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Helferin braucht selber Unterstützung

Soziales : Helferin braucht nun selbst Unterstützung

Die Corona-Krise hat auch Annegret Uhlig hart getroffen. Ihr Secondhand-Laden in der Gerolsteiner Innenstadt, mit dessen Erlös sie viele soziale Projekte unterstützt hat, steht vor dem Aus. Nun braucht sie finanzielle Hilfe.

Gebrauchte Kleidung, Spielzeug, Haushaltsgegenstände oder Geschirr: Der Laden ist eine wahre Fundgrube mit einer riesigen Auswahl. Es ist das Reich von Annegret Uhlig. Sie hat den Laden vor sechs Jahren aufgebaut und betreibt ihn bis heute allein. Doch jetzt ist das Geschäft, mit dessen Einnahmen sie anderen geholfen hat, in Gefahr. Durch die Corona-Krise musste sie mehrere Wochen schließen, und auch jetzt kommt viel weniger Kundschaft. Aber die Kosten laufen natürlich weiter.

Wie Annegret Uhlig sagt, bekommt sie eine Rente, mit der sie auskommt, und kann so den Erlös, den sie in ihrem Geschäft erwirtschaftet, für laufende Kosten, aber vor allem für den guten Zweck spenden. Bis vor einem Jahr hat sie noch gearbeitet und das Geschäft, das sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, nebenbei betrieben.

So konnte sie seit Jahren regelmäßig für verschiedene soziale Projekte spenden. Dabei liegt ihr der Tierschutz immer am Herzen. Zur Zeit ist es das große rumänische Tierheim Smeura, das Unterstützung bekommt. Wenn es nicht um Tiere geht, dann hilft sie bei der Feuerwehr, in einem Altenheim, dem Gerolsteiner Verein Eifellicht und bei bedürftigen Menschen im Ausland.

Sie habe schon immer soziale Sachen gemacht, sagt Annegret Uhlig. „Wenn du so einen Laden hast, könntest du mehr helfen“, sei damals ihr Gedanke gewesen. Als sie dann vor sechs Jahren ein leeres Ladengeschäft, damals noch an einem anderen Standort, sah, fragte sie spontan, ob sie es mieten könne. Innerhalb von sechs Wochen hatte sie den Laden aufgebaut.

Die Waren, die sie verkauft, hat sie meist auf Kommission angenommen. Das heißt, die Sachen blieben im Besitz derer, die sie gebracht haben. Bei Verkauf wird das Geld jeweils zur Hälfte zwischen Annegret Uhlig und den Besitzern aufgeteilt. Ihren Anteil nutzt sie dann für laufende Kosten, wie zum Beispiel die Miete oder auch notwendige Investitionen. Findet sich kein Käufer, gehen sie die Waren die Besitzer zurück.

Viele Menschen spenden aber auch Sachen, deren Reinerlös dann für den guten Zweck gesammelt wird. Weggeworfen wird bei Annegret Uhlig nichts, denn Nachhaltigkeit ist ihr wichtig. Waren, die keinen Käufer finden, werden zum Beispiel an Eifellicht gespendet oder einfach verschenkt.

Staatliche Hilfen bekommt Annegret Uhlig nicht, weil sie nicht von den Einnahmen ihres Geschäftes lebt. Mehrere Anträge diesbezüglich wurden abgelehnt.

Sachen ankaufen kann sie nicht mehr, auf Kommission nehmen auch nicht. Annegret Uhlig hofft immer noch, finanzielle Hilfe zu bekommen oder auch Sachspenden, die sie dann verkaufen kann. Sie könne nicht ihre ganze Rente in das Geschäft stecken oder ihr Haus aufs Spiel setzen, sagt sie. Mit der Miete ist sie schon jetzt im Rückstand.

„Wenn ich keine Hilfe bekomme, muss ich schließen.“ Danach dauere es noch drei Monate, um das Geschäft aufzulösen. Und dann ist das Lädchen aus der Gerolsteiner Innenstadt verschwunden.