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Ideen aus Koblenz fürs Bauen in Köttelbach

Dorfentwicklung : Ideen aus Koblenz fürs Bauen in Kelberg

Sechs Architektur-Studenten der Universität Koblenz haben ihre Entwürfe für regionaltypisches und generationenübergreifendes Bauen und Wohnen im Kelberger Ortsteil Köttelbach präsentiert.

„So etwas Tolles kann zustande kommen, wenn Bürger sich für ihr Dorf begeistern und dazu noch die geeigneten Kontakte haben“, meint Reinhold Theisen, seit 20 Jahren Ortsvorsteher des Kelberger Ortsteils Köttelbach. Mit „Bürger“ meint er in diesem Fall Ulrike Kirchner.

Die studierte Landschaftsarchitektin und ehemalige leitende Architektin der Bundesgartenschau Koblenz (2011) hat seit fünf Jahren eine Professur für Raum- und Umweltmanagement an der Hochschule Koblenz inne. Dort ist der Architekt Peter Thomé ihr Kollege und für den Bereich „Strategien ländlicher Raum“ zuständig – „also der ideale Ansprechpartner für bauliche und gestalterische Lösungen für Köttelbach“, findet Ulrike Kirchner.

Sie lebt mit ihrem Mann in der Mitte des Kelberger Ortsteils  auf einem ehemaligen Bauernhof; genau gegenüber liegt ein geräumiges Grundstück, auf dem allerdings marode Gebäude stehen. „Wie oft haben wir uns schon Gedanken gemacht, was dort und auf der Streuobstwiese dahinter alles entstehen könnte“, erzählt sie.

Nun gibt es dank der Initiative von Ulrike Kirchner und der Verbindung zu Peter Thomé gleich 16 Vorschläge für eine mögliche Neubebauung und Nutzung. Fünftsemester von Professor Thomé haben sie im Rahmen ihres Architekturstudiums entwickelt. Die sechs besten Arbeiten wurden jetzt präsentiert. „Die Herausforderungen für das Bauen auf dem Land sind größer als in der Stadt“, erklärte Thomé zu Beginn auch mit Blick auf die lange Zeit geübte Praxis, Neubaugebiete an den Ortsrändern auszuweisen anstatt sich der Ortsinnenentwicklung zu widmen. Die besondere Herausforderung des Geländes in Köttelbach sei der Höhenunterschied von zehn Metern. Die Aufgabe sei gewesen, regionaltypische, seniorengerechte und familienfreundliche Gebäude zu konzipieren. So seien die Studierenden im Herbst vergangenen Jahres durch das Dorf gezogen und hätten als ihren ersten Eindruck mitgebracht, dass sie mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen seien und dass es sich bei Köttelbach um einen Ort handele, der landschaftlich aufs Schönste gelegen sei, erinnerte sich Peter Thomé.

 Mehr als 50 Köttelbacher verfolgten mit großem Interesse die Präsentation von Florentina Dernjani, Mareike Dietzler, Philipp Frankmann, Simon Reuther, Björn Simon und Bekire Yekathi, die selbst aus kleinen Ortschaften von Hunsrück und Westerwald und einem Mittelzentrum am Rhein stammen. Bei aller Verschiedenheit der Modelle stimmen sie darin überein, dass auf dem Gelände im unteren Bereich die Seniorenwohnungen, im oberen Bereich die Familienhäuser entstehen sollten und dass ein Café als verbindendes Element dienen könnte. Langhäuser erinnern an die über Jahrhunderte übliche Bebauung, Gästeappartments greifen den Tourismus auf, Gärten und Hochbeete spiegeln die Vorzüge des Landlebens und Terrassierungen innerhalb der Gebäude und auf den Grundstücken den Höhenunterschied wider. „Besser geht’s doch nicht“, sagte Ortsvorsteher Reinhold Theisen unter dem Beifall der Köttelbacher.