Hilfe vom Gespenst

BIRGEL. (red) Trotz des kalten Wetters arbeiten Jugendliche aus Birgel gemeinsam mit ihren Gruppenleiterinnen Petra Peters und Hildegard Crump und Vertretern des Naturschutzbundes Nabu unermüdlich mit Sägen, Astscheren und bloßen Händen.

In einer alten Sandgrube haben die Jugendlichen ein Feuer gemacht, in dem sie das geschnittene Astwerk verbrennen. Gelegentlich wärmen sie sich am Feuer - oder gehen auf Entdeckungsreise. So machen sie den Eingang zu einer kleinen Höhle frei, die vielleicht mal zu einem Dachsbau gehörte, und stellen fest, dass ein Rehbock eine krüppelige Kiefer verwendet hat, um sich den Bast vom Geweih zu fegen. Die Jugendlichen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die alte Grube am Bahndamm der ehemaligen Bahnstrecke nach Hillesheim wieder von Bewuchs zu befreien. Warum soll das der Natur dienen? Der Vorsitzende des Nabu Obere Kyll/Hillesheim, Clemens Hackenberg, weiß Bescheid: Vor etwa 30 Jahren war der Sandbruch noch offen und ohne Bewuchs. Damals war hier die einzige Brutkolonie der seltenen Uferschwalbe in der Eifel. Das Tier braucht sandige Böschungen in der Nähe von Gewässern, in die es die Brutröhren gräbt. Inzwischen ist die Grube zugewachsen. Unterhalb der Grube ist noch der Rest eines kleinen Sumpfes zu sehen. Hier kam einmal eine seltene Krötenart, die Kreuzkröte, vor. Die Jugendgruppe mit dem Namen Schlossgespenster und der Nabu möchten diese Grube zur Heimat für diese und andere seltene Tiere renaturieren. Nach dem Einsatz bietet die Grube ein völlig anderes Erscheinungsbild. Werden die selten gewordenen Tiere wieder in ihre alte Heimat zurückkehren? Jetzt heißt es auf Frühjahr und den Sommer warten. Dann wird man sehen, was der Arbeitseinsatz der Schlossgespenster und des Nabu gebracht hat. Jedenfalls hat der Pflegeeinsatz allen Beteiligten Spaß gemacht - und am Ende des Tages weiß man, sieht man und spürt man, was man gemeinsam geleistet hat.

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