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Hula Hoop und Reiselust

Hula Hoop und Reiselust

Das Rheinische Freilichtmuseum in Kommern wurde 50 - und knapp 10 000 Menschen feierten am Wochenende mit. Es war eine große Reminiszenz an die Gründungszeit des Museums, die 50er Jahre.

Mechernich-Kommern. (red) 1958 war ein Jahr mit vielen Ereignissen: In Flensburg wird die deutsche Verkehrssünderkartei eingerichtet, Werner Heisenberg stellt seine Weltformel vor, die Römischen Verträge zur Gründung der EWG treten in Kraft, die Nasa wird gegründet, der Legostein, die Schlümpfe und der Hula-Hoop-Reifen werden erfunden, ebenso der Drehkolbenmotor, "La Paloma" wird Nummer-Eins-Hit in Deutschland, Madonna wird geboren ... und in Kommern wird das Freilichtmuseum eröffnet.

50 Jahre später wurde Mit Gel im Haar rockten und rollten die "Bobbin' Baboons", Tanzlehrer vollführten 58er Modetänze von Foxtrott bis Boogie Woogie, es wurde Hula Hoop getanzt, Oldtimer aus der Nachkriegszeit waren zu Dutzenden zu bewundern und formierten sich zum Corso durchs Museum.

Die Mannschaft um Museumsdirektor Josef Mangold hielt für die Gästeschar Kinderspiele, kabarettistische Einlagen und kulinarische Genüsse aus jener Zeit bereit, in der sich die Landschaftsversammlung Rheinland 1958 entschlossen hatte, aus 30 Städten und Gemeinden, die sich als Museumsstandort beworben hatten, Kommern auszusuchen.

Damit machte das inzwischen deutschlandweit und auch im benachbarten Ausland bekannte Freilichtmuseum Kommern, das heute zur Stadt Mechernich (Kreis Euskirchen) gehört, das Rennen gegen so bedeutende Mitbewerber wie Köln, Bonn, Aachen, Duisburg, Mönchengladbach-Rheydt und Krefeld-Linn.

Pro Jahr werden heute im Rheinischen Freilichtmuseum und Landesmuseum für Volkskunde über 200 000 Besucher gezählt - seit der Gründung mehr als zehn Millionen. Zum Festakt kamen Adelhart Zippelius, Dieter Pesch und Josef Mangold, die drei Museumsdirektoren aus 50 Jahren Museumsgeschichte.

Josef Mangold, der neue Chef, der erst seit Dezember im Amt ist, gab bereits eine klare Linie für die Zukunft des Museums zu erkennen. Er will die in die Jahre gekommenen Museumsbaugruppen Eifel/Köln-Bonner Bucht, Westerwald, Bergisches Land und Niederrhein wieder tiptop instand setzen - und eine fünfte Baugruppe hinzufügen. Sie soll das Leben einer rheinischen Kleinstadt rund um einen Marktplatz für die Zeit von 1945 bis in die 1980er Jahre zeigen - mit Gastwirtschaft, Friseursalon, Apotheke, Café, Tankstelle und Kino.

Rheinisches Freilichtmuseum Kommern, Auf dem Kahlenbusch, 53894 Mechernich-Kommern, Öffnungszeiten: 11 bis 18 Uhr, Familienkarte 11 Euro zuzüglich 2,50 Euro Parkgebühr, Info-Telefon: 02234/9921555, Internet: www.kommern.lvr.de