Hohe Ansprüche erfüllen

Hohe Ansprüche erfüllen

MAYEN-KOBLENZ. (uho) Der Kreis Mayen-Koblenz entdeckt das Wandern als Chance, den Tourismus weiter auszubauen. 30 anspruchsvolle Wanderwege sollen in den kommenden Jahren entstehen. Noch Ende des Monats nimmt die Lenkungsgruppe "Wandern", die für die Umsetzung zuständig ist, ihre Arbeit auf.

Bis sich der Kreis Mayen-Koblenz zur Marke im deutschen Wandertourismus gemausert hat, ist noch eine Menge zu tun. Denn noch ist der Kreis als Wanderregion nicht bekannt. Aber die patchworkartige Landschaft - auf den ersten Blick eher eine Schwäche - hat das Potenzial, zu einer Marke zu werden, wenn ihre Vielfalt entsprechend vermarktet wird, sagt Dr. Rainer Brämer, wandertouristischer Fachberater. Für die Rhein-Mosel-Eifel-Touristik (Remet) hat er auf dieser Grundlage Vorschläge für 30 Premium-Wanderwege erarbeitet. Da der typische Wanderer, wie die jährlichen "Profilstudien Wandern" ermittelt haben, hohe Ansprüche an Wegeführung und Landschaftserlebnis stellt, müssen die Routen viele Kriterien erfüllen, um die einschlägigen Zertifikate zu erhalten, die sie zu Premium-Wanderwegen machen. Pfade, Erd- und Graswege statt Asphalt und Schotter

Der Wanderer zieht schmale Pfade, Erd- und Graswege dem Asphalt und Schotter vor. Reich an Aussicht und waldreich sind ebenfalls wichtige Kriterien für den Erfolg eines Weges. Außerdem bevorzugt der typische Wanderer individuelle Touren und Rundwanderungen. Diese Anforderungen sind die Leitlinie für die Lenkungsgruppe "Wandern", die für die Umsetzung zuständig ist. Mit Interessengruppen wie etwa Forst und Naturschutz, Gaststätten, Touristikern und Wandervereinen will sie einen Projektablauf und ein Marketingkonzept erarbeiten. Alle sechs Wochen soll die Lenkungsgruppe tagen. Erstmals kommt sie am 25. April zusammen. Unterstützt wird die Gruppe von den Arbeitsgemeinschaften Infrastruktur und Marketing, die an der Beschilderung und Ausstattung der Wege beziehungsweise an Broschüren und Kartenmaterial arbeiten. Eine besonders wichtige Rolle spielen aber auch die Tourenteams, die die einzelnen Wanderwege an Ort und Stelle umsetzen werden. Etwa zehn ortskundige Personen soll so ein Team umfassen, um die beste Wegeführung zu ermöglichen. Deshalb setzt die Remet auch stark auf die Initiative der Ortsgemeinden und Städte und ihrer Bürger, die sich an dem Projekt beteiligen. Identitätsstiftende Projekte

Dr. Rainer Brämer ist auch hier optimistisch, denn aus seiner langjährigen Erfahrung weiß er: "Solche Projekte wirken in der heimischen Bevölkerung identitätsstiftend."

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