Heißes Eisen für klamme Gemeinde

Heißes Eisen für klamme Gemeinde

WALLENBORN. Die Gemeinde Wallenborn ist mit einem europaweit einmaligen Naturschauspiel gesegnet: dem Wallenden Born. Allerdings ist der "Brubbel" nicht nur ein Segen, denn der finanzschwache Ort muss für die Unterhaltung aufkommen.

Der Wallenborner "Brubbel" ist der zur Zeit einzige aktive Kaltwassergeysir Deutschlands. 2001 wurde das Wahrzeichen der Gemeinde für rund 450 000 Euro saniert. Die imposanten Fontänen ziehen etwa 60 000 Besucher jährlich in den 500-Einwohner-Ort in der Verbandsgemeinde Daun. "Der Brubbel boomt. Während der Haupt-Fremdenverkehrssaison sind täglich weit mehr als 100 Gäste hier gewesen, gleich mehrere Busse sind gekommen", berichtet Ortsbürgermeisterin Madlene Steffes. Seit Jahren Diskussion um Vermarktung

Über den Publikumszuspruch freut sich die Gemeinde, aber der Brubbel ist nicht nur Segen. Denn viele Gäste verursachen auch viel Müll, den die Gemeinde auf ihre Kosten entsorgen muss. "Zwei Mal pro Woche ist in der Hauptsaison Großreinemachen rund um den Brubbel durch den Gemeindearbeiter erforderlich", erklärt Madlene Steffes. Einer Gemeinde, die finanziell aus dem Vollen schöpfen könnte, würden die Kosten für die Entsorgung nicht stark belasten, aber Wallenborn gehört zu den "klammsten" Dörfern im Kreis Daun. Schon seit einigen Jahren sei im Gemeinderat darüber diskutiert worden, wie die Kosten für die Unterhaltung des Brubbels zumindest teilweise wieder reingeholt werden könnten, sagt die Ortsbürgermeisterin. Allerdings: Das Thema ist ein "heißes Eisen". Denn es will genau überlegt sein, wie die Gemeinde das Vorhaben, an Einnahmen aus dem Boom am Brubbel zu kommen, umsetzt. "Ganz klar: Es sollen keine Löcher im Haushalt gestopft werden. Vielmehr soll das Geld in den Erhalt der touristischen Infrastruktur gesteckt werden", stellt Madlene Steffes klar. Mögliche Einnahmequellen wurden im Rat diskutiert. Im Juni wurde beschlossen, die Möglichkeit - sofern dies technisch und finanziell möglich sei - zu prüfen, an den Eingängen zum Brubbelbereich ein einfaches Drehkreuz mit Zahlautomat anzubringen und den gesamten Bereich mit einem Holzzaun und Pflanzen abzugrenzen. Dieser Plan ist aber wieder vom Tisch. Für den Rat steht fest, dass die Vermarktung des Brubbels auch wegen der schwierigen Haushaltslage erforderlich sei, da die Unterhaltung den Haushalt permanent belaste. Aber grundsätzlich gilt: "Die Angelegenheit muss auch wegen der überregionalen Bedeutung sensibel angegangen werden", sagt die Ortsbürgermeisterin. Das Thema "Eintritt" ist passé, nun wird die Idee geprüft, Parkgebühren zu erheben. Steffes: "Die Besucher werden nicht geschröpft, aber es sollte zumindest ein geringer Obulus erhoben werden." Aber die Ortsbürgermeisterin räumt ein, dass das Konzept noch "sehr unausgegoren" ist. Da die Saison vorbei ist und deutlich weniger Touristen kommen, hat die Gemeinde nun "Luft" bis ins nächste Jahr, sich für eine Variante zu entscheiden. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Ihre Meinung ist gefragt. Darf die finanzschwache Gemeinde Wallenborn Parkgebühren erheben, um an Einnahmen zur Erhaltung des Brubbels zu kommen? Sollte sie sogar Eintritt nehmen? Oder sollte die Besichtigung weiter völlig kostenlos bleiben? Mailen Sie uns ihre Meinung in wenigen Sätzen an die Adresse eifel-echo@volksfreund.de. Bitte Name und Anschrift nicht vergessen!