Heimkehr zur Familie

Nach sieben Jahren verlässt Vitali Bittner das Haus der Jugend (HdJ) Daun. Er wagt an seinem Wohnort Neuwied einen beruflichen Neuanfang in der Beratungs- und Familienhilfe. Am 29. Juni wird der 40-jährige Sozialarbeiter verabschiedet.

Daun. "Es war eine wichtige Lebensphase und eine Bereicherung hier für mich. Ich bin den Menschen, die mir das hier ermöglicht haben, sehr dankbar. Denn ich habe mich hier in menschlicher und fachlicher Hinsicht weiterentwickelt", erzählt Vitali Bittner.
Nach sieben Jahren verlässt der 40-Jährige das HdJ im alten Dauner Bahnhof und kehrt in seinen Wohnort Neuwied zurück. Dort tritt er am 1. August eine neue Arbeitsstelle an und macht einen beruflichen Neuanfang in der Beratungs- und Familienhilfe. Am Freitag, 29. Juni, wird er von den Jugendlichen und der Arbeitsgemeinschaft Jugend verabschiedet.
Jeden Tag 170 Kilometer


Anfang 2005 fing Vitali Bittner im HdJ Daun an. Er war damals sieben Monate lang arbeitslos, wollte in der offenen Jugendarbeit tätig werden und bewarb sich um die Stelle in Daun. "Ich wusste damals allerdings nicht, wo Daun überhaupt liegt. Die Entfernung schien mir nicht zu weit, ich wollte unbedingt arbeiten", erzählt er.
Seine Aufgabe als Fachkraft im HdJ war es, den Alltag zu gestalten, Projektarbeit und besonders die Jungenarbeit zu fördern - etwa 85 Prozent der Jugendlichen im Haus sind Jungs.
Der Jugendhauschef veranstaltete viele Freizeit- und sportpädagogische Projekte. Zudem baute er die Basketball-Arbeitsgemeinschaft auf. Viele Dinge hätten der Vorstand, seine Kollegin Julia Küker und er auf die Beine gestellt, resümiert Bittner, und ergänzt: "Ich habe sehr viel Herzblut hier in den Job gesteckt."
Doch sieben Jahre jeden Arbeitstag 170 Kilometer zu fahren, ein täglicher Arbeitsweg von zwei Stunden ("Ich habe in dieser Zeit siebenmal die Welt umrundet, wenn ich all die Kilometer zusammenzähle"), und die Trennung von der Familie fordern ihren Preis.
Das ist für Bittner auch der Grund für seinen Abschied aus Daun. "Als ich hier anfing, war mein ältester Sohn drei Jahre, jetzt ist er zehn. Mein jüngster Sohn ist jetzt sechs Jahre alt - und das ist genau die Zeit, wo mich beide mehr brauchen", sagt er. Er sehe seine Familie fast gar nicht und führe eine Art Parallelleben. "Wir sagen immer, die Eltern müssen sich für die Kinder mehr Zeit nehmen. Das ist der Grund, warum ich nach Neuwied zurückkehre", sagt er.