"Ihr habt Besonderes auf die Beine gestellt"

Im September 2006 drang es an die Öffentlichkeit, dass der Sportclub (SC) Blau-Weiß vor seiner Auflösung steht. Als Harald Willems und einige Mitstreiter von diesem Plan erfuhren, sagten sie sich: "Dieser Verein mit einer erfolgreichen Tradition und Vergangenheit darf nicht sterben!"

Schalkenmehren. Unter Führung von Harald Willems wurde ein neues Vereinsprogramm erarbeitet, das bei einer Versammlung vorgestellt wurde. Sein Konzept wurde begrüßt, und der damals 22-Jährige wurde einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Sofort stellte sich ein junges Team mit Tatendrang an seine Seite: Sein Stellvertreter wurde Helmut Bohr, Geschäftsführer Dieter Krämer und Kassenwart Horst Schmitz, alles ehemalige Aktive, die lange das blau-weiße Trikot des SC trugen (zwischenzeitlich hat sich der Vorstand verkleinert).

Nun hieß es, in die Hände spucken. So wurde zuerst eine Freizeitmannschaft gegründet, und endlich war Fußball im Maardorf wieder präsent. Gleichzeitig wurde eine Mountainbike-Abteilung ins Leben gerufen, und auch auf Breitensport wurde Wert gelegt. Harald Willems wurde "ins kalte Wasser geworfen", und die Neugründung des SC wurde zuerst kritisch betrachtet.

Spielen aus Spaß an der Freud'



"Mittlerweile haben wir wieder über 70 Mitglieder, und der Stamm kommt vom alten Club. Die neue Marschrichtung wurde auch von der Dorfjugend positiv aufgenommen", erklärt der junge Vereinschef, der sich über jedes neue Mitglied freut. Besonders interessant wurden die Spiele der Freizeitmannschaft mit einem Durchschnittalter von 23 Jahren. "Beim ersten Heimspiel auf unserem Sportplatz ,Auf Koop' freuten wir uns bereits über 100 Zuschauer. Wir spielen aus Spaß an der Freud und am Sport, der im Dorf nicht fehlen darf, und unser größter Wunsch ist es, bald mit einer Seniorenmannschaft wieder an den Meisterschaftsspielen teilzunehmen", meint das Vereinsoberhaupt.

Beim SC heißt es jedoch zuerst, jeden Cent umdrehen. Man legt Wert auf Wachstum, Stabilität und den Zukunftsausbau. Nun wurde vier Tage der 50-jährige Geburtstag mit viel Abwechslung gebührend gefeiert, und bereits am ersten Tag stand ein Schmankerl auf dem Festprogramm. EM-Schiedsrichter Herbert Fandel leitete die Partie TuS Mayen gegen SG Laufeld, die die Mayener mit 8:1 für sich entschieden. Der Erlös dieses Benefizspiels kommt dem Kinderhospiz Koblenz zu.

Der zweite Tag war den Erinnerungen gewidmet. Die Freizeitmannschaft traf auf eine Schalkenmehrener Traditionsmannschaft, die zeigte, dass sie nichts verlernt hatte, denn erst im Elfmeterschießen wurde sie mit 8:7 bezwungen. Auf dem Sportplatz "Auf Koop" gab es keine Ruhepause, denn es fanden "Non Stop"-Begegnungen mit Jugend-, Freizeit-, Senioren- und Altherrenmannschaften statt. Am Samstag war zu einer Beach-Party eingeladen.

Alle Vereine des Maardorfes waren auch zu einer "Dorfmeisterschaft" aufgefordert. Zum Kommersabend hatten Landrat Heinz Onnertz und Bürgermeister Werner Klöckner beste Wünsche und Geldgeschenke mitgebracht, wie auch Hermann Hein vom Sportkreis Eifel und Amandus Thurn vom Fußballkreis Eifel, die beide auf die Bedeutung des Ehrenamtes hinwiesen.

Sie übernahmen auch die Aufgabe, Ehrennadeln und Ehrenbriefe für besondere Verdienste in der Vorstandsarbeit an die drei Schalkenmehrener "Ur-SCler" Ottmar Minden, Alfons Neroth und Manfred Rieder zu übergeben.

Vorsitzender Willems ließ es sich nicht nehmen, den Vereins- und Mannschaftsgründern Edmund Scholzen, Heinz Thielen, Horst Dunkel und Karl-Heinz Stolz mit einem Erinnerungsfoto zu danken. Ortsbeigeordneter Karl-Werner Rauen gratulierte ebenfalls: "Ihr habt etwas Besonderes auf die Beine gestellt, den Stillstand des Vereines beendet!"