Gute und böse Geister

Unsere germanischen Vorfahren waren den guten und bösen Geistern, wie wir heute dem Treiben guter und schlechter Politiker, schonungslos ausgeliefert. Unsere Altvorderen hatten aber wenigstens noch die Chance, die Geister mit Höllenlärm und Feuer in den hintersten Hinterbüsch zu vertreiben.

Das taten sie regelmäßig in der Silvesternacht und tranken dazu viel Met. Diese Rituale waren so erfolgreich, dass sie sich bis heute gehalten haben. Zu Silvester lassen wir es krachen, wie von allen guten Geistern verlassen - nur um die Geister von Haus, Auto, Betrieb, Boot, Aktienpaket und Familie fern zu halten. In diesem Jahr empfiehlt es sich bezüglich der Umbenennung in "Vulkaneifelkreis" ein paar Extraraketen zu verglühen: Damit uns "Poltergeist" Billen verschone und der "Große Geist" Bruch gnädig gesonnen sei. Karl-Peter Bruch, Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz, soll - wie allgemein schlecht informierte Kreise kolportierten - nicht nur gelächelt, sondern auch dementiert haben. Nämlich dass die Entscheidung für den Noch-Kreis Daun nur dann positiv ausfalle, wenn die SPD dort bei der Landtagswahl im kommenden März mindestens 50 Prozent der Stimmen erhält. Es verdichten sich vielmehr Gerüchte über geheime Pläne des Innenministeriums. Weg von Kirchturmspolitik und kleinkariertem Denken, unter geschickter Umgehung des Umbenennungsknatsches in der Eifel und mit optimalster Nutzung der EU-Förderung soll eine große, richtungweisende Idee umgesetzt werden: Die Gründung des Prototyps eines völlig neuen Euro-Kreises, einer deutsch-belgisch-luxemburgisch-französisch-niederländischen Verwaltungseinheit mit Sitz in Gerolstein. Diese Stadt wurde wegen folgender Gründe erwählt: Sie liegt zentral, ist wichtiger Bahnknotenpunkt, kann langjährige Erfahrungen mit Städtepartnerschaften in den Niederlanden und in Frankreich vorweisen, ist Zentralort im European Geopark und zudem sprächen die internationalen Geschäfts- und Radsportverbindungen des Gerolsteiner Brunnen dafür. Unter diesen Voraussetzungen darf man gespannt sein, ob Heinz Onnertz bei der Landratswahl für den neuen Euro-Kreis kandidieren wird. Es wird gemunkelt, dass er und seine Frau Cheryl in die USA zurückkehren wollen, allein schon deshalb, weil im Holzhaus in Daun-Neunkirchen der Wurm steckt. Mir wäre es lieber, Onni würde hier bleiben und bei uns auf den Bus(c)h klopfen, bekennt Pitter und wünscht alles Lesern ein gutes neues Jahr!