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Hans-Hermann Grewe tritt als Vorsitzender des GeroTeams zurück.

Wirtschaft : Hans-Hermann Grewe tritt als Vorsitzender des GeroTeams Gerolstein zurück

Bereits 2019 hatte er seinen Rücktritt als Vorsitzender des GeroTeams angekündigt, im Januar geht Hans-Hermann Grewe von Bord. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

Alle drei Jahre wählen sich die Gerolsteiner Gewerbetreibenden einen Vorsitzenden. Hans-Hermann Grewe ist 2013 angetreten, wurde 2016 erneut bestätigt und wird den Verein im Januar somit rund sieben Jahre lang geleitet haben. „Ich habe mich im Mai dieses Jahres bereit erklärt, den Vorsitz bis zur Jahresvollversammlung im Dezember weiter zu übernehmen“, sagt Grewe. Bei der Zusammenkunft aller Mitglieder des GeroTeams hätte eine Vorstandswahl stattfinden sollen. Doch die Veranstaltung ist der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen - wie auch alle anderen großen Vorhaben des Vereins in diesem Jahr. „Ab dem 4. Januar lasse ich den Posten ruhen, Gerlinde Blaumeiser wird kommissarisch übernehmen“, erklärt Grewe.

Das für die Gerolsteiner Geschäftswelt vermurkste Corona-Jahr 2020 habe nicht zu seiner Entscheidung geführt, nicht mehr anzutreten: „Zwei Amtszeiten waren genug, jetzt müssen frische Leute und Ideen her“, ist Hans-Hermann Grewe überzeugt. Wer die Führung des GeroTeams übernimmt, stehe noch in den Sternen, sagt Gerlinde Blaumeiser auf Anfrage. „Um das zu entscheiden, müssen wir eine Vollversammlung abhalten - und die ist zurzeit nicht durchführbar. Wahrscheinlich auch in den kommenden Monaten nicht.“ Eines sei aber klar: „Der Einzelhandel in der Stadt steht nach dem bereits zweiten Lockdown in diesem Jahr vor einer existenziellen Herausforderung und ein Ende ist zurzeit nicht abzusehen.“

Die rund 90 Mitglieder des Vereins seien fest gewillt, die schwierige Phase zu überstehen: „Bei manchen klappt es ganz gut, andere haben aufgrund ihres Geschäftsmodells größere Schwierigkeiten.“ Gegenwärtig versuchen der Handel und die Gaststätten, ihre durch die Schließung bedingten Einnahmeverluste mit einem Lieferservice aufzufangen - auch eine kontaktfreie Abholung von bestellten Artikeln sei möglich, sagt Blaumeiser. „Und wir sind unseren Kunden sehr dankbar dafür, dass sie das Angebot annehmen und uns unterstützen.“

Das GeroTeam weist auf den Service im Internet hin. Sowohl auf der vereinseigenen Homepage als auch in den sozialen Medien bieten die Geschäfte der Stadt - und es sind fast alle - diese Art Dienstleistung an. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren sehr bemüht, unsere Präsenz in den modernen Medien auszubauen“, sagt Hans-Hermann Grewe. Nicht alle Mitglieder hätten an diesem Strang mitgezogen. „Es war schwierig. Und jetzt, in Corona-Zeiten, ist das virtuelle Angebot unverzichtbar.“

Grewe appelliert an die Kundschaft, weiter regional einzukaufen - wenn auch über das Internet. „Die Konkurrenz durch die großen Online-Portale führte schon in „normalen“ Zeiten zu Geschäftsschließungen in den Innenstädten, jetzt wird sie übermächtig.“ Es sei ihm unverständlich, sagt Grewe, dass die Politik hier nicht eingreife. „Zumal die Auslieferungsfahrer täglich Dutzende Kontakte haben und nicht nur selbst gefährdet sind, sondern auch die Empfänger anstecken können.“

Auch für die Mitarbeiter in den Versandlagern sei die Gefahr einer Infektion groß. „Und wenn ich mir so anschaue, unter welchen miesen Bedingungen die Fahrer zu leiden haben, glaube ich nicht daran, dass in den Lagern die Corona-Vorschriften wortgenau eingehalten werden.“

 Unternehmerin Gerlinde Blaumeiser führt derzeit den Gewerbeverein Gero lstein.
Unternehmerin Gerlinde Blaumeiser führt derzeit den Gewerbeverein Gero lstein. Foto: Vladi Nowakowski

Welches Fazit zieht der scheidende Vorsitzende? „Es war eine nette und manchmal auch stressige Zeit. Wir haben gemeinsam erfolgreiche Strategien entwickelt, haben als Verein fast alle Feste in Gerolstein mit unterstützt und über die Jahre hinweg eine konstante Mitgliederzahl gehalten.“ Einen Wunsch hätte er noch, sagt Grewe: „Es sollten sich dem Gewerbeverein in Zukunft mehr Handwerker, Ärzte und Dienstleister anschließen. Denn wenn es der Stadt gut geht, profitieren auch sie davon. Gemeinsam lässt es sich besser gestalten.“