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Soziale Dienste: Gute Nachricht für Patienten: Schwestern der Caritas sind weiter unterwegs

Soziale Dienste : Gute Nachricht für Patienten: Schwestern der Caritas sind weiter unterwegs

Die Coronavirus-Krise stellt auch den Caritasverband Westeifel vor große Herausforderungen. Was bleibt an Angeboten, was kann reduziert werden, auf was kann vorerst verzichtet werden. Direktor Winfried Wülferath gibt einen Überblick.

„Die Welt verändert sich für alle gerade drastisch. Keiner von uns hätte sich wohl noch vor einigen Tagen vorstellen können, welch gravierende Eingriffe wir in unserem privaten und beruflichen Alltag erleben“, beschreibt der Geschäftsführer des Caritasverbands Westeifel (umfasst die Kreise Bitburg-Prüm und Vulkaneifel), Winfried Wülferath, die derzeitige Gefühlslage. „Ziel muss es sein, gerade die Menschen, die uns anvertraut sind, so gut wie möglich zu schützen. Unsere Leute agieren engagiert, professionell und konsequent. Nur so können wir gemeinsam verhindern, dass eine größere Zahl unserer Patienten und Klienten, aber auch sie selbst sich mit dem Virus infizieren.“

Der Caritasverband ist auf vielen Feldern aktiv, die Palette  reicht vom Kinderschutz über Kleiderkammern bis hin zu Ehrenamtsdiensten und Tagespflegeeinrichtungen. Mit vielen unmittelbaren Kontakten der Mitarbeiter zu anderen Menschen, also das, was derzeit auf das Allernötigste zurückgefahren werden soll. „Deshalb haben wir natürlich genau hingeschaut, was aufrecht erhalten, was reduziert und was vorerst eingestellt werden kann“, erklärt Wülferath.

Fortgeführte Angebote der Caritas: Gute Nachricht für rund 1500 Patienten: Die häusliche Krankenpflege über die Caritas-Sozialstationen wird wie gehabt  fortgesetzt.

Es gibt mit dem Gesundheitsamt abgestimmte Pläne für den Fall, dass Mitarbeiter oder Patienten infiziert sind oder sicherheitshalber unter Quarantäne gestellt werden. Auch die hauswirtschaftliche Versorgung von Patienten über den Mobilen Sozialen Dienst läuft weiter, aber es werden derzeit in der Regel keine neuen Anfragen angenommen.

Außerdem können Einsätze je nach individueller Einschätzung reduziert werden. Die Familienpflege wird ebenfalls weiter ihre Einsätze wahrnehmen. Das gilt auch für die seit Sommer vergangenen Jahres bestehende spezialisierte ambulante Palliativversorgung (für Eifelkreis Bitburg-Prüm, Kreis Vulkaneifel und Verbandsgemeinde Ulmen), ihre Arbeit wird fortgesetzt, „und es werden neue Patienten aufgenommen“, teilt die Caritas mit. Auch Essen auf Rädern wird weiter ausgeliefert.

Wie steht es um die Dienststellen in den beiden Kreisen? Sie sind bis auf weiteres für persönliche Beratungsgespräche geschlossen. Eine Betreuung wird ähnlich wie in den kommunalen Verwaltungen  über Telefon und Onlineberatung fortgesetzt. Die Koordination erfolgt über die jeweilige zentrale Dienstellen-Telefonnummer.

Geschlossen sind: die Tafel in Prüm, aber laut Wülferath wird nach einer Alternative gesucht, wenigstens in begrenztem Maß Lebensmittel für die Tafelkunden zur Verfügung stellen zu können.

Die  Kleiderkammern in Daun und Jünkerath sowie das Mehrgenerationenhaus in Gerolstein und das Caritashaus der Begegnung in Irrel sind bis auf Weiteres geschlossen. Alle Ehrenamtsdienste (wie Hospiz, Besuchsdienste und Patenprojekte) stellen die persönlichen Kontakte ein und kommunizieren mit ihren Schützlingen nur noch per Telefon oder online. Die Mitarbeiter der Pflegestützpunkte bieten keine Hausbesuche oder persönliche Gespräche mehr an, sind aber weiterhin telefonisch zu erreichen. Geschlossen sind nun auch die Tagespflege-Einrichtungen in Kelberg, Daun und Gerolstein.

Auswirkungen auf die Belegschaft: Die Auswirkungen auf die 550 Mitarbeiter des Caritasverbands sind von Dienst zu Dienst unterschiedlich. Im überwiegenden Fall läuft die Lohnzahlung weiter, da die Mitarbeiter ihren Dienst weiter erbringen.

Bei Erkrankung oder Quarantäne tritt die übliche Lohnfortzahlung ein. Sollte es, bedingt durch den Wegfall der Kinderbetreuung, einigen Beschäftigten nicht möglich sein zu arbeiten, können vorher aufgebaute Mehrstunden, Urlaubstage oder unbezahlter Urlaub genommen werden. Zur Organisation der Kinderbetreuung kann aber vorab eine Frei­stellung bis zu drei Tagen bei Lohnfortzahlung erfolgen. Für die sogenannte systemkritischen Bereiche (wie die Pflege) stellen die Schulen und Kindergärten Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung. Der Verband hat sich laut Wülferath zunächst gegen die Einrichtung eigener Kinderbetreuungsplätze entschieden: „Dies auch vor dem Hintergrund, dass wir im Ansteckungsfall eine weitere Übertragung über die Kinder auf einen größeren Mitarbeiterstamm verhindern wollen.“

Auch bei der Caritas arbeiten mittlerweile Beschäftigte im Homeoffice, „für andere laufen die Vorbereitungen dafür. Dabei werden insbesondere die berücksichtigt, die aufgrund eigener Vorerkrankung ein erhöhtes Risiko haben“, sagt der 57 Jahre alte Gerolsteiner.

In bald 30 Jahren an der Spitze des Caritasverbands hat Wülferath viel erlebt, aber Corona ist doch eine einmalige Situation. „Natürlich gibt es Notfallpläne für viele Bereiche, aber hier handelt es sich um einen noch nie gekannten massiven Einschnitt in unsere Arbeit.“