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Häuptling wird freiwillig zum Indianer

Häuptling wird freiwillig zum Indianer

Stabwechsel in der Organisationszentrale des großen Motorsportereignisses: Otmar Anschütz wird der Nachfolger von Peter Schlömer als Leiter des Eifel-Rallye-Festivals. Und hat gleich eine wichtige Aufgabe zu übernehmen: Er fliegt nach London, wo die Dauner Veranstaltung zum dritten Mal in Folge für eine Motorsport-Ehrung nominiert ist.

Daun. Nur über irgendwelchen Dokumenten und Zeitplänen zu sitzen, von Termin zu Termin zu hetzen und ständig den Handyknopf im Ohr zu haben, das ist nicht seine Sache: Ab und zu muss Peter Schlömer auch mal das machen, wofür er seit Jahren Zeit und Nerven opfert und sich ein großes Netzwerk in der Motorsport-Szene, insbesondere bei den "Rallye-Freaks", erschaffen hat.Erfahrung weitergeben


Dann tauscht er den Bürostuhl und die "Orga"-Zentrale mit dem engen Schalensitz in seinem Talbot Sunbeam und mutiert zum "Pistenräuber" auf der Wertungsprüfung. So wie am vergangenen Wochenende beim Saisonabschluss rund um den Nürburgring, der Rallye Köln - Ahrweiler. Ob er in Zukunft mehr Zeit haben wird, sich aktiv seiner Passion zu widmen, sei noch dahingestellt. Fest steht jedoch: Schlömer übergibt die Organisation des 2011 ins Leben gerufenen Festivals an seinen Dauner Klubkollegen Otmar Anschütz. "Ich habe bereits vor zwei Jahren angekündigt, dass 2016 mein letztes Jahr als Orga-Leiter des Rallye-Festivals sein wird", erzählt Schlömer und betont: "Das geht alles völlig ohne Misstöne über die Bühne. Aber das Amt kostet Zeit und Nerven. Das bleibt nicht in den Kleidern stecken. Außerdem bin ich ja auch seit mittlerweile 35 Jahren Vereins-Vorsitzender. Und wir haben nicht nur mit Otmar einen Mann, der in meine Fußstapfen treten wird, sondern eine wunderbare junge Mannschaft im Club, die allmählich die Verantwortung übernehmen wird."
Genau wie Schlömer wird auch Karl Fries, bisher Leiter der Streckensicherung, im nächsten Jahr offiziell seinen Posten abgeben. "Wir geben aber beide unser Wissen und unsere Erfahrung aus mittlerweile sechs Jahren Rallye-Festival noch weiter. So ein Wechsel bei einer Veranstaltung, zu der an drei Tagen ein paar zehntausend Menschen in die Vulkaneifel kommen, geht ja auch nicht von heute auf morgen", sagt der 60-Jährige, der augenzwinkernd erklärt: "Ich habe mich selbst aus freien Stücken degradiert. Vom Häuptling zum Indianer." Sein designierter Nachfolger hat bereits in dieser Woche seine erste große Aufgabe, eine repräsentative Pflicht, zu erledigen. Gemeinsam mit Petra Müller (Schlömer: "Unsere Finanzministerin") wird Otmar Anschütz nach London fliegen, wo die Dauner Veranstaltung zum dritten Mal in Folge für den International Historic Motoring Awards nominiert ist.
"Eine Ehre für uns, dort bei den ganz großen historischen Veranstaltungen des weltweiten Motorsports dabei sein zu dürfen", sagt Anschütz. Gerade für eine Rallye-Veranstaltung und nicht etwa ein elitäres Rundstrecken-Rennen ist das eine ganz seltene Auszeichnung, dort dabei sein zu dürfen.Seltene Auszeichnung


Derweil stehen die Daten für die siebte Auflage des Eifel-Rallye- Festivals im kommenden Jahr schon fest. Vom 20. bis 22. Juli 2017 werden die Rallyefans aus ganz Europa Daun und die umliegenden Gemeinden wieder mit Beschlag belegen. Wie bisher werden wieder 150 besondere Exemplare der Rallye-Geschichte zugelassen werden. Am Konzept, sagt Anschütz, der bisher der Leiter der Rallyemeile in der Dauner Innenstadt war, werde sich nichts ändern: Donnerstag Auftakt, Freitag und Samstag Wertungsprüfungen mit Rallye-Meile in Daun und jede Menge Action drum herum.
Die Zukunft des Rallye-Festivals liegt angesichts der seit langer Hand geplanten Staffel-Übergabe in guten Händen. In dieser Woche gilt es zunächst, sich den Lohn abzuholen und im Glanz des großen Motorsport-Ereignisses in London zu feiern.