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"Ihr seid’s die Allergrößten…"

Daun-Steinborn. Zeitenwende beim Motorsportclub (MSC) Daun: Der vor allem durch die Ausrichtung des renommierten Eifel Rallye Festivals bekannte Verein aus der Eifel hat eine emotionale Versammlung erlebt. Am Ende standen ein neuer Vorstand, ein neuer Ehrenvorsitzender und ein Überraschungspakt. Jürgen C. Braun

Daun-Steinborn. Begrüßung, Verlesung der Tagesordnungs-Punkte, Wahl eines Versammlungsleiters, Abstimmungen, Punkt, Ende. Jahreshauptversammlungen können eine dröge und langweilige Angelegenheit sein. Derlei Regularien standen bei der jährlichen Versammlung des Motorsportclubs Daun zwar auch zur Debatte.
Doch die wurden, um in der Motorsportler-Sprache zu bleiben, im Vollgastempo und nicht im Standgas erledigt.
Viele Jahre dabei


Denn das, was man bei derlei Versammlungen das "gesellige Beisammensein" oder auch die "die blaue Stunde" nennt, war bei diesem Treffen Gleichgesinnter viel wichtiger und demzufolge auch kurzweiliger und zuweilen auch ans Gemüt gehender. Nach 36 Jahren gab Peter Schlömer den Vorsitz an Otmar Anschütz ab, sechs weitere Vorstandsmitglieder, die größtenteils ebenfalls über viele Jahre hinweg Verantwortung im MSC übernommen hatten, ließen für sich selbst auch die schwarz-weiß karierte Zielflagge im Vorstand fallen. Neben Schlömer waren das Karl Fries (zweiter Vorsitzender), Werner Schmitz (Schatzmeister), Hubert Böffgen (Sportleiter), Hans-Josef Geisen (Schriftführer), und Norbert Kettenhofen (Beisitzer).
Die neue Crew am "Lenkrad" des MSC Daun hatte sich einen tollen Abschieds-Abend für die diversen Ausscheidenden einfallen lassen. Nach dem offiziellen Teil wurden eine Reihe von Freunden und Bekannte der Dauner Motorsportler, die eigens zu diesem Termin angereist waren, unter großem Beifall in den Versammlungssaal hinein komplimentiert.
Es gab Begrüßungen, Umarmungen und teils ungläubiges Erstaunen. Mit den meisten Gästen war man über viele Jahre, ja sogar Jahrzehnte auf den gleichen "Wertungsprüfungen" unterwegs.
Umso größer das Überraschungsmoment. Nach einem mit launigen Worten vorgetragen Resümee, unterlegt mit historischen Bildern aus gut vier Jahrzehnten MSC-Geschichte, war es an der Zeit, dass der neue Vorsitzende Otmar Anschütz das Wort ergriff: "Wir möchten uns bei euch allen bedanken für das, was ihr in all diesen Jahren für den Verein geleistet habt und wären froh, wenn wir auch in Zukunft in der einen oder anderen Weise noch auf eure Erfahrung und Zusammenarbeit bauen könnten."
Ritterschlag von Röhrl


Neben Blumen für die Damen der Ausgeschiedenen und Abschiedspräsenten gab es noch eine besondere Auszeichnung für Peter Schlömer. Einstimmig wurde der Mann, der 36 Jahre auf dem Fahrersitz des MSC Platz genommen hatte, von der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Den Ritterschlag für ihr Engagement gab es dann noch per Videobotschaft. Walter Röhrl, zweifacher Rallye-Weltmeister und Schirmherr des Eifel Rallye Festivals, ließ es sich nicht nehmen, "meinen Freunden vom MSC Daun" dafür zu danken, dass er gemeinsam mit ihnen Europas größtem historischen Rallyefestival einen Namen und ein Gesicht geben durfte.
Röhrl führte alle ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder namentlich auf und schloss in seinem bajuwarischen Zungenschlag mit dem ultimativen Kompliment: "Ihr seid's die Allergrößten."Extra

Der neue Vorstand des MSC Daun: 1. Vorsitzender Otmar Anschütz, 2. Vorsitzender Jürgen Lenarz, Schatzmeisterin Petra Müller, Sportleiter Björn Schlömer, Schriftführer Martin Dimmig, Beisitzer Pascal Neuens und Hans-Joachim Thul. jübExtra

Die vielen Fans können diesen Termin schon mal vormerken: Vom 20. bis 22. Juli macht das große rollende Rallye-Museum wieder in der Vulkaneifel Station. Der Großteil des Starterfelds setzt sich traditionell aus dem Teilnehmerkreis von Slowly Sideways zusammen. Die Vereinigung der Besitzer historischer Rallye-Fahrzeuge unter der Leitung von Reinhard Klein (Köln) traf sich erstmals zu einem Wintertreffen in der Eifel und nutzte die Gelegenheit, hinter die Kulissen des Rallye Festivals zu blicken. Der langjährige Organisationsleiter Peter Schlömer und sein Nachfolger Otmar Anschütz erläuterten den 140 Teilnehmern die Arbeit eines großen Teams, die gut neun Monate vor der nächsten Veranstaltung beginnt. Mit vielen Informationen und Fakten erläuterten sie den Aufwand, der hinter einer solchen Großveranstaltung mit über 170 Teams und Zehntausenden von Fans steht. Und sie nannten auch ein wichtiges Datum: den 1. März. Dann öffnet die Nennliste des 2017-er Rallye Festivals. Die historischen Rallye-Boliden gehen 2017 in sechs Nationen an den Start. Neben dem Eifel Rallye Festival treten sie unter anderem im Mai in Nordspanien beim Rallye Festival Trasmiera und im August beim französischen Vosges Rallye Festival an. "Diese Veranstaltungen vereint alle die gleiche Idee und sie bieten den Teilnehmern die Möglichkeit, ihre Schätze aus der Rallye-Vergangenheit auch international zu zeigen", sagte Klein. Weitere Informationen gibt es auf <%LINK auto="true" href="http://www.eifel-rallye-festival.de" text="www.eifel-rallye-festival.de" class="more"%> red