"Ihr wollt Geld, wir wollen Natur"

Bodenbach · Schlagabtausch: Bei der Bürgerversammlung im Eifelort Bodenbach ist es zu heftigen Diskussionen mit Mitgliedern der Bürgerinitiative "Sturm im Wald" gekommen. Grund dafür waren die Pläne der Ortsgemeinde, Windkraftanlagen zu errichten. Die Mitglieder der Bürgerinitiative überreichten an dem Abend eine Unterschriftenliste gegen die Pläne der Ortsgemeinde. 112 von 180 Bodenbacher Einwohnern hatten diese unterzeichnet.

Bodenbach. In Bodenbach herrscht derzeit wenig Einigkeit unter den Dorfgruppierungen. Wie namentlich nicht genannt werden wollende Mitglieder des Ortsgemeinderates und der Bürgerinitiative "Sturm im Wald" bestätigen, ziehen sich "tiefe Gräben durch die Dorfgemeinschaft, die Vereine und Familien". Ursache sind die Windkraftpläne des Gemeinderats mit Ortsbürgermeister Günter Rätz an der Spitze. Bei der Bürgerversammlung und vielen anderen Gelegenheiten hat die Bürgerinitiative mit den Sprechern Susanne Feierabend und Bruno Schumacher vehement gegen die Pläne protestiert (der Trierische Volksfreund berichtete).
Karl-Heinz Diederich, der als Baumamtsleiter der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg für die Windkraftplanung zuständig ist, gab den rund 60 Teilnehmern der Versammlung einen Einblick in den derzeitigen Stand sowie den geplanten Verlauf bis Mitte 2014. Diederich betonte, dass bei der Planung streng nach objektiven, sachlichen und städtebaulichen Kriterien vorgegangen werden müsse.
Diese seien unter anderem Abstände von 900 Metern zu allgemeinen Dorfgebieten und von 1000 Metern zu reinen Wohn- und Wochenendgebieten. Auf einer Mindestgröße von 20 Hektar müssten mindestens drei Anlagen konzentriert werden, erklärte der Bauamtsleiter. Zurzeit würden die infrage kommenden Gebiete auf alte Laubbaumbestände und Fledermaus- und Zugvögelvorkommen als Ausschlusskriterien untersucht, in Kürze werde der Auftrag zur Landschaftsbildanalyse vergeben.
Die Ergebnisse flössen in die Planfassung ein, die Mitte 2014 vom VG-Rat beschlossen und anschließend offengelegt werde. "Wir streben eine ausgereifte, rechtssichere Planung an", sagte Diederich. Und: "Wir erwarten eine deutliche Reduzierung der bisher als geeignet angenommenen Flächen."
Die Gegner der Bodenbacher Windkraftpläne lassen sich allerdings durch diese Aussagen nicht zur Ruhe bringen. "Ihr wollt Geld, wir wollen Natur und Gesundheit", richteten sie an die Adresse des Ortsgemeinderates. Und: "Wenn hier keine Windkrafträder gebaut werden, ändert sich nichts. Wenn hier Anlagen gebaut werden, ändert sich alles." Bruno Schumacher appellierte an die Kommunalpolitiker, sich gegen die Vorgaben "von oben" zur Wehr zu setzen. Er überreichte dem Ortschef Günter Rätz eine Liste, auf der 112 der 180 Bodenbacher Wahlberechtigten sich mit ihrer Unterschrift gegen die Pläne wenden. "Diese Liste ist für uns nicht relevant", erklärte der Ortsbürgermeister. Die Befragung sei nicht neutral vorgenommen worden und beruhe auf einer einseitigen Information der Bürger, sagte er.