Gute Aussichten für Dauner Gymnasium

Das Thomas-Morus-Gymnasium (TMG) Daun ist eins von sechs Gymnasien landesweit, die eine Option zur Einführung des achtjährigen Gymnasiums in Kombination mit der Ganztagsschule fürs Schuljahr 2009/2010 beantragt haben.

Soll 2009 Gymnasium mit verkürzter Schulzeit werden: das Thomas-Morus-Gymnasium. Foto: TMG

Daun. Die Entscheidung steht noch aus, aber die Aussichten sind gut, dass das TMG die gemeinsam mit dem Schulträger beantragte Option zur Einführung des achtjährigen Gymnasiums in Kombination mit der Ganztagsschule (G8GTS) für das nächste Schuljahr bekommt. Aktuell liegen dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium sechs Bewerbungen von Schulen und Schulträgern für den Start einer Schule als Ganztagsgymnasium mit achtjährigem Bildungsgang vor, wie Ministeriumssprecher Wolf-Jürgen Karle auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds mitteilte.

Keine Obergrenze bei Vergabe der Optionen



Wann genau ein Bescheid aus Mainz kommt, steht noch nicht fest. Karle: "Die Optionen sollen im Herbst vergeben werden." Ein "Gedränge" um eine bestimmte Zahl von Optionen gibt es nicht, denn laut Ministeriumssprecher gibt es "keine vorgegebene Obergrenze". Neben diesen guten Aussichten gibt es aber auch eine schlechte Nachricht für Eltern aus dem nördlichen Kreisgebiet, die ihre Kinder in die bestehende TMG-Ganztagsschule schicken. Sie müssen bei ihrem Eigenanteil an den Schülerbeförderungskosten in diesem Schuljahr tiefer in die Tasche greifen. Hintergrund ist ein rechtskräftiges Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz. Darin steht, dass eine Übernahme von Fahrtkosten nur in Betracht kommt, wenn die Schüler die nächstgelegene Schule der gleichen Schulart besuchen. Die vom TMG angebotene Ganztagsschule ist aber keine eigene Schulart, sondern "eine besondere Form der Organisation der Schulart Gymnasium". Diese Definition kostet Eltern aus dem Bereich Hillesheim/Üxheim bares Geld, denn für ihre Kinder, die in die Ganztagsschule gehen (oder gehen wollen), ist die nächstgelegene Schule das St. Matthias-Gymnasium in Gerolstein. Für ein Kind aus Wiesbaum müssen die Eltern rund 200 Euro jährlich mehr bezahlen, für ein Kind aus Hillesheim 212 Euro. "Günstiger" kommen Eltern aus Nohn mit 119 Euro weg.

Für TMG-Leiter Günter Bürkle ist diese Rechtslage "ungerecht", nicht nur mit Blick auf das bestehende Ganztagsschul-Angebot, sondern auch auf den G8GTS-Antrag. Die Schule sei aufgefordert worden, im gesamten Kreisgebiet und auch darüber hinaus für das Angebot zu werben. "Wenn das vom Land so gewünscht ist, müssen aber auch die Rahmenbedingungen, zu denen die Schülerbeförderungsregelungen gehören, geschaffen werden", erklärt Bürkle. Er hat einen Vorschlag, der nicht nur das entstandene Problem lösen, sondern auch eine von ihm so empfundene Benachteiligung der Schüler im ländlichen Raum ändern würde: "Warum gibt es hier bei uns keine Netzkarte wie in den Ballungsgebieten üblich?"