1. Region
  2. Vulkaneifel

Hillesheimer bangen um ihre Umsätze

Hillesheimer bangen um ihre Umsätze

Die Fusion Gerolstein-Hillesheim ist seit Monaten Hauptgeprächsthema in Hillesheim. Erstmals meldet sich nun auch die Werbegemeinschaft Hillesheim zu Wort. Der Tenor: Die Geschäftsleute bangen um ihre Umsätze und hoffen, dass es letztlich nicht dazu kommt.

Hillesheim. Die bevorstehende Kommunalreform mit dem Zusammengehen der Verbandsgemeinden (VG) Hillesheim und Gerolstein und einigen Gemeinden der Oberen Kyll zur neuen Groß-VG Gerolstein zum 1. Juli 2016 war zentrales Gesprächsthema bei der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft Hillesheim.
Rege Diskussion


Es wurde rege über die vermeintlichen Vor- und befürchtete Nachteile diskutiert. Allerdings beteiligten sich nur wenige der 20 anwesenden Mitglieder daran. Die meisten zogen es vor, zuzuhören und zu schweigen.
Mit dabei waren auch Bürgermeisterin Heike Bohn und Stadtbürgermeister Matthias Stein, die angesichts des Themas eingeladen worden waren. Beide legten ausführlich ihren gegenteiligen Standpunkt zur geplanten Fusion dar.
Heike Bohn (parteilos) verwies auf die Notwendigkeit von weniger Verwaltung angesichts einer schrumpfenden Bevölkerung sowie die Gesetzesvorgabe durch das Land, der man zu folgen habe.
Den ausgewiesenen Fusionsgegner Matthias Stein (CDU) kümmert das nicht. Er appelliert seit langem, die Vorgabe des Landes zu ignorieren, denn er befürchtet "große Verluste für die Stadt Hillesheim". Stein: "Die Nachteile sind vielleicht nicht sofort, aber dafür künftig umso stärker zu spüren." Mit dem Wegfall der Verwaltung - und der Arbeitsplätze - wird laut Stein auch ein massiver Kaufkraftrückgang in der Stadt zu spüren sein. "Denn wer in Gerolstein arbeitet, wird dort nach Feierabend auch einen Großteil seiner Einkäufe erledigen." Die VG Hillesheim inklusive der Eigenbetriebe hat 51 Vollzeit- und 37 Teilzeitbeschäftigte.
Das Nicken von so manchem Geschäftsmann in der Runde ließ darauf schließen, dass diese Befürchtung geteilt wird. Explizit sagen wollte das aber niemand. Gewerbevereinsvorsitzender Josef Marien gab sich eher zuversichtlich.
Er meinte: "Wenn gute Vorarbeit geleistet wird, sollte es durchaus möglich sein, ein gemeinsames Zukunftsgebilde zu schaffen - auch wenn es keine Liebesehe wird." Ralf Kramp interessierte, ob schon klar sei, welche kommunalen Einrichtungen definitiv nach Hillesheim kommen oder dort bleiben werden. Heike Bohn antwortete: "In Hillesheim bleiben die Tourist-Info und ein erweitertes Bürgerbüro bestehen, eventuell kommt noch eine KFZ-Zulassungsstelle hinzu." Maria Textra sagte zu den Fusionsverhandlungen: "Viele vermissen eine selbstbewusstere Haltung der Hillesheimer gegenüber den Gerolsteinern bei dem Zusammenschluss der beiden Verbandsgemeinden." Das spiegele sich vor allem in dem Umstand, dass im Namen der neuen VG Hillesheim nicht mehr vorkomme.
Rainer Schmitz wollte wissen, wo die Hillesheimer Rathausmitarbeiter untergebracht werden? "Im Gerolsteiner Rathaus", erwiderte Bürgermeisterin Bohn. Zudem werden die Mitarbeiter der VG-Werke im Gerolsteiner Bahnhof ihren neuen Arbeitsplatz haben. Denn den haben die VG-Werke Gerolstein gekauft, umgebaut und saniert.
Theo Valerius, FWG-Stadtratsmitglied und Gewerbetreibender, bewertete das Zusammengehen mit Gerolstein als positiv für die Bürger.
Einsparungen bei Verwaltung


Er sagte: "Mit Gerolstein als starkem Partner müssen wir nicht immer weiter an der Steuerschraube drehen, wie es in den vergangenen Jahren der Fall war." Zudem sei es einfach nicht mehr bezahlbar, für so wenige Bürger so viel Verwaltung aufrechtzuerhalten - und eben auch zu bezahlen. Buchhändlerin Monika Kramp nahm die Hillesheimer Politiker in Schutz, die vor allem in der Stadt Hillesheim vielfach Kritik wegen des "mageren" Verhandlungsergebnisses einstecken mussten. Sie sagte: "Ich bin davon überzeugt, dass kein Ratsmitglied leichtfertig seine Entscheidung getroffen hat."Extra

Werbegemeinschaft Hillesheim Vorsitzender Josef Marien zog ein positives Fazit des vergangenen Jahres: Die beiden verkaufsoffenen Sonntage sowie der "Sommerspaß" an vier Wochenenden in der Fußgängerzone seien "sehr gut" gewesen. Aus Kostengründen wird der Sommerspaß in diesem Jahr aber gestrichen. Der "größte Hallenweihnachtsmarkt in der Eifel" ist laut Marien seit Jahren bei Ausstellern und Besuchern ein fester Termin. Auf die Frage, ob zum Weihnachtsmarkt die Umbauarbeiten in der Markthalle wie geplant, beendet seien, sagte Stadtbürgermeister Matthias Stein: "Bislang verläuft alles planmäßig." Heike Bohn appellierte an die Gewerbetreibenden, während des Krimifestivals Tatort Eifel (11. bis 20. September) ihre Schaufenster entsprechend zu dekorieren. fs