Herr Doktor geht, Frau Doktor übernimmt

Der "Merrener Dokter" Uffo Monreal geht nach 33 Jahren Tätigkeit in den Ruhestand. Doch die Praxis bleibt bestehen. Monreals Nachfolgerin ist die in Kelberg praktizierende Ärztin Christel Werner.

Mehren. Handschriftlich auf einem Blatt Papier hat eine Arzthelferin es an die Tür zum Wartezimmer geheftet: "Liebe Patienten, eine gute Nachricht! Die Praxis bleibt bestehen. Ab April habe ich eine Nachfolgerin." Dass sich etwas ändert beim "Merrener Doktor" - so werde er landläufig genannt, erzählt Uffo Monral beim Besuch des Trierischen Volksfreunds - hatte sich auch darüber hinaus bemerkbar gemacht. Denn in den vergangenen Wochen waren Handwerker in der Praxis zugange. Sie haben neue Böden und neue Leitungen verlegt, die Wände neu gestrichen, außerdem ist die Praxis technisch aufgerüstet worden.

Bis heute habe er es nicht bereut, aufs Land gegangen zu sein, sagt Monreal. Der aus Treis-Karden an der Mosel stammende Arzt hatte vor 33 Jahren - nach zehnjähriger Tätigkeit an Krankenhäusern - auf Empfehlung eines Dauner Kollegen die Mehrener Praxis übernommen.

"Ich bin gerne Hausarzt und ich sehe es als einen Vorzug an, in den Familien mehrere Generationen zu betreuen", erklärt der 67-Jährige. Und wenn er sagt: "So habe ich es mir insgeheim gewünscht", meint er, dass die Praxis nach seinem Ausscheiden weitergeführt wird.

Der Umzug ist für den Sommer geplant



Patienten wie Erna Krenciszek aus Mehren berichten nur Gutes: "Wir waren schon Patienten bei den Vorgängern von Dr. Monreal. Ihn selbst kennen wir seit seinem ersten Tag als Arzt in Mehren. Er hört seinen Patienten aufmerksam zu und nimmt sich genügend Zeit. Es ist uns viel wert, dass er regelmäßig Hausbesuch bei uns macht, da mein Mann im Rollstuhl sitzt."

"Wir sind von Anfang an Patienten von Dr. Monreal gewesen. Er ist ein sehr guter Arzt und hat sehr nette Mitarbeiterinnen. Wir sind traurig, dass er aufhört", sagen Maria und Nikolaus Greis aus Mehren.

Über die Kassenärztliche Vereinigung hatten Uffo Monreal und Christel Werner als seine Nachfolgerin Anfang des Jahres zueinander gefunden. Die Allgemeinmedizinerin Christel Werner stammt aus der Nähe von Berlin und kam 1998 in die Vulkaneifel, war im Rahmen ihrer Facharztausbildung zunächst in einer chirurgischen Praxis in Daun, dann in einer Rehabilitationsklinik in Bad Bertrich, auf der "Inneren" des Maria-Hilf-Krankenhauses Daun und in einer allgemeinmedizinischen Praxis in Kelberg. Seit 2006 arbeitet sie in einer Gemeinschaftspraxis in Ulmen. "Ich weiß, was Hausbesuche bedeuten, und ich habe mich mit Land und Leuten angefreundet", erzählt sie. Dass sie nun eine Einzelpraxis führen könne, bedeute für sie ein persönliches Glück, sagt die 49-Jährige. Im Sommer zieht sie von Kelberg nach Mehren um.

Und wenn sie mal einen ärztlichen Vertreter braucht? "Es wird immer ein weißer Kittel gebügelt sein und bereit liegen", bringt Uffo Monreal lachend seine Zusage auf den Punkt, seine Nachfolgerin gelegentlich zu unterstützen.