Illegaler Müll in der Eifel: Reifen, Altöl, Schlachtabfälle

Archiv August 2017 : Illegaler Müll in der Eifel: Reifen, Altöl, Schlachtabfälle

Es gibt fast nichts, was die Mitarbeiter des Landesbetriebs Mobilität Gerolstein an illegal abgeladenem Müll auf Park- und Rastplätzen nicht schon gefunden hätten. Kostenlos entsorgt? Von wegen - am Ende zahlen es alle.

Wer macht so was, stellt man sich unweigerlich die Frage angesichts von unzähligen leeren Wein-Tetrapaks, die etwas abseits von der Bundesstraße 421 zwischen Gillenfeld und Mehren in den Wald geschmissen worden sind. Kann der, der sich des Mülls auf diese Weise entledigt hat, nicht ermittelt werden, bleibt es an der Gemeinde hängen, auf deren Gemarkung die Kartons liegen, sich um die Entsorgung zu kümmern. Zahlen muss sie zwar nicht dafür, aber der Transport zu einer Abfallumladestation - im Kreis Vulkaneifel in Walsdorf - ist ja auch mit Arbeit und Kosten verbunden.

Aber nicht jeder macht sich die "Mühe", die Bundesstraße zu verlassen und außer Sichtweite Abfall abzuladen. Gerne genommen dafür werden auch die Parkplätze an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Die Mitarbeiter der Straßenmeistereien im Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Gerolstein (siehe Info) haben damit so ihre Erfahrungen gemacht. Mal wird der Müll akribisch zusammengestellt, mal einfach hingeschmissen. Grundsätzlich gilt: Es gibt fast nichts, was nicht schon gefunden worden wäre. Die Liste reicht von Hausmüll über Reifen, Altöl, Kühlschränke, Fernseher, Duschwannen, Autoschrott, Bauabfällen bis zu Verpackungsmüll oder Schlachtabfällen. Aus den Augen, aus dem Sinn, scheint die Devise zu sein - irgendwer wird sich schon drum kümmern.

Die Straßenmeistereien sind zwei Mal wöchentlich - in der Regel montags und freitags - unterwegs, um den Müll auf den Parkplätzen zu entsorgen. "Bei Parkplätzen, die von vielen Touristen genutzt werden, gibt es in den Sommermonaten zusätzlich eine weitere Entsorgung", sagt Bruno von Landenberg, stellvertretender Leiter des LBM. Reinhold Schneider von der Straßenmeisterei Daun hat auch schon einiges erlebt, was sich so alles auf den Parkplätzen an Unrat findet. An diesem Morgen aber gibt es zum Auftakt seiner Tour keine besonderen Hinterlassenschaften in oder neben der Tonne. Volle Mülltüte raus, ab auf den Hänger, neue Mülltüte rein, und weiter geht's. Routine. Aber seiner Erfahrung nach "ist es auf jeden Fall über die Jahre mehr geworden, was einfach abgeladen wird", sagt Schneider.

Was auch die Zentrale in Gerolstein bestätigt: "Wir stellen vermehrt fest, dass sehr viel Hausmüll und Abfall, der nur durch erhöhte Kosten entsorgt werden kann, an den Park- und Rastplätzen der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen abgeladen wird", berichtet Bruno von Landenberg.

Der Zuständigkeitsbereich des LBM umfasst die Kreise Bitburg-Prüm und Vulkaneifel, gibt es dort besonders schlimme Ecken? "Nein", sagt der LBM-Mann, "in dem von uns betreuten Gebiet ist nicht festzustellen, dass es eine Konzentration an bestimmten Stellen gibt."

Seinen Angaben zufolge schwankt die Menge an anfallendem Müll je Straßenmeisterei zwischen 1,8 bis 2,3 Tonnen Abfall monatlich an. Zusammen gezählt heißt das: Für den Bereich des LBM sind das rund 200 Tonnen jährlich. An Personalkosten für den Bereich Müllentsorgung wurden im vergangenen Jahr im LBM-Gebiet rund 190 000 Euro fällig.
Wer aber meint, durch das Abladen von Reifen oder Altöl kostenlos davon gekommen zu sein, irrt. Denn die Entsorgung kostet die Abfallunternehmen Geld, und das holen sie sich wieder - beim Gebührenzahler.Extra: LANDESBETRIEB MOBILITÄT

Das Leeren der Tonne ist Routine für Reinhold Schneider von der Straßenmeisterei Daun. Zwei Mal wöchentlich sind er und seine Kollegen unterwegs auf Rast- und Parkplätzen in der Eifel. Und finden dabei auch mal besondere Hinterlassenschaften wie alte Reifen und ausrangierte Kleidung (Foto rechts). Fotos: Straßenmeisterei Daun (2)/ Stephan Sartoris. Foto: (e_daun )
Das Leeren der Tonne ist Routine für Reinhold Schneider von der Straßenmeisterei Daun. Zwei Mal wöchentlich sind er und seine Kollegen unterwegs auf Rast- und Parkplätzen in der Eifel. Und finden dabei auch mal besondere Hinterlassenschaften wie alte Reifen und ausrangierte Kleidung (Foto rechts). Fotos: Straßenmeisterei Daun (2)/ Stephan Sartoris. Foto: (e_daun )


Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) mit Sitz in Gerolstein ist zuständig für das Netz der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Eifelkreis Bitburg-Prüm und im Kreis Vulkaneifel. Die rund 320 Mitarbeiter in Gerolstein und in den acht Straßenmeistereien betreuen fast 2400 Kilometer Straßen.

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