Holzmarkt unter globalem Druck

DREIS-BRÜCK. Die gesamtwirtschaftliche schlechte Lage drückt auch das Einkommen der Waldbesitzer. Rund 1,5 Millionen Euro fehlten dadurch 2004 in den Kassen der Gemeinden und Privatwaldbesitzer. Ein Problem, das auch den Waldbauverein Daun bei seiner Jahreshauptversammlung beschäftige.

Die Lage ist nicht gut, aber auch nicht hoffnungslos: Der Holzmarkt in Rheinland-Pfalz, mit 42 Prozent Anteil das waldreichste Bundesland, ist angespannt. "Wir stehen unter dem Druck globaler Märkte. Unser Holz ist an sich gefragt und kann noch verkauft werden, allerdings zu niedrigeren Preisen. Das müssen wir momentan hinnehmen", erklärte Jürgen Schmitz-Hillebrecht, Vorsitzender des Waldbauvereins Daun, den rund 100 Gästen bei der Jahreshauptversammlung im Haus Vulkania in Dreis-Brück. Bei bestimmten Hölzern wie etwa Eiche und Nadelschnittholz, so Schmitz-Hillebrecht, seien auch im vergangenen Jahr noch sehr gute Erträge zu erzielen gewesen. Durch den Rückgang der Baugenehmigungen und die schlechte Baukonjunktur in Deutschland musste man Rückschläge hinnehmen, gleichzeitig verzeichnete der Verband durch die Hurrikan-Katastrophen in den USA eine enorme Steigerung seines Exports. Insgesamt mussten die Waldbesitzer aber einen Preisrückgang von fünf Euro je Festmeter in allen Sortimenten hinnehmen.Borkenkäfer scheuen nasse Witterung

Die Besonderheiten der Forstwirtschaft mit ihren extrem langen Produktionszeiträumen bedingen eine sorgfältige Pflege und eine nachhaltige Vorratshaltung. Für die rund 1500 Mitglieder des Waldbauvereins Daun heißt das, ihre Bestände sorgfältig zu beobachten und einen gezielten Holzeinschlag vorzunehmen. "Im vergangenen Jahr war durch die nasse Witterung der Borkenkäferbefall nicht so schlimm, aber die Waldbesitzer sollten ihren Bestand auch in diesem Jahr genau prüfen. Ein Holzeinschlag sollte nicht im stillen Kämmerlein geplant werden. Der Waldbesitzer sollte sich mit den Betreuungsbeamten und uns vorher beraten", empfahl Josef Braun, Geschäftsführer des Waldbauvereins Daun. Hermann Ilaender, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats, ging auf das Bundeswaldgesetz ein, das schon mehrere Jahre im Gespräch ist und von den Grünen gefordert wird. "Wir wehren uns mit aller Kraft dagegen, denn es wäre unzumutbar, wenn wir all diese Bestimmungen einhalten müssten." Schmitz- Hillebrecht: "Die Nutzung der Wälder ist kein Widerspruch zur Ökologie. Wir wollen grundsätzlich nur eine Holznutzung im Rahmen der Nachhaltigkeit."