Gut angenommen, schlecht angebunden

Gut angenommen, schlecht angebunden

Seit drei Jahren verbindet der Kosmosradweg den Dauner Kurpark mit Meerfeld. Rund 20 Kilometer lang und ohne nennenswerte Steigungen ist der Weg ideal für Radfahrer und Wanderer, die nicht die große sportliche Herausforderung suchen. Doch es gibt noch Verbesserungspotenzial.

Daun/Meerfeld. Zu Fuß oder mit dem Rad das Sonnensystem erkunden oder durch die Zeit reisen - vom Urknall bis heute: Das will der Kosmosradweg ermöglichen. Es ist eine kleine Bildungsreise durch Raum und Zeit, aber vor allem ein schöner Weg durch die Natur.
"Wir kommen regelmäßig hierher, es gibt jedes Mal Neues zu entdecken", erklären Dagmar Schmitzius und Christoph Müller aus Trier. Gemeinsam mit ihrem sechsjährigen Sohn Maurice verbringen sie häufig ihre Freizeit auf dem Kosmosradweg.
Fahrplanänderung angedacht


Auch Einheimische erholen sich auf der Strecke entlang der Kleinen Kyll. "Sie kommen aus Richtung Daun, machen hier eine Pause, und dann geht es zurück", erklärt Frank Weiler vom Landhotel Maarblick in Meerfeld. Ähnliche Erfahrungen macht das benachbarte Ferienhotel Café am Maar. Beide Häuser haben dank ihrer Nähe zum Kosmosradweg einen kleinen Standortvorteil gegenüber den Kollegen vom Hotel Zur Post und dem Brunnenstübchen.
Alle vier Meerfelder Gastronomiebetriebe berichten, dass ihre Feriengäste den Radweg als Bereicherung erleben und teilweise gezielt in ihre Rad- oder Wandertouren einplanen. Von "keinen besonderen Auswirkungen" berichtet dagegen Nikolaus Sungen von der Pension Bleckhausener Mühle.
"Unsere Gäste kommen gezielt hierher", sagt Sungen. Nutzer des Kosmosradweges legen also hier kaum Pausen ein.
"Der Kosmosradweg wird gut angenommen und gezielt nachgefragt", sagt Thomas Räthlein von der Touristinformation Daun.
Bei seinem Kollegen Rainer Schmitz von der Touristinformation Manderscheid fällt die Bilanz etwas verhaltener aus: "Die Nachfrage ist recht gut, könnte aber besser sein."
Eine mögliche Ursache sieht der Meerfelder Ortsbürgermeister Karl Weiler darin, "dass die Radbusse der Regio Linie Meerfeld nicht anfahren". Daher fehle eine Anbindung an Manderscheid und weiter zum Maare-Mosel-Radweg.
Die für die Regio Radlerbusse zuständige Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft verweist auf den Zweckverband Schienenpersonennahverkehr. "Wenn dort der Fahrplan entsprechend umgestellt wird, könnte man darüber reden", sagt ein Mitarbeiter. Zumindest auf einer Karte im aktuellen Radmagazin der Eifel Tourismus Gesellschaft ist Manderscheid als Zielort des Kosmosradwegs dagegen eingezeichnet. Ein Fehler, der korrigiert werden soll. Die Route: Eine Stele im Dauner Kurpark symbolisiert die Sonne. Von dort aus führt der Weg entlang der Planeten. Jeder Meter entspricht dabei einer Entfernung von 500 000 Kilometern. Über die Dauner Stadtteile Gemünden und Pützborn schlängelt sich der Kosmosradweg an Oberstadtfeld und Niederstadtfeld vorbei bis Schutz. Dort findet sich der am weitesten entfernte Planet Pluto. Ab der Bleckhausener Mühle beginnt dann eine Zeitreise von heute bis zum Urknall, symbolisiert durch eine mehr als zwei Meter hohe Steinstele mit Loch in der Nähe des Meerfelder Maars. 2008 hatten sich die Verbandsgemeinden Daun und Manderscheid zusammengetan, um den kreisübergreifenden Radweg einzurichten. Vor kurzem ist in den Komfort für die Radler investiert worden: Rund 100 000 Euro hat die Sanierung des Teilstücks von den Dauner Stadtteilen Gemünden und Pützborn gekostet. IX