Hexen, scharf gerichtet

Hexen, scharf gerichtet

HILLESHEIM. (red) Bereits seit Monaten wirft der 106. Deutsche Wandertag in der Eifel seine Schatten voraus. Der Vorstand der Eifelvereins-Ortsgruppe Hillesheim beschloss, bereits im Vorfeld des Ereignisses besonders attraktive Wanderungen und kulturelle Veranstaltungen anzubieten.

Der Vorsitzende Berthold Becker berichtet, dass vier Wanderungen und eine theatermäßig gespielte historische Stadtführung im Programm berücksichtigt wurden. Die Halbtageswanderung "Eifeler Landpartie" am 12. Juli um 14 Uhr von Geologie und Kultur und die Ganztageswanderung "Feuer und Wasser - Gestalter unserer Landschaft" am 13. und 15. Juli um 10 Uhr heben die erdgeschichtliche Vergangenheit der Eifel und die forstlichen Begebenheiten der Region hervor. Als Novum gilt die Ganztageswanderung auf dem neu geschaffenen "Krimi-Wanderweg" am 14. Juli um 10 Uhr mit Einkehr im Burgdorf Kerpen. Er lässt die fiktiven Romanfiguren namhafter Krimiautoren an den jeweiligen Schauplätzen auferstehen und touristisch interessante Punkte hervorheben. Dazu gibt es hier und da Kräuterweiber, die plötzlich aus dem Gebüsch hervortreten und natürlich genau wissen, dass für und gegen vieles das richtige Kraut gewachsen ist. Treffpunkt ist jeweils der Parkplatz auf dem ehemaligen Viehmarkt.Auf historische Fakten wird großer Wert gelegt

"Mit soviel Interesse und Anmeldungen für die Eifel hatte wohl keiner gerechnet. Es wird der größte und umfangreichste Deutsche Wandertag, den es ja gab", berichtet Cheforganisator Walter Densborn. Bei einem kürzlich erfolgten Besuch in der Verbandsgemeinde mit dem WDR auf dem Krimi-Wanderweg gab er seiner Freude und zugleich Erleichterung darüber Ausdruck. Die vereinseigene Theatergruppe "Spielleute zu Hillesheim" lassen bei ihrer Stadtführung durch die Altstadt mit Hexentanz am 15. Juli um 16 Uhr in passender Gewandung die jahrhunderte lange Geschichte lebendig werden. An der Stadtmauer wehren sich die vermeintlichen Hexen, die bei Gerichtsherr und Schultheiß vergeblich ihre Festnahme verhindern möchten, doch wenn der Scharfrichter sein gewohntes Sprüchlein aufsagt, da hilft kein Toben und Schreien, ihr kommt alle in den Hexenturm hinein. Die Gruppe legt großen Wert auf historische Fakten, und der Ausspruch einer Verurteilten spiegelt diese unheilvolle Vergangenheit auf beunruhigende Weise wider: "Mich dünkt, dass mir größere Schmach nicht widerfahren sei und stelle mir vor, dass ein jeder muss da oben im Himmel erklären, weshalb wir verdammt sind - so jämmerlich im Feuer zu sterben." Und unter dem Thema "Die Hillesheimer Woll- und Leineweberzunft" nehmen die "Spielleute zu Hillesheim" in großer Besetzung am Festzug am 16. Juli in Prüm teil.