Holzwurm bedroht den Hochaltar

Holzwurm bedroht den Hochaltar

Die Holzwürmer, die den Innenraum der Filialkirche St. Antonius massiv befallen haben, werden im Oktober von einer Fachfirma mit Gas bekämpft. Mit dem aufwendigen und höchst wirkungsvollen Verfahren startet eine Gesamtsanierung, die rund 65 000 Euro kosten wird.

Utzerath. Pfarrer Carsten Rupp aus Gillenfeld deutet auf eine besonders stark durchlöcherte Stelle in einer Kirchenbank. "So oder ähnlich sieht es an fast allen Holzteilen aus", erklärt er. Nach einem Ortstermin mit der Bauabteilung des Bistums Trier drängte diese auf die Begasung des gesamten Innenraums, berichtet der Pfarrer. Inzwischen wurde eine Fachfirma aus Frankfurt am Main beauftragt, die den Raum im Oktober innerhalb von drei Tagen säubern soll.
Dazu wird das Kircheninnere komplett luftdicht abgeschlossen und um das Gotteshaus eine Sicherheitszone eingerichtet. Die Anwohner werden rechtzeitig informiert. "Höchste Zeit", sagt Carsten Rupp - nicht nur mit Blick auf das Zerstörungswerk des Holzwurms.
Unter einer Temperatur von zwölf Grad sei das Insekt nicht mehr aktiv. "Dann können wir es für dieses Jahr vergessen", sagt der Pfarrer. Zudem müsse man den Fledermäusen zuvorkommen, die seit Jahren den Dachstuhl der Kirche als Winterquartier nutzten.
Jeder kann Möbelstücke bringen


Die Begasung kostet 15 000 Euro. Um die Kosten für die eigene Pfarrgemeinde so niedrig wie möglich zu halten, appelliert der Pfarrer an andere Kirchengemeinden und Privatpersonen, befallene Möbelstücke und Gegenstände nach Utzerath zu bringen und - gegen eine Spende - zusammen mit dem Kircheninventar vom Holzwurm befreien zu lassen. "Eine einmalige Gelegenheit!", wirbt Rupp.
Die Holzwurm-Bekämpfungsaktion sei für den Pfarrverwaltungsrat Anlass gewesen, ein Gesamtkonzept mit weiteren Sanierungsmaßnahmen aufzustellen, erklärt Rupp. Die Elektroleitungen und die Beleuchtung müssten erneuert werden, ein Aufgang zum Dachraum und ein Laufsteg im Dachstuhl gebaut werden. "
Vor allem der Hochaltar muss dringend saniert werden, da er zusammenzubrechen droht", sagt Rupp. Die Sanierung kostet 65 000 Euro - abzüglich eines Zuschusses vom Bistum muss die Pfarrei einen Eigenanteil von 44 000 Euro berappen. Aber auch hier hat der Pfarrer eine Idee: "Paten gesucht!", lautet die Devise. Soll heißen: Wer die Restaurierung einer Statue, einer Säule, der Muschelnische, des Rankenwerks des Hochaltars bezahlen möchte, kann den jeweiligen Preis erfragen und dann entscheiden, ob und was er übernimmt.
Info: Pfarrbüro Gillenfeld, Telefon 06573/215, E-Mail: buero@pg-gillenfeld.de.
Die Filialkirche St. Antonius Utzerath ist im Jahr 1849 eingeweiht worden. Ein Sandsteinrest mit der Jahreszahl 1716 über dem Portal erinnert an einen älteren Bau. Der Holzaltar mit markanter, freistehender Säulenarchitektur, einer Muschelnische für den Kirchenpatron St. Antonius sowie weiteren Nischen für die Heiligenfiguren Wendelinus, Bartholomäus und Odilia und umrahmendem Rankenwerk stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Utzerath gehört zur Pfarreiengemeinschaft Gillenfeld und ist eine Filiale der Pfarrei Darscheid. bb