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Holz wärmt bald auch die Üxheimer Kinder

Holz wärmt bald auch die Üxheimer Kinder

Die Verbandsgemeinde Hillesheim setzt schon lange auf einheimisches Holz als nachwachsende Energieträger. Als drittes und letztes zentrales Schul- und Kindergartenzentrum werden Grundschule, Kindergarten und Bürgerheim in Üxheim nun an eine Holzhackschnitzelheizung angeschlossen.

Üxheim. Erst die zentrale Sportanlage in Hillesheim in der vergangenen Woche, nun der Baustart für das Projekt "Nahwärmenetz Üxheim": Da beruhigte Bürgermeisterin Heike Bohn erst einmal und verkündete, dass nun aber Schluss sei mit den Spatenstichen und großen Investitionen in der Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim für dieses Jahr.

Seit 2002 setzt die VG bei der Energieversorgung ihrer Schul- und Kindergartenzentren konsequent auf den nachwachsenden Energieträger Holz aus heimischen Wäldern. "Unsere Erfahrungen sind bisher gut. Die Anlagen laufen sehr gut, der Holzhackschnitzelpreis ist sogar gefallen, und wir haben meistens sogar den Preis mitbestimmt", sagt Jürgen Mathar von der Bauabteilung, der alle Projekte betreut hat. Als letztes der drei Vorhaben ist nun Üxheim an der Reihe. Bis zur nächsten Heizperiode sollen Kindergarten, Bürgerheim, Turnhalle und Schule mit Energie aus einer zentralen Holzhackschnitzelheizung versorgt werden. "Das Projekt lag schon lange in der Schublade. Das Konjunkturprogramm II kam uns sehr gelegen", sagte Heike Bohn.

70 Tonnen Kohlendioxid Emissionen im Jahr weniger



Die VG hatte sich schon im Vorfeld auf die Baumaßnahme vorbereitet und beim Ausbau der Schulstraße Leerrohre für die Wärmeversorgung gelegt. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, deshalb sehen wir der Sache ganz gelassen entgegen", sagt Mathar.

Bisher versorgte eine alte Ölheizung, bestehend aus drei Kesseln, Schule, Kindergarten und Bürgerheim mit Wärme. "Die Ölkessel hier waren alt. Im vergangenen Jahr ist einer kaputt gegangen, da standen sowieso Investitionen von 150 000 Euro ins Haus", so Ma-thar. Rund 540 000 Euro werden nun in den Bau eines neuen Gebäudes mit einem Bunker für die Holzhackschnitzel zwischen der Turnhalle und dem Kindergarten investiert. 50 Prozent davon werden durch das Konjunkturprogramm II gefördert. Der VG-Anteil von 270 000 Euro muss jedoch kreditfinanziert werden.

Gebaut wird eine Anlage mit einer Leistung von 200 Kilowatt, die etwa 420 Kubikmeter Holzhackschnitzel jährlich verbraucht. Bei dem aktuellen Preis von 20 Euro pro Kubikmeter Hackschnitzel kommen so jährlich 8400 Euro zusammen. Zum Vergleich: Die in der Regel benötigten 35 000 Liter Heizöl kosten bei einem Durchschnittspreis von 65 Cent pro Liter insgesamt 22 750 Euro; jährliche Ersparnis: 14 350 Euro. Zudem werden laut Mathar 70 Tonnen Kohlendioxid Emissionen pro Jahr eingespart.

Für den Notfall und zur Unterstützung der neuen Heizung wird ein zusätzlicher kleiner neuer Ölkessel dienen. "Wir werden immer als Vorreiter auf diesem Gebiet bezeichnet. Dies ist ein weiterer Meilenstein, dieser Rolle gerecht zu werden. Ich denke, das ist eine Sache, auf die wir sehr, sehr stolz sein können", sagte Bohn.