Heiße Luft gegen Holzwürmer

Heiße Luft gegen Holzwürmer

Die Filialkirche Maria Himmelfahrt ist trockengelegt und an das Ortskanalnetz angeschlossen worden. Nun erhält sie noch einen neuen Innenanstrich. Deshalb wurden die Kirchenbänke hinausgetragen und - in schwere Folie verpackt - in einem Spezialverfahren vom Holzwurm befreit.

Kelberg-Rothenbach. (bb) Was auf dem Parkplatz an der Rothenbacher Kirche zunächst wie das Werk eines Verpackungskünstlers aussehen mag, sind tatsächlich die aufeinandergestapelten und von hellgrauer Folie umhüllten Bänke aus der Kirche. Eben drängt sich ein halbes Dutzend Dorfbewohner um Pastor Klaus Kohnz (Müllenbach) und Paul Emmerichs vom Verwaltungsrat der Kirchengemeinde - haben doch die beiden die Folie einen Spalt breit geöffnet. "Wie in der Sauna", sagt Thorsten Blum und meint die heiße Luft, die aus dem Inneren herausströmt. Den Hintergrund der Aktion erklärt der Pastor: Die Kirchenbänke seien wurmstichig gewesen, und daher habe ihm das Bistum eine Spezialfirma aus Leiwen/Mosel empfohlen. "Deren Behandlung basiert darauf, dass die im Holz lebenden Larven aus Eiweiß und Wasser bestehen und eine Temperatur von 45 Grad Celsius nicht überstehen." Dazu seien die Bänke dicht verpackt und heiße Luft in das Innere geleitet worden. "Am 15. August, dem Maria-Himmelfahrts- und Patronatstag der Kirche", beantwortet der Pfarrer die Frage nach der Wiedereröffnung. Bis dahin sollen der Innenanstrich angebracht und die Kirche wieder eingerichtet sein. Als Voraussetzung waren die Kirchenmauern trockengelegt und der Turm saniert worden; außerdem wurde die Kirche an das Ortskanalnetz angeschlossen.

Mit Speck und Butter bezahlt



Mit dem Bau des Gotteshauses war 1946 begonnen worden; die Einweihung war 1950. "In Eigenleistung gebaut und mit Speck und Butter bezahlt", bringt Pastor Kohnz die Baugeschichte aus den Berichten älterer Pfarrangehöriger auf den Punkt. Bereits in den Jahren 1992 bis 1994 war die Kirche innen und außen renoviert worden und hatte einen neuen Altar bekommen. Die jetzige Maßnahme kostet etwa 22 000 Euro. "Aber alles, was die Leute selbst erledigen können, wird in Eigenleistung gemacht", lobt Kohnz die Rothenbacher.

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