1. Region
  2. Vulkaneifel

Hoffnung für die schlechteste Straße Dauns

Hoffnung für die schlechteste Straße Dauns

Während sich Autofahrer, Fußgänger und Anlieger weiter über den miserablen Zustand der Bahnhofstraße in Daun aufregen und den Glauben an eine zügige Sanierung weitgehend aufgegeben haben, keimt bei den Verantwortlichen der Stadt neue Hoffnung auf. Sie setzen darauf, im Mai doch noch grünes Licht für den 500 000 Euro teuren Generalausbau in diesem Jahr zu bekommen.

Daun. Bei keinem anderen Thema in der Stadt herrscht so große Einigkeit, gehen so schnell die Emotionen hoch wie beim Zustand der Bahnhofstraße im oberen Abschnitt zwischen Krankenhaus und Kreisverkehr an der Mehrener Straße. "Die Straße ist einfach schrecklich, eine Zumutung fürs Auto", sagt beispielsweise Steffi Reinhard aus Üdersdorf. "Die Straße? Einfach nur ärgerlich. Man hat immer Angst, dass was am Auto kaputtgeht", sagt Marcel Hacken aus Mürlenbach.

Eine Befürchtung, die sich bei Gabriela Hunz aus Daun, die die Bahnhofstraße mehrmals am Tag befährt, nach eigenem Bekunden bereits bewahrheitet hat. Sie berichtet: "Im Herbst haben wir die Radlager unseres Autos reparieren lassen, und jetzt sind sie schon wieder kaputt. Die Straße ist eine Katastrophe."

Einen Schritt weiter geht Bruno Krzysko aus Darscheid, der die Straße gar als "gefährlich" einstuft. Er sagt: "Viele Autofahrer machen Ausweichmanöver wegen der tiefen Schlaglöcher." Ihm pflichtet Gerda Neuhaus aus Nerdlen bei. Sie sagt: "Ich bin auch schon öfter mal Schlangenlinien gefahren, um das Auto zu schonen."

Die Liste könnte unendlich lange weitergeführt werden, im Tenor gleichen sich die Beschwerden der Verkehrsteilnehmer über die Bahnhofstraße. Und allesamt fordern sie, was Bruno Krzysko ausspricht: "Die Straße hätte schon vor Jahren ausgebaut werden müssen, aber nach diesem harten Winter muss nun endlich was passieren." In der Tat war der Ausbau schon für 2006 in Aussicht gestellt worden. Es klappte aber nicht, weil die Finanzierung nicht gesichert war. 2009 war das Geld da, diesmal wurde es nichts, weil ein Anlieger seine für den Ausbau notwendigen Flächen nicht der Stadt verkaufen wollte. Daraufhin strengte sie ein Enteignungsverfahren an. Denn: Die Straße verläuft teilweise über Privatbesitz. Die Stadt setzt daher auf ein gewisses Gewohnheitsrecht, weil die Flächen schon lange als Straße genutzt werden.

Im Mai soll es laut Dauns Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen (SPD) einen gerichtlichen Anhörungstermin zwischen den Parteien geben. Auf den setzt Jenssen: "Wir hoffen, dass uns dann die notwendigen Flächen übertragen werden und die Eilbedürftigkeit anerkannt wird, damit wir Nägel mit Köpfen machen und doch noch in diesem Jahr mit dem Ausbau beginnen können." Falls nicht, so Jenssen, würden zumindest die tiefsten Schlaglöcher geflickt.

Auf den Ausbau wartet auch Hans-Joachim Thul, der in Höhe der Einmündung der Arensbergstraße eine Bäckerei betreibt und auch dort wohnt. Er sagt: "Seit Jahren will ich unser Haus streichen lassen, habe aber immer noch ein Jahr gewartet, weil der versprochene Ausbau der Straße ja viel Dreck mit sich bringt. Jetzt ist Schluss, jetzt geht der Auftrag raus. Ich kann ja nicht bis zum Sankt-Nimmerleinstag warten." Seine Frau Irene fügt hinzu: "Seit nunmehr vier Jahren heißt es: Nach Ostern geht es los. Nur hat niemand von der Stadt je die Jahreszahl genannt. Aus gutem Grund." Im Laden sei der Zustand der Straße "stets Thema". Und die Lärmbelästigung durch die Löcher und Risse? "Ja, es ist schon laut hier, vor allem wegen der Anlieferung der Supermärkte. Es ist schon zwingend erforderlich, dass die Straße grundlegend ausgebaut wird." Davon weiß auch Anwohnerin Elke Steckenborn zu berichten. Sie sagt: "Die Lärmbelästigung, die morgens um 6 Uhr beginnt und abends bis nach 20 Uhr dauert, nimmt von Jahr zu Jahr zu. Erstens weil immer mehr Autos und LKW die Straße befahren und zweitens weil der Straßenbelag immer schlechter wird. Es muss sich endlich was tun."

Meinung

Aufeinander zugehen

"Die Straße ist katastrophal. Man kommt sich vor wie im Kriegsgebiet oder einem Entwicklungsland. Nach diesem Winter ist es besonders schlimm, aber eigentlich hätte sie schon vor Jahren ausgebaut werden müssen." Willi Marek aus Wallenborn "Diese Straße ist schon seit Jahren in einem sehr schlechten Zustand. Es wäre schon besser, wenn sie nun endlich bald einmal ausgebaut werden würde, da viele Leute ja hierher zum Einkaufen kommen." Reiner Berens aus Daun-Waldkönigen "Die Straße ist einfach katastrophal. Ich fahre mindestens einmal pro Woche durch die Bahnhofstraße . Und manchmal auch im Zickzack, um den Schlaglöchern auszuweichen." Elfriede Hermes aus Daun-Pützborn "Was soll man zu dieser Straße noch sagen? Es wird allerhöchste Zeit, dass sie ausgebaut wird. Ich fahre hier mittlerweile nur noch sehr ungern lang." Ronald Kersten aus Daun. Text und Fotos: Mario Hübner Es ist müßig, darüber zu lamentieren, dass sich die Stadt Daun und der Eigentümer der für den Ausbau der Bahnhofstraße benötigten Flächen nicht einigen konnten, sondern ein Enteignungsverfahren angestrengt werden musste. Jetzt gilt es, dass die Stadt so schnell wie möglich in den Besitz der Flächen kommt. Denn auch das Gericht sollte sehen, dass ein übergeordnetes Interesse am Ausbau der Straße besteht, die täglich von Tausenden Menschen genutzt wird. Für die Fehler, die beim Bau der Straße begangen wurden, dürfen nicht heute noch Autofahrer und Anwohner bestraft werden. Falls ein Enteignungsverfahrens jedoch möglich ist, sollte die Stadt dem Eigentümer durch einen guten Preis entgegenkommen. m.huebner@volksfreund.de

Meinung

Aufeinander zugehen

"Die Straße ist katastrophal. Man kommt sich vor wie im Kriegsgebiet oder einem Entwicklungsland. Nach diesem Winter ist es besonders schlimm, aber eigentlich hätte sie schon vor Jahren ausgebaut werden müssen." Willi Marek aus Wallenborn "Diese Straße ist schon seit Jahren in einem sehr schlechten Zustand. Es wäre schon besser, wenn sie nun endlich bald einmal ausgebaut werden würde, da viele Leute ja hierher zum Einkaufen kommen." Reiner Berens aus Daun-Waldkönigen "Die Straße ist einfach katastrophal. Ich fahre mindestens einmal pro Woche durch die Bahnhofstraße . Und manchmal auch im Zickzack, um den Schlaglöchern auszuweichen." Elfriede Hermes aus Daun-Pützborn "Was soll man zu dieser Straße noch sagen? Es wird allerhöchste Zeit, dass sie ausgebaut wird. Ich fahre hier mittlerweile nur noch sehr ungern lang." Ronald Kersten aus Daun. Text und Fotos: Mario Hübner Es ist müßig, darüber zu lamentieren, dass sich die Stadt Daun und der Eigentümer der für den Ausbau der Bahnhofstraße benötigten Flächen nicht einigen konnten, sondern ein Enteignungsverfahren angestrengt werden musste. Jetzt gilt es, dass die Stadt so schnell wie möglich in den Besitz der Flächen kommt. Denn auch das Gericht sollte sehen, dass ein übergeordnetes Interesse am Ausbau der Straße besteht, die täglich von Tausenden Menschen genutzt wird. Für die Fehler, die beim Bau der Straße begangen wurden, dürfen nicht heute noch Autofahrer und Anwohner bestraft werden. Falls ein Enteignungsverfahrens jedoch möglich ist, sollte die Stadt dem Eigentümer durch einen guten Preis entgegenkommen. m.huebner@volksfreund.de