Heimatkundler trägt Familiendaten aus drei Jahrhunderten zusammen

Heimatkundler trägt Familiendaten aus drei Jahrhunderten zusammen

Wo kommt meine Familie her, wer waren meine Vorfahren, und wo sind sie im Laufe der Jahrhunderte hingezogen? Fragen über Fragen, die mit einem neuen Familienbuch für die Pfarrei St. Hubertus Hilgerath/Beinhausen beantwortet sind - Zumindest für die vergangenen 220 Jahre.

Sarmersbach. Alle vorhandenen Kirchenbücher von 1685 bis 1905 und Standesamtsakten von 1803 bis 1934 hat Heimatkundler Alois Mayer in dreijähriger Arbeit akribisch ausgewertet. Herausgekommen ist ein umfangreiches Werk von 640 Seiten mit 11 500 erfassten Personen, das wohl die Fragen vieler Struthbewohner zu ihrer Familie beantwortet. Alois Mayer kennt die Struth mit ihren sieben Dörfern gut, denn 1965 trat er hier in der Volksschule Nerdlen/Sarmersbach seinen Dienst als Lehrer an. "Liebe Struther, wenn ihr darin blättert, werdet ihr viel Interessantes finden", sagte Alois Mayer zu den rund 90 Gästen im Gemeindehaus Sarmersbach.
Bruno Wagner (49) aus Gefell hat die Ahnentafel seiner Oma mitgebracht und vergleicht seine Daten nun mit denen aus dem Buch. "Im Grunde habe ich alle Daten, aber ich schaue mal nach, ob ich noch etwas Neues finde über meine Familie. Ich erwarte noch einige Feinheiten und klare Belege. Wichtig ist für mich, dass in dem Buch auch die Paten genannt werden", sagt er.
Matthias Braun aus Nerdlen hat schon früh mit der Ahnenforschung begonnen. "Ich habe schon einen Stammbaum meiner Familie bis 1645 gemacht. 2009 habe ich damit angefangen und immer weiter gemacht, ich war dafür auch im Trierer Bistumsarchiv. Das Buch interessiert mich sehr, weil ich darin alles über die Geschichte von Hilgerath erfahre und mich über alle Familien hier informieren kann und natürlich die eigene Familie", erzählt der 21-Jährige.
Mit der Auflage von 280 Exemplaren dürfte das Familienbuch auch schnell ausverkauft sein, denn es gab bei der Vorstellung des Buches einen wahren Ansturm darauf, innerhalb kurzer Zeit waren die 75 mitgebrachten Familienbücher verkauft.
Mayer erzählte den Zuhörern vom "Kuddelmuddel im Mittelalter" und von der Hilgerather Geschichte. Demnach habe es dort eine heidnische Kultstätte, aber nie ein Dorf gegeben. Vielmehr hätten Eifelmissionare dort ein Bethaus oder eine Kirche errichtet. HG
Das Buch der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde ist zum Preis von 32 Euro bei den Ortsbürgermeistern zu erwerben.

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