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Günstig, schnell und kabellos

Günstig, schnell und kabellos

WALSDORF. Die Einwohner von Walsdorf können das Internet günstiger und schneller nutzen als viele andere Bürger in der Verbandsgemeinde Hillesheim. Grund: Die Firma "Eifel-net" bietet derzeit nur in Walsdorf den kabellosen Internetzugang, so genannte Wireless LAN, an.

"Die Kosten-Nutzen-Rechnung spricht klar für Wireless", meint Berno Jardin. Der Architekt hat seinen privaten PC vor kurzem via Eifel-net mit dem Internet verbunden. "Die Installation war ganz einfach und jetzt bin ich online, sobald ich den Computer anmache", erklärt Jardin. Das war vorher nicht so. Wegen der Kosten. Jardin wählte sich, bei Bedarf, über die ISDN-Leitung über den Tarif "T-Online by Call" ein. Resultat nach zehn Tagen und vierzig Stunden Nutzung etwa 40 Euro. Bei Eifel-Net kostet ihn der Zugang monatlich, ohne Zeitlimit, zehn Euro. "Ich bin total begeistert", freut sich der Architekt. Ähnliche Euphorie herrscht bei Victor Grefenstein, der schon seit einigen Monaten Wireless nutzt: "Es läuft super, weil es schneller und billiger als der Telekom-Anschluss ist". Grefenstein nutzt täglich bis zu 13 Stunden den kabellosen Internetzugang. Der Wechsel vom (langsameren) ISDN zum (schnelleren) DSL-System der Telekom sei in Walsdorf nicht möglich. Die DSL-Freischaltung ist aber Bedingung, um die günstige "Flatrate" (Pauschale) von knapp 30 Euro als Telekom-Tarif zu bekommen. "Telekom legt doch auf die Fläche keinen Wert und deshalb habe ich mich für Eifel-net entschieden", erklärt Horst Kollitsch, Walsdorfs Bürgermeister. Auf dem Hochsilo seines Holzbetriebes steht auch der Sendemast, die Funkbasisstation. 20 Nutzer profitieren momentan davon. Sie haben die 15 Zentimeter mal 15 Zentimeter große Antenne, die Eifel-net gegen eine Kaution von 50 Euro zur Verfügung stellt, an ihrem Haus angebracht. "Möglichst mit Sichtkontakt zur Basisstation", erklärt Projektleiter Thorsten Barzen. Nachdem die Antenne montiert und mit dem PC verkabelt ist, muss nur noch mittels einer CD die Software installiert werden. Die Standardvariante von Wireless-Lan arbeitet mit der doppelten DSL-Geschwindigkeit. "Für professionelle Nutzung oder Firmen bieten wir noch eine andere Variante an, die 25 Mal schneller als DSL ist", sagt der zweite Projektleiter Detlef Siebertz. Die Spezialisten versprechen außerdem, dass die Strahlenbelastung der leistungsstarken Funkbasis nur ein Hunderstel der eines Mobilfunkmasten ausmacht. Eifel-net bietet vier Tarife von zehn Euro bis dreißig Euro an. "Die richten sich nicht nach der zeitlichen Nutzung, sondern am heruntergeladenen Volumen, beispielsweise Filme", erklärt Barzen. Die Erstinstallation ist kostenlos. Auch entstehen während der Nutzung keine weiteren Telefon- oder Anschlusskosten. Jede Minute überprüft ein Rechner von Eifel-net im Büro der Computerfirma Kahlert in Oberehe alle Wireless-Lan-Anschlüsse auf alle Funktionen. "Eingriffe in die Privatsphäre wie ein Aufschalten auf die Computer unserer Kunden ist garantiert ausgeschlossen", beugt Siebertz Kritikern vor. Das Pilotprojekt für Walsdorf kostete Eifel-net insgesamt 100 000 Euro. Weitere 100 000 Euro wären nötig für den Ausbau in der gesamten Verbandsgemeinde Hillesheim - erklärtes Ziel von Eifel-net. "Momentan ist die Finanzierung noch nicht geklärt", schränkt Barzen ein. Allerdings würde sich je Dorf die Installation rechnen, "wenn fünf bis zehn Leute mitmachen". Das Fernziel von Barzen: der Aufbau einer eifelweiten Netzwerk-Infrastruktur. Wenn die einzelnen Basisstationen miteinander verbunden wären, könnte innerhalb des Netzwerkes kostenlos telefoniert werden. Barzen prognostiziert: "In fünf Jahren gibt es Wireless deutschlandweit, wie schon heute in Polen".