Hilfe, damit die Dörfer besser werden

Hilfe, damit die Dörfer besser werden

Vier Orte haben sich für das Projekt "Aktive Dorfnetze" beworben. Dabei soll besonders das Engagement der Bürger unterstützt werden.

Daun (red/lyv) Auch in der Dörfern im Kreis Vulkaneifel spielt die örtliche Gemeinschaft nach wie vor eine große Rolle. Die Einwohner identifizieren sich mit ihrer Gemeinde, und gegenseitige Hilfsbereitschaft ist für viele selbstverständlich.
Dennoch stellen der Bevölkerungsrückgang und die demografische Überalterung die Region vor große Herausforderungen. Der Kreis hat vor diesem Hintergrund das Projekt der "Aktiven Dorfnetze" entwickelt und will damit Ideen und Engagement in den Gemeinden unterstützen und ausgewählte Orte zu sogenannten strategischen Netzwerken weiterentwickeln.
Beim "Dorf-Coaching" geht es darum, Lösungen und Möglichkeiten der Umsetzung für spezifische Probleme der Gemeinde zu finden. Die Strategien sollen mit den anderen Modellgemeinden vernetzt und auf weitere Kommunen übertragen werden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstützt.
Dazu stehen aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung je Modellprojekt bis zu 75 000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Ein "Leuchtturmprojekt" kann sogar mit bis zu 125 000 Euro gefördert werden. Anfang 2017 sind alle Gemeinden im Kreis aufgerufen worden, sich an dem Projekt zu beteiligen. Konkreter wird es nun für Densborn (Verbandsgemeinde Gerolstein), Lissendorf (Verbandsgemeinde Obere Kyll), Mannebach (Verbandsgemeinde Kelberg) und Nohn (Verbandsgemeinde Hillesheim).
Nach dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" setzt das Projekt stark auf das vorhandene Engagement in den ausgewählten Orten. Unter Anleitung des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement am Umweltcampus Birkenfeld (IfaS) und der Kreisverwaltung sollen die Projektinhalte möglichst selbstständig von den Kommunen umgesetzt werden, damit diese auch nach Ende des Projekts ihre Arbeit ohne Unterbrechung und gravierende Umstellung fortsetzen können.
Was hat die Gemeinden bewogen, sich zu bewerben?
Ortsbürgermeister Lothar Schun (Lissendorf):
"Wir haben uns schon länger Gedanken gemacht, wie mit der demografischen Situation oder etwa auch der ehrenamtlichen Mitarbeit der Bewohner umzugehen wäre. Da haben wir auch schon selbst Bemühungen unternommen.
Mit diesem Projekt nun erhoffen wir uns, mit externer, professioneller Hilfe, Ideen und Unterstützung zu erhalten. Und vor allem, wie kann man die Bürger dafür interessieren."
Bernhard Jüngling, Ortsbürgermeister von Nohn:
"Wir erhoffen uns mit diesem Programm eine Fortführung der Dorferneuerungsmoderation, an der wir teilgenommen hatten.
Dabei sind viele Punkte noch offen. Gemeinsam wollen wir betrachten, wie die Umsetzung der Projekte machbar ist, und vor allem soll die Ehrenamtsarbeit gestärkt werden und die Bereitschaft, dabei mitzuwirken."
Jürgen Clemens, Ortsbürgermeister von Densborn: "Wir hatten vor zwei Jahren schon mal am Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft teilgenommen.
Die daraus resultierenden Ideen sind zum Teil erledigt, noch in Arbeit oder noch offen. Mit diesem Projekt nun wollen wir weiterhin herausfinden, wie wir unsere Zukunft attraktiv gestalten können. So wollen wir zum Beispiel die Leerstände im Ort beseitigen und auch junge Leute ins Dorf ziehen. Ein professioneller Blick von außen ist immer besser und wir erhoffen uns, Anregungen dahingehend zu erhalten, wie wir uns insgesamt besser aufstellen können."
Walter Eich, Ortsbürgermeister von Mannebach:
"Teilnehmen wollten wir, um unser Dorf attraktiver und zukunftsfähiger zu gestalten, aber nach der Auftaktveranstaltung war ich dann doch etwas ernüchtert. Es wird bei einer Beratung bleiben, aber ich lasse mich gerne belehren. Wir haben bereits ein Förderprogramm für junge Familien im Ort.
Was bei uns vertieft werden könnte, ist die Vereinsarbeit und zugezogene Bürger in die Gemeinde zu integrieren sowie im Rahmen der Nachbarschaftshilfe für die Senioren etwas zu tun.
Ich bin gespannt, es wird allerdings an der Gemeinde hängen bleiben."