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Heimweberei-Museum Schalkenmehren steht weiter vor Problemen

Heimweberei-Museum Schalkenmehren : Die Sorgen sind groß – auch ohne Virus

Das Heimweberei-Museum in Schalkenmehren hat geschlossen. Vor allem die Bauarbeiten am neuen Dorfgemeinschaftshaus – machen dem Arbeitskreis zu schaffen und auch der fehlende Nachwuchs bringt langsam Probleme mit sich.

Das Heimweberei-Museum in der alten Schalkenmehrener Schule war seit 1993 ein beliebter Anziehungspunkt für Touristen und ein fest etablierter Kulturstandort der Vulkaneifel. Auf mehreren Etagen werden dort eigentlich die alte Handwerkskunst des Webens und die Bedeutung des „Maartuchs“ vorgestellt. Ein eigener Ausstellungsbereich erinnert an das Leben und Werk der Lehrerin Anna Droste-Lehnert, die in den späten 1920er Jahren die Heimweberei-Genossenschaft gründete (siehe Info). So beliebt das kleine Museum aber auch ist, seit mehr als einem Jahr liegt es im Dornröschenschlaf – wann es wachgeküsst werden kann, ist aktuell noch ungewiss.

Im April 2019 wurde damit begonnen, an das ehemalige Schulgebäude ein neues Mehr-Generationen-Haus anzubauen, seitdem blieben die Türen des Museums geschlossen. Die zwölf Arbeitskreismitglieder, sie kümmern sich um den Betrieb des Museums, können wegen Sperrungen des Schulgeländes und großer Baumaschinen keine Besucher mehr empfangen, um Führungen anzubieten. Das Museum ist zum „Patienten“ geworden. So kam man bis jetzt mit den strengen „Corona-Vorgaben“, die eine Museumsschließung forderten, erst gar nicht in Berührung.

Ortsbürgermeister Peter Hartogh, der heute in dem ursprünglichen Geschäftsgebäude der Genossenschaft in der Mehrener Straße wohnt, weiß ob der Bedeutung des Hauses für den Fremdenverkehrsort: „Das Heimweberei-Museum ist und bleibt wichtiger Bestandteil des Gemeindezentrums um die Alte Schule mit der Kirche und dem neuen Mehrgenerationenhaus, ein Heimatdorfgebäudekomplex. Es ist Teil unserer Dorfgeschichte.“ Leider sei eine zunächst vorgesehene Öffnung während der Bauphase nicht möglich gewesen. Erschwerend hinzugekommen sei dann schließlich die Corona-Situation.

Gangolf Droste ist seit Oktober 2017 Museums- und Arbeitskreisleiter. Er blickt mit Sorgen auf die aktuelle Schieflage. Er ist ein Enkel der Wohltäterin Anna Droste-Lehnert und betreut das Museum als ein „greifbares“ Andenken an seine Großmutter Anna. „Die Coronakrise und die Baumaßnahmen zwingen uns leider, das Museum länger geschlossen zu lassen als ursprünglich geplant“, sagt er. Durch die Bauarbeiten seien doch größere Verschmutzungen aufgetreten als erwartet. „Die Reinigungsarbeiten und die Umgestaltung des Museums können aber erst nach Ende der Bauphase am Mehrgenerationenhaus in Angriff genommen werden.“ Bei den notwendigen Arbeiten werde ganz besonders das Museumsteam im Vordergrund stehen. Bei regelmäßigen Treffen sollen immer wieder neue Ideen diskutiert und die Umsetzung in die Praxis versucht werden.

Hartogh steht im engen Kontakt mit Droste: „Mit dem Heimweberei-Arbeitskreis wird es ein Treffen geben, wie eine feinfühlige Neugestaltung und Neuausrichtung aussehen könnte. Wahrscheinlich kann das Museum zeitnah wieder öffnen. Mit Arbeitskreis- und Museumsleiter Gangolf Droste haben wir dabei einen kompetenten Ansprechpartner.“

Droste wagt einen Blick in die Zukunft: „Es ist wahrscheinlich, dass eine Wiedereröffnung im Spätsommer 2020 oder sogar erst 2021 möglich sein wird.“ Nun komme aber erschwerend die Sorge um den Nachwuchs im Arbeitskreis hinzu. „Damit die Zahl der ehrenamtlichen Helfer im Team konstant bleibt, sprechen wir immer wieder vor allem Gemeindemitglieder an, die eventuell bereit sind, unsere Gruppe bei der sonntäglichen Museumsaufsicht einmal im Monat zu unterstützen. Die schrittweise Umgestaltung und Renovierung des Museums wird sich leider den stark gekürzten Mitteln der Ortsgemeinde anpassen müssen.“

Dabei sei laut Droste an den Besucherrückmeldungen durchaus die Einzigartigkeit des Heimweberei-Museums zu erkennen: „Dieses Projekt muss als besonderes kulturelles Gut der Ortsgemeinde Schalkenmehren für ihre zahlreichen Besucher erhalten bleiben.“ Er hofft dabei auf eine schnelle Öffnung, denn die Saison habe ja eigentlich bereits begonnen.