Hampelmann statt Halloween

Hampelmann statt Halloween

Mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun, Werner Klöckner, als Schirmherrn ergreifen Bäcker Josef Utters, der Lions-Club Daun und der Gewerbe- und Verkehrsverein Daun die Initiative. Sie wollen eine fast eingeschlafene Tradition in Erinnerung rufen und damit auch etwas für einen guten Zweck tun.

Daun. "Ich bin ein kleiner König, gebt mir nicht zu wenig…": Das Lied ist vielen, vor allem aus der Kindheit und Jugendzeit, noch gut bekannt, als der Nachwuchs (aber auch Erwachsene) an den Karnevalstagen von Haus zu Haus zogen. Ihr Gesang wurde mit Süßigkeiten (für die Großen gab es ein Getränk) belohnt. Kein Wunder, dass das Singen (in Daun zum Beispiel an Weiberdonnerstag) für die Kinder ein ganz besonderer Tag war. Und heute? Der Brauch ist fast verschwunden, stattdessen kann es passieren, dass Kinder an Halloween (31. Oktober) klingeln und nach "Süßem oder Saurem" fragen? "Halloween? Nein danke!", sagt Bäckermeister Josef Utters aus Dockweiler. Er bedauert es sehr, dass auch in den Dörfern die Tradition des "bokere john" immer mehr eingeschlafen ist. Der alte Eifeler Ausdruck kommt von "Boken" (Maske) und "Bokert" (Maskenträger), "bokere john" bedeutet also "maskiert gehen". Dass die Tradition zusehends an Bedeutung verliert, will Utters nicht einfach tatenlos hinnehmen. Schon seit Längerem versucht er, das Brauchtum zu erhalten und nach Möglichkeit wiederzubeleben. "Nachdem kaum noch ein Kind ‚singen' kam, reifte in mir die Idee, diese Tradition neu zu beleben", begründet er seine Motivation. Und so kam seine Aktion zustande: Für jeden "Bokert", ob groß oder klein, der bis einschließlich Karnevalsdienstag in seinen Geschäften kostümiert ein Ständchen vortrug, spendete Utters einen Betrag für einen guten Zweck.
Der bisherige Erfolg hat ihn ermuntert, seine Initiative auf die gesamte Verbandsgemeinde (VG) Daun zu übertragen. Dafür hat er zahlreiche Mitstreiter gefunden: den Lions-Club Daun, den Gewerbe- und Verkehrsverein Daun und - als Schirmherrn - den Bürgermeister der VG Daun, Werner Klöckner.
Für ihn ist das "bokere john" in vielen Orten "ein altbekannter und noch fest in der vertrauten Erinnerung bestehender, wenn auch leider nur mehr wenig gelebter Begriff". Er freue sich sehr, dass die Initiatoren um Josef Utters "diesen alten Brauch wieder neu aufleben und beflügeln" wollen. Denn das passe in den in der VG laufenden Prozess "WEGE - Wandel erfolgreich gestalten". "Dabei geht es auch darum, Traditionen zu wahren, die die Generationen miteinander in Kontakt bringen", sagt Klöckner. Und stellt klar: "Wir brauchen hier bei uns kein Halloween."
So soll es funktionieren: Ein von der Firma Heller Kunst aus Dreis-Brück gestalteter Hampelmann - kostümiert, versteht sich - soll die Häuser und Geschäfte kenntlich machen, die an der Aktion teilnehmen. Zusätzlich wird der Hampelmann in Geschäften in Daun und Umgebung für zehn Euro verkauft.
Wie kommt der Preis zustande? "Der Einkaufspreis beläuft sich auf 6,50 Euro, die zusätzlichen 3,50 Euro sind für einen guten Zweck gedacht", erklärt Utters. Konkret heißt das: Mit dem Erlös wird der Verein Little Prinz unterstützt, der Projekte in Kenia fördert. Im März nächsten Jahres will der Bäckermeister das Geld selbst nach Afrika bringen. Aber zuvor gilt es, noch mehr die Werbetrommel für die Initiative "bokere john" zu rühren, beispielsweise ab Januar in den Schulen und Kindergärten in der VG Daun. Zudem gibt es in Kürze die Internetseite <%LINK auto="true" href="http://www.bokere-john.de" text="www.bokere-john.de" class="more"%> sts
Der im Jahr 2009 gegründete gemeinnützige Verein Little Prinz unterhält im afrikanischen Kenia ein Waisenhaus und eine Schule. Kontakt: Sabine Kapell, Betteldorf, Telefon 0160/99882613, Internet: <%LINK auto="true" href="http://www.kinderhilfsprojekt-littleprinz.de" text="www.kinderhilfsprojekt-littleprinz.de" class="more"%>

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