Grüne prüfen Vulkaneifel auf Nationalpark-Tauglichkeit

Grüne prüfen Vulkaneifel auf Nationalpark-Tauglichkeit

Erst einer in Nordrhein-Westfalen, nun vielleicht ein zweiter in Rheinland-Pfalz? Die Grünen im Landkreis Vulkaneifel wollen überprüfen, ob es sinnvoll ist, einen weiteren Nationalpark in der Eifel zu etablieren.

Daun. Kann die Vulkaneifel ein Nationalpark werden? Die Grünen in der Vulkaneifel haben sich in ihrer Mitgliederversammlung am Mittwoch mit diesem Thema beschäftigt. "Wir sind grundsätzlich dafür, dass es in Rheinland-Pfalz Nationalparks gibt", sagt Rainer Klippel, Geschäftsführer des Kreisverbands Vulkaneifel der Grünen. Man müsse allerdings schauen, ob die Region tatsächlich geeignet sei.
Besondere Kriterien aus Mainz


Das rheinland-pfälzische Umweltministerium unter der Leitung von Ulrike Höfken möchte einen Nationalpark schaffen. Als Kriterien für so ein besonderes Naturschutzgebiet gibt das Ministerium unter anderem an, dass es eine Waldfläche von 8000 bis 10 000 Hektar geben müsse, die am besten Staatsforst sei. "Das ist bei uns nicht gegeben", sagt Rainer Klippel. Der Wald in der Vulkaneifel sei zum Großteil in privater Hand.
Ein weiteres Kriterium aus Mainz ist, dass sich die Natur auf 75 Prozent der Nationalparkfläche frei entwickeln kann. Das Gebiet dürfe nicht zerschnitten sein und müsse aus Naturschützersicht eine herausragende Bedeutung haben.
Allerdings seien diese Kriterien des Ministeriums noch nicht abschließend festgelegt, sagt Rainer Klippel. "In Mainz wird das Thema in den kommenden Wochen noch einmal besprochen." Die Grünen wollen sich Anfang des kommenden Jahres mit Thomas Griese, dem Staatssekretär des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums treffen, um mit ihm ebenfalls die Möglichkeit eines Nationalparks Vulkaneifel zu besprechen. Das Ministerium sieht zurzeit die Gebiete Saargau-Hochwald, Hochwald-Idarwald, den Soonwald, Baumholder sowie den Pfälzerwald als mögliche Nationalpark-Standorte.
"Falls das mit dem Nationalpark nicht klappen sollte, müssen wir uns Gedanken darüber machen, welche anderen Schutzmöglichkeiten es gibt", sagt Rainer Klöppel. Er hält die Natur in der Vulkaneifel für schützenswert. Ein weiteres Thema der Sitzung war die Windkraft: "Wir planen für das kommende Jahr eine Informationsveranstaltung zum Thema Windkraft in Hillesheim", sagt Rainer Klippel. Dabei soll es vor allem um das Thema Windkraft in Wäldern gehen. Die Grünen wollen außerdem darüber sprechen, an welchen Stellen Windkraft grundsätzlich sinnvoll ist, und wo nicht. Ein Termin steht aber noch nicht fest. slg