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Hanna Jansen aus Sassen schreibt Buchserie für Kinder über Landliebe

Kinderbücher : Drei Bände über die Liebe zum Land

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Hanna Jansen aus Sassen hat eine Roman-Reihe für Sechs- bis Neunjährige begonnen: der erste Teil, „Hasen in der Nase“, erschien soeben bei Peter Hammer, einem der renommiertesten deutschen Kinderbuchverlage.

Bücher für Kinder und Jugendliche hat Hanna Jansen, die mit Familie und Tieren im liebevoll renovierten Sassenhof lebt, schon viele geschrieben. Eines mit dem Titel „Herzsteine“ ist zur Prüfungslektüre in Baden-Württemberg avanciert, manche wurden ins Chinesische oder Koreanische übersetzt, eroberten auch den US-amerikanischen und britischen Markt. Doch eine Reihe mit Protagonisten und Schauplätzen, die genug fantasievollen Stoff für mehrere Bücher liefern, war für sie und auch den Peter-Hammer-Verlag etwas ganz Neues. Jakob heißt der etwa achtjährige Held, dessen alleinerziehende Mutter der Liebe wegen aus der Stadt fort und zu einem neuen Partner in ein Eifeldorf zieht. Und er muss mit – widerwillig und voller Abneigung gegen „Landeier“. Pilot will er werden und hat mit Viechern nichts im Sinn. Doch natürlich darf sich all das an der Seite von Pia, einem starken Mädchen, im Laufe von drei herzerfrischenden Bänden auf überraschende Weise ändern und entwickeln.

„Die Geschichte bietet viel Spielraum für reale Themen, die Kinder bewegen“, erzählt die Autorin, „das komplizierte Zusammenfinden in einer Patchworkfamilie, die Ablösung vom Vertrauten und die Entdeckung eigener Welten. Mal spannende und mal unheimliche Erlebnisse in der Natur, das Kennenlernen neuer Freunde und andersartiger Verhaltensweisen, die Begegnung mit alten Menschen und ihren Traditionen… mir gehen die Ideen da nicht aus.“

Das Dorf am Fuße des Hochkelbergs, in dem sie seit etwa zehn Jahren lebt, stand mit einigen seiner Bewohner natürlich Pate für das fiktive Meisenweil. „Es gibt einen schönen Spruch: „Zum Aufwachsen eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf“, verweist Hanna Jansen auf eine afrikanische Inspirationsquelle. „Das Hauptmotiv für die Wahl des Stoffs war für mich und ebenso für den Verlag, das Leben auf dem Land so zu beschreiben, dass Kinder sich darin wiederfinden.“

Die Gefühlswelt der jungen Leserinnen und Leser kennt sie genau. Sie selbst hat viele Kinder großgezogen, zwei Enkel im Grundschulalter dienten jetzt als Testleser und fanden den Ton gut getroffen. Im Buch hat Jakob aus seiner alten Heimat einen Plüschesel in die neue Heimat mitgebracht, der ihm als innerer Halt und manchmal kritischer Gesprächspartner dient. Es gibt Ängste zu überwinden und Dinge neu zu beurteilen – all das schildert Hanna Jansen sprachlich konsequent aus der Sicht des Jungen.

Leiser, nie platter Humor ist immer mit von der Partie. Der erste Band, der Jakobs Geschichte erzählt, heißt nach einem Satz im Buch „Hasen in der Nase“. Er spielt im Sommer, wurde jedoch im Winter geschrieben. Der zweite, bereits fertige und rund um Weihnachten spielende Band bekommt den Titel „Stroh unterm Po“, für den geplanten dritten Band der Reihe, ein Frühlingsbuch, ist noch kein Titel gefunden.

Hanna Jansen ist der direkte Draht zu ihrem Lesepublikum und zu Nachwuchstalenten sehr wichtig. So arbeitete sie etwa dank Förderung der Nikolaus-Koch-Stiftung für die im Eifelbildverlag vor kurzem erschienene Anthologie „Wir sind hier“ auch mit älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Schreibwerkstätten. Sie stärkt die Kreativität literaturinteressierter junger Menschen, hält Lesungen oder Workshops ab. All das musste in Coronazeiten unterbleiben oder aber andere Formen annehmen. Digitale Lesungen und Werkstätten waren und sind für sie ein geeigneter Weg. Gemeinsam mit der Jünkerather Literaturpädagogin Ulrike Erb-May wird es demnächst ein digitales Seminar zu Kinder- und Jugendbuchliteratur geben.

Infos zum Buch: Hanna Jansen, Hasen in der Nase. Mit farbigen Illustrationen von Leonard Erlbruch. Peter Hammer Verlag. 114 Seiten. Hardcover. 14 Euro ISBN 978-3-7795-0658-4