Heimatkunde neu belebt

Zu einem Umweltbildungs-Parcours haben sich rund 400 Kinder aus Kitas und Grundschulen am Weinfelder Maar getroffen. Der Unesco-Geopark Vulkaneifel hat die Kinder über Vulkanismus und Erdgeschichte der Vulkaneifel informiert.

Daun (AIX) "Ich fand am besten, was die Leute über die Steine erzählt haben, wie alt die sind", "Mir hat die Geschichte gefallen, die der Mann an der Kirche über das Dorf erzählt hat, dass da ein ganzes Dorf verschwunden ist", "Mir hat gefallen, was der Mann über die Bienen erzählt hat und die Frau auch, dass die Bienen ganz wichtig sind und wir ohne Bienen gar keine Früchte hätten": So fassen einige Kinder ihre Eindrücke vom Umweltbildungs-Parcours rund ums Weinfelder Maar zusammen. Einen Vormittag lang sind Kindergarten-Gruppen und Schulklassen aus Daun, Gillenfeld, Meerfeld, Mehren, Strohn, Uersfeld und Üxheim rund ums Maar gewandert. An einem Dutzend Stände, aufgebaut zwischen der Weinfelder Kapelle und dem Dronketurm, basteln sie, hören zu und stellen Fragen. Die Themen sind vielfältig. Das Hauptthema Vulkanismus und Erdgeschichte mit der Entstehung der Maare lernen die Kinder aus verschiedenen Blickwinkeln an mehreren Ständen kennen. Die Ziegen und Esel, die im Maarkessel weiden, faszinieren Kinder und Erwachsene. Dass die Tiere damit Naturschutz betreiben, ist für viele neu. Aber auch Imkermeister Thomas Körsten und seine Auszubildende Hanna Bicker zeigen lebende Tiere: Mit einem gläsernen Bienenstock erklären sie den Kindern das Leben eines Bienenvolks und die Bedeutung der Bienen für die Umwelt.
Das zeigt sich deutlich am Stand der Gillenfelder Schule am Pulvermaar. Hier erklären ältere Schüler, unterstützt von ihren Lehrern Silke Utecht und Daniel McClellan, den Jüngeren, warum sie Schafe halten und wie viel Arbeit damit verbunden ist. Am Friedhof der Weinfelder Kapelle erzählt Peter Hartogh, Ortsbürgermeister von Schalkenmehren, den Kindern sowohl die Sage als auch die tatsächliche Geschichte, warum das Dorf Weinfeld nicht mehr existiert.
"Was wir hier anbieten, ist ja ganz klassische Heimatkunde", erklärt Andreas Schüller, Geschäftsführer des Unesco-Natur- und Geoparks Vulkaneifel. Da stecke auch der wichtige Ansatz dahinter, "dass wir eine stärkere Bindung der Jugend an die eigene Region kreieren wollen, damit sie sich nach Berufsausbildung oder Studium hier nach Arbeitsplätzen umsehen." Damit arbeite das Angebot "perspektivisch gegen den demografischen Wandel", hebt Schüller hervor. Beim Parcours rund ums Weinfelder Maar steht besonders die Umweltbildung im Vordergrund.Extra: NATUR- UND GEOPARK VULKANEIFEL


Der Natur- und Geopark Vulkaneifel ist vor zwei Jahren als Unesco-Geopark ausgezeichnet worden. Das Gebiet reicht von Ormont bis Bad Bertrich mit den Landkreisen Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich und Cochem-Zell. Ziel ist es, das geologische Erbe der Landschaft und die Natur in den Vordergrund zu stellen und einen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung der Region zu leisten.