
Trinkwasser wird auch bei den Verbandsgemeindewerken als höchstes Gut behandelt. Jährlich werden die Trinkwasserspeicher der elf Hochbehälter unter strengen Hygienevorschriften gereinigt. Jetzt war es wieder einmal soweit.
Gerolstein. "Da lassen wir keine Firma ran. Die Reinigung machen wir mit eigenen Leuten, damit wir die Sicherheit garantieren und die Verantwortung übernehmen können", erklärt Wolfgang Bohr, technischer Werkleiter. Insgesamt werden in elf Hochbehältern in der Verbandsgemeinde Gerolstein zwölf Millionen Liter Trinkwasser gespeichert. Größter Behälter in der gesamten Region
Jedes Jahr werden die Trinkwasserspeicher in den Hochbehältern nach strikten Regeln gereinigt: "Der Spitzen-Tagesbedarf liegt bei knapp zehn Millionen Liter. Somit haben wir eine Überdeckung von gut zwei Millionen Liter." Laut gesetzlichem Auftrag müssen die VG-Werke den Tages-Wasserbedarf vorhalten. Im Hochbehälter "Auf Schocken" hinterm Gerolsteiner Stausee fasst der Speicher fünf Millionen Liter Trinkwasser - verteilt auf zwei Kammern. Drei Werksmitarbeiter haben zwei Tage lang die Kammern geschrubbt. In Schutzanzügen und unter strikten Bedingungen. Sogar das Handwerkszeug und die Schläuche wurden vorher desinfiziert.Nur über eine "Chlor-Schleuse" ist der Zugang in den Wasserspeicher möglich. Die Keimfreiheit des Wassers ist oberstes Gebot. Jedes Jahr steht die Putzaktion an. Bohr erklärt: "Das Trinkwasser wird aus so genannten wasserführendem Gestein gewonnen. Dabei gelangen feinste Sandpartikel in den Behälter, die sich an den Wänden und am Boden ablagern." Mit fünf Millionen Liter Fassungsvermögen ist der Hochbehälter "Auf Schocken" der größte in der VG Gerolstein und einer der größten in der gesamten Region Trier. Das 1,3 Millionen Euro teure Gebäude wurde 1994 in Betrieb genommen und ersetzte den 1941 an gleicher Stelle erbauten Hochbehälter. Im alten Gebäude konnte nur ein Zehntel der heutigen Wassermenge gespeichert werden, und damit war der Bedarf nicht mehr zu decken. Heute fließt das Trinkwasser aus den Tiefbrunnen Müllenborn und Sandborn sowie das Überschusswasser aus den Gewinnungsanlagen der Versorgungsgruppe Mürlenbach/Densborn in den Hochbehälter "Auf Schocken". Laut Prognosen soll dieser Wasserspeicher bis 2030 die Anforderungen erfüllen.