Gute Aussichten für Kreisbibliothek

Gute Aussichten für Kreisbibliothek

Es geht voran: Die Kreisbibliothek Vulkaneifel soll 2013 eine eigene Homepage bekommen, auch könnten mehr Veranstaltungen stattfinden. Der Kulturausschuss des Kreises empfiehlt, die Einrichtung zu erhalten, die Fraktionen äußern sich ebenfalls positiv. Weitere Ideen steuern auch die Mitglieder des neu gegründeten Fördervereins bei.

Daun/Gerolstein. "Ich bin hier, weil ich möchte, dass die Bibliothek bleibt", sagt einer der Besucher bei der Gründungsversammlung des Fördervereins Kreisbibliothek Vulkaneifel. Der Verein ist vor wenigen Tagen von 22 Menschen gegründet worden. Ziel ist laut Satzung, "die Kreisbibliothek stärker im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zu verankern und den Leistungsstandard durch finanzielle und ideelle Förderung zu erhalten und zu verbessern".
Dass der Fortbestand der 1989 gegründeten Bibliothek seit einigen Tagen so gut wie sicher ist, erfahren viele Teilnehmer der Gründungsversammlung am gleichen Abend. Der Kulturausschuss hat dem Kreistag empfohlen, sich bei seiner Sitzung am 10. Dezember gegen die Schließung der Bibliothek auszusprechen (der TV berichtete). Die Fraktionen äußern sich im Vorfeld der Sitzung grundsätzlich positiv (siehe Extra).

Rückblick: Die Kreisbibliothek ist bereits im vergangenen Jahr auf den Prüfstand gestellt worden. Der Grund: Der hoch verschuldete Kreis muss in den nächsten 15 Jahren 820 000 Euro jährlich sparen. Die Bibliothek landete auf der Liste, da die Ausleihzahlen kontinuierlich sinken und ein jährliches Defizit von rund 100 000 Euro erwirtschaftet wurde. Für das Haushaltsjahr 2012 ist sogar ein Minus von 126 000 Euro veranschlagt. Die Bibliothek bekam eine Galgenfrist bis Ende 2012 - diese Zeit nutzten Politiker und Bürger zur Debatte. Im April dieses Jahres demonstrierten über 1500 Schüler gegen die Schließung der Bibliothek, die SPD erarbeitete einen Zwölf-Punkte-Plan, ein Arbeitskreis suchte nach Strategien.

Pläne für die Zukunft: "Die Verwaltung möchte ihre Bemühungen auf eine Ausweitung des Angebots und der Werbeaktivitäten konzentrieren", sagt Landrat Heinz Onnertz. Die Bibliothek soll 2013 eine Homepage bekommen. Auch könnte es mehr Veranstaltungen geben. Onnertz setzt zudem große Hoffnungen in den neu gegründeten Förderverein. Die Gründung zeige großes privates Engagement. All dies gebe ihm Anlass zur Hoffnung, dass der Kreistag dem Vorschlag des Schul- und Kulturausschusses folgen werde. Die finanziellen Mittel werden vonseiten des Landkreises allerdings nicht erhöht. "Was der Bibliothek aber sehr zugutekommt, ist die Erhöhung des jährlichen Zuschusses durch die Verbandsgemeinde Daun von 15 400 auf 20 000 Euro", sagt Onnertz.

Ideen für die Zukunft: Auch die Mitglieder des Fördervereins haben viele Ideen. "Wir müssen überlegen, ob nur die Menschen zu den Büchern oder auch die Büchern zu den Menschen kommen können", sagt beispielsweise die Vorsitzende, Karin Jaskowsky. Vielleicht könne man Wege finden, die Bücher auch zu Menschen zu bringen, die weit entfernt wohnen. Auch für Veranstaltungen haben die Mitglieder schon Ideen. "Wir können hier beispielsweise Krimi-Lesungen machen", sagt Verleger und Autor Ralf Kramp auf der Gründungsversammlung. Außerdem könnten sich Vereinsmitglieder ehrenamtlich in der Bibliothek engagieren. 22 Mitglieder hat der Förderverein jetzt. "Wir freuen uns sehr, wenn es noch viel mehr werden", sagt Karin Jaskowsky.
Infos bei Karin Jaskowsky, Telefon 06572/932364, E-Mail: kpj1210@gmail.com
Meinung

Schritt in die richtige Richtung
Es ist ein starkes Signal an die Politik, wenn 1500 Schüler protestieren und Menschen einen Verein zur Unterstützung ihrer Bibliothek gründen. Jetzt heißt es dranbleiben. Denn ohne Engagement seitens der Verwaltung und der Bürger wird die Bibliothek nicht dauerhaft auf die Beine kommen. Eine Homepage ist ein erster Schritt - langfristig aber muss mehr getan werden, um die Attraktivität der Bibliothek zu steigern. Förderverein und Verwaltung müssen Hand in Hand arbeiten - damit das Wort Schließung endgültig der Vergangenheit angehört. m.meissner@volksfreund.deExtra

Jens Jenssen, Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag, sagt: "Das Angebot der Bibliothek muss auf der Höhe der Zeit weiterentwickelt werden. Die Bibliothek braucht eine eigene Internetpräsenz und einen Jahresveranstaltungsplan." Für Karl-Wilhelm Koch von den Grünen ist zudem eine "Anpassung an die neuen Medien und deren Nutzung" vonnöten. Ulli Meyer, die Linke, ist ebenfalls der Meinung, dass die Bibliothek "mehr Werbung machen muss". Edmund Geisen von der FPD wünscht sich "einen stärkeren Anschluss an die Schulen im Kreisgebiet". Herbert Schneiders, CDU, begrüßt die Gründung des Fördervereins und meint: "Selbstverständlich wird die CDU im Kreistag dem Erhalt der Kreisbibliothek zustimmen." Jörg Leclaire, FWG, sagt: "Alle Nutzer und Unterstützer der Kreisbibliothek sind aufgerufen, sich aktiv einzubringen." Auch Peter Lepper, BUV, sagt: "Eine Schließung kommt für die Bürgerunion nicht in Betracht." mem

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