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Gruppenbild mit Max und Moritz

Gruppenbild mit Max und Moritz

Die TV-Dorffotoaktion führt in diesem Sommer durch die Gerolsteiner Stadtteile. In Oos sind die idyllische Lage und die rege Dorfgemeinschaft Trumpf.

Gerolstein-Oos. Gute Resonanz: 53 der insgesamt 222 Ooser kommen zum Gemeindehaus, wohin der TV zu seiner Dorffotoaktion eingeladen hat. Und es sind noch zehn weitere Dorfbewohner, die mit aufs Bild kommen: acht Hunde und die beiden Shetland-Ponys von Jule Fries (12) - Max und Moritz. "Die sind eigentlich lieb, können aber auch bockig sein", sagt Jule. Beim Fototermin sind sie allerdings brav. Ob es daran liegt, dass sie Auftritte vor Publikum gewöhnt sind? Denn Jule veranstaltet, wie sie berichtet, mit einer Freundin auch schon mal eine Ponyschau, "zu der wir einladen und dann Kunststücke vorführen". Klasse Idee.
Und auch sonst wissen die Ooser, obwohl es schon lange keine Gaststätte mehr im Ort gibt, das ganze Jahr über etwas anzufangen. Es gibt den Karnevalsausklang am Veilchendienstag, das Maibaumaufstellen, die Kirmes Mitte August, St. Martin, die Nikolausfeier und in diesem Jahr erstmals einen Nikolausball. "Das versuchen wir mal", sagt Michael Hansen, Chef der zwölf Mann starken örtlichen Wehr.
Sie kümmert sich maßgeblich darum, dass die Feste und Traditionen im Dorf aufrechterhalten werden. Und es gibt gute Nachrichten, dass das auch so bleibt. "Diesen Herbst bekommen wir zwei junge Leute dazu", sagt Hansen.
"Nette Nachbarschaft"


Apropos Nachwuchs, der ist "relativ stark bei uns", sagt der neue Ortsvorsteher Horst Lodde, der seit 1988 in Oos lebt und seit einigen Jahren für die Grünen im Gerolsteiner Stadtrat sitzt. Zur Dorfjugend zählen Laura Weinand (17) und Rebecca Fries (15).
Und sie haben einen Wunsch an den Ortsvorsteher beziehungsweise den Stadtrat in Gerolstein, der letztlich die Entscheidungen für Investitionen auch in den Stadtteilen trifft. "Wir brauchen einen Jugendraum", sagen sie unisono.
"Wir treffen uns meistens an der Bushaltestelle oder auch mal bei einem von uns zuhause. Aber ein Jugendraum wäre was anderes", sagt Laura, die die Zahl der Kinder und Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren auf gut 20 schätzt.
Und: Am Gemeindehaus, das vor vier Jahren überwiegend in Eigenleistung renoviert worden ist und auch rege von den Vereinen und den Bürgern genutzt wird, gibt es ja die Wohnung, die seit Jahren leer steht. Ortsvorsteher Lodde hört sich die Bitte an, gibt aber zu bedenken, dass vor allem die Frage der Betreuung zunächst zu klären sei. Vielleicht wird ja noch etwas daraus. Auch der Spielplatz am Gemeindehaus bedürfe dringend einer Erneuerung, sagt Lodde.
Ein anderer Wunsch: "Wir brauchen unbedingt endlich schnelles Internet", sagt Elli Kleusch - und ernten von vielen Mitbürgern Zustimmung. Ansonsten schätzt sie an Oos die "beschauliche Ruhe". Die "nette Nachbarschaft", fügt Heidi Jansen hinzu. Und die "gute Dorfgemeinschaft", betonen Klara Kläs und Walburga Fries.
"Beschauliche Ruhe"


Die TV-Dorffotoaktion finden sie ebenfalls alle gut. Und es ist schon abgemachte Sache, dass ein besonders großes Exemplar im Gemeindehaus aufgehängt wird. "Das Bild ist in ein paar Jahren bestimmt eine schöne Erinnerung", sagt Walburga Fries.
In die gleiche Kerbe schlagen Johann Weinand, Peter Kläs, der seit Jahren in Oos den TV austrägt, Schäfer Udo Fries und auch Heinrich Fries (87), der älteste Teilnehmer. Er weiß viel über den Stadtteil zu berichten, hat er doch schon einmal eine Chronik seit der Zeit ab 1939 verfasst: "Damals hatte Oos 236 Einwohner, die in nur 34 Häusern lebten, heute sind es 222 Einwohner, aber dafür 87 Häuser." Es gibt nur noch einen Vollerwerbs- sowie fünf Nebenerwerbslandwirte und einen Schäfer.
Die Zeiten ändern sich eben, Probleme mit Leerständen gibt es im Dorf aber noch nicht. Anstatt eines Geschäfts sorgen rollende Märkte für die Grundversorgung.
Und zum Großeinkauf fahren die Ooser ins sechs Kilometer entfernte Gerolstein.
Größere Investitionen stehen in Oos auch erst einmal nicht an, schließlich ist gerade erst der teure Straßenausbau im Ort abgeschlossen worden.
Einerseits werden die Anlieger dafür noch zur Kasse gebeten, andererseits hat er das Dorf schöner gemacht. Und etliche Anwohner haben ihn genutzt, um auch ihre Hofeinfahrten und Vorgärten zu erneuern.
Für das Dorffoto haben aber auch die Fleißigsten eine Pause gemacht.
Doch danach geht es wieder an die Arbeit, an den heimischen Kaffeetisch oder zum Training - denn für die nächste Vorführung müssen Max und Moritz noch etwas üben.Extra

In Oos gibt es die Feuerwehr mit einer Altersabteilung, die Landfrauen, zwei Tanzgruppen, den Altentreff und die Jungs und Mädels von MüKaRoOs, einen Zusammenschluss von Karnevalisten aus Müllenborn, Kalenborn, Roth und: Oos. mh