Hillesheim will Brand-Haus in der Kölner Straße abreißen lassen

Kostenpflichtiger Inhalt: Teure Entsorgungskosten : Stadt Hillesheim will vom Brand zerstörtes Haus mitten in der Stadt abreißen lassen

Laut Kripo war Brandstiftung die Ursache für das Feuer, das die städtische Immobilie in der Kölner Straße in Hillesheim zerstört hat. Nun soll das Gebäude abgerissen und entsorgt, das Areal danach verkauft werden. Das könnte die Stadt teuer zu stehen kommen.

Das bei einem Brand Anfang August massiv beschädigte städtische Haus in der Kölner Straße in Hillesheim soll abgerissen und anschließend die Fläche vermarktet werden. Das hat der Stadtrat mehrheitlich entschieden.

Die andere mögliche Alternative, das rund 1000 Quadratmeter große Areal samt der Brandruine zu verkaufen, um so die Entsorgungskosten zu sparen, fand keine Befürworter. Um das weitere Vorgehen nach dieser Grundsatzentscheidung soll sich der Bauausschuss der Stadt kümmern.

Die Überreste nach dem Brand müssen kostspielig als Sondermüll entsorgt werden, das massiv beschädigte Haus wird abgerissen. Foto: TV/Mario Hübner

Gerald Schmitz (CDU), Erster Beigeordneter der Stadt und zuständig in Bauangelegenheiten, klärte den Stadtrat über den aktuellen Sachstand auf: „Es spricht derzeit sehr viel für Brandstiftung. Das hat die Untersuchung der Kripo ergeben.“ Die bestätigte das nun auch. Schmitz weiter: „Der Stadt ist dadurch ein erheblicher Schaden entstanden.“ So beziffern sich die Kosten für Abriss und Entsorgung der städtischen Immobilie („Man hätte besser im Vorfeld den ganzen Müll aus dem Haus geschafft, jetzt ist das alles Sondermüll.“) laut Schmitz auf 130 000 bis 140 000 Euro, versichert sei sie aber nur für 50000 Euro.

Jürgen Mathar von der Bauabteilung der Verbandsgemeinde nährte aber die Hoffnung, dass die Stadt eventuell doch nicht auf 80 000 bis 90 000 Euro sitzenbleibt, sondern eventuell „mit einem blauen Auge davonkommt“. Er sagte: „Wenn wir Abriss und Entsorgung in der Sauren-Gurken-Zeit machen lassen, könnten wir bei der Ausschreibung ein günstiges Ergebnis erzielen, und schließlich sollte das große Grundstück in einer durchaus guten Lage doch etwas einbringen.“

Brandstiftung war nach Einschätzung der Kripo Wittlich die Ursache für das Feuer, das die städtische Immobilie in der Kölner Straße in Hillesheim weitgehend zerstört hat. Nun soll das Gebäude abgerissen und entsorgt, das Areal danach verkauft werden. Foto: TV/Mario Hübner

Beigeordneter Schmitz fand die Situation doppelt ärgerlich, denn die Stadt hatte bereits einen Kaufinteressenten am Haken, und die Verhandlungen seien bereits weit fortgeschritten gewesen.

Seinerzeit hatte die Stadt das Gebäude samt Grundstück für 35 000 Euro gekauft, bei einem Verkauf für 45 000 Euro wäre das Geschäft  (nach Einrechnung aller Gebühren) „null auf null ausgegangen“, so der Beigeordnete. Bei einem höheren Verkaufspreis hätte die Stadt demnach sogar Gute gemacht – und ein unansehnliches Areal wäre aus dem Stadtbild verschwunden und hätte Platz für etwas Neues gemacht. Wie und wann es nun genau weitergeht, will der Bauausschuss bereits in seiner nächsten Sitzung beschließen.

Brandstiftung war nach Einschätzung der Kripo Wittlich die Ursache für das Feuer, das die städtische Immobilie in der Kölner Straße in Hillesheim weitgehend zerstört hat. Nun soll das Gebäude abgerissen und entsorgt, das Areal danach verkauft werden. Foto: TV/Mario Hübner

FWG-Fraktionssprecher Dieter Bernardy mahnte: „Es ist ein städtebaulich und verkehrstechnisch sehr sensibler Bereich.“ Damit spielte er auf die Lage der Immobilie an: in einer 90-Grad-Kurve in der Kölner Straße, an der täglich gut 6000 Autos vorbeifahren.

Brandstiftung war nach Einschätzung der Kripo Wittlich die Ursache für das Feuer, das die städtische Immobilie in der Kölner Straße in Hillesheim weitgehend zerstört hat. Nun soll das Gebäude abgerissen und entsorgt, das Areal danach verkauft werden. Foto: TV/Mario Hübner
Brandstiftung war nach Einschätzung der Kripo Wittlich die Ursache für das Feuer, das die städtische Immobilie in der Kölner Straße in Hillesheim weitgehend zerstört hat. Nun soll das Gebäude abgerissen und entsorgt, das Areal danach verkauft werden. Foto: TV/Mario Hübner

Kritisch ist auch der Zustand des durch den Brand massiv beschädigten Gebäudes, weshalb der Fußgängerweg auf dieser Seite weiterhin vorsorglich gesperrt ist. Eine Gefahr für den Verkehr auf der Kölner Straße besteht laut Experten-Einschätzung (Es gab eine Begutachtung durch Polizei, Feuerwehr und Bauaufsicht) aber nicht. Bauingenieur Mathar fasste das so zusammen: „Eine Einsturzgefahr besteht nur im Inneren des Gebäudes, nicht aber nach außen auf Gehweg oder Straße.“

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