Im Auftrag der Menschenwürde

Im Auftrag der Menschenwürde

In Daun und Kelberg gedenken in diesen Tagen die Katharinenschwestern ihrer Ordensgründerin Regina Protmann. Deren Todestag jährte sich am Freitag zum 400. Mal. Nicht nur im Provinzhaus des Ordens im westfälischen Münster, sondern auch in der Eifel finden zum Andenken Fest- und Dankgottesdienste sowie Festakte mit Vorträgen statt.

Daun/Kelberg. Für Maria Magdalena Wolle ist MTA nicht die landläufig bekannte Abkürzung für "Medizinisch-Technische Assistentin". Die 69 Jahre alte Katharinenschwester aus Daun lacht und erklärt mit Blick auf ihre vielfältigen Aufgaben als stellvertretende Pflegedienstleiterin des Seniorenhauses Regina Protmann seit 27 Jahren: "Mädchen tut alles!" Auf die Frage, welches Vermächtnis der Ordensgründerin Regina Protmann (siehe Hintergrund) ihr bei der täglichen Arbeit mit Alten, Kranken und an Demenz Leidenden am wichtigsten sei, antwortet Schwester Magdalena: "Dass wir immerzu und auch in den kleinsten Handlungen des Alltags auf die Würde des Menschen achten." 50 bis 70 Bewohner kommen zu den täglichen Gottesdiensten in die Kapelle; weitere wünschten, die Kommunion in ihren Wohnbereichen zu empfangen. "Viele alte Menschen leben noch sehr aus ihrem Glauben", erzählt die Schwester.
Mehr als drei Jahrzehnte bevor der Orden 1983 in Daun das Seniorenheim eröffnete, hatte er die Trägerschaft des Maria-Hilf-Krankenhauses von den Franziskanerinnen übernommen (1951). Hier begeht in diesem Jahr Schwester Maria Petra Fischer ihre persönliche 50-Jahr-Feier: Die 83-Jährige kam 1963 als Krankenschwester nach Daun, war 16 Jahre lang Pflegedienstleiterin und von 1989 bis 2011 Oberin - ein Titel, mit dem Ärzte, Personal, Patienten und Angehörige sie auch weiterhin ansprechen. Sie werde in Glaubens- und auch in Lebensfragen oft ins Vertrauen gezogen, sagt sie und lacht. Wenn Petra Fischer nicht unterwegs ist, verbringt sie ihre Zeit mit 20 weiteren Katharinenschwestern in dem räumlich mit dem Krankenhaus verbundenen Konvent.
Dort ist Schwester Maria Goretti Kirmes (70) die Oberin des "Schwesternaltersheims". Regina Protmanns Leitwort "Wie Gott will" spiele eine besondere Rolle, wenn das Ende des Lebens von Schmerzen und Leiden geprägt sei, sagt sie. "Beten geht dann immer noch!"
In der jüngsten Einrichtung des Ordens in der Vulkaneifel, dem Regina-Protmann-Stift in Kelberg (seit 2007), bilden die Katharinenschwestern Maria Barbara Borchert und Maria Regina Heun den Konvent. Religiöse Einzelbetreuung, Sterbebegleitung, Krankenkommunion, Vorbereitung der Krankensalbung, Abschiedsgottesdienste: Das sind die Aufgaben von Schwester Barbara (70), während Regina Gruppenarbeit macht, Dienst in der Kapelle versieht und Feste organisiert. Geduld und Achtung nennt Barbara Borchert als die wichtigsten Grundsätze im Umgang mit den Bewohnern. "Ein alter Mensch darf nicht in einer Ecke sitzen und vereinsamen", sagt sie.Extra

Regina Protmann ist 1552 in Ostpreußen geboren. Mit 19 Jahren verließ sie ihr wohlhabendes Elternhaus und bereitete die Gründung des ersten tätigen Frauenordens vor, den sie unter den Schutz der heiligen Katharina von Alexandrien stellte. Das erste Regelwerk (1583) betraf die Krankenpflege außerhalb des Klosters, das zweite Regelwerk (1602) den Bildungs- und Erziehungsauftrag. Sie starb am 18. Januar 1613. Heute umfasst der Orden weltweit etwa 900 Schwestern Regina Protmann wurde 1999 selig gesprochen. bbExtra

Daun:Festgottesdienst in der Kapelle des Maria-Hilf-Krankenhauses am Samstag, 19. Januar, 18.15 Uhr. Dankgottesdienst in der Kapelle des Seniorenhauses Regina Protmann Sonntag, 27. Januar, 9.30 Uhr; Festakt mit Vortrag des Regionalhistorikers Alois Mayer und Musik von Peter Michaelis 15 Uhr; 17 Uhr Vesper. Kelberg:Festgottesdienst in der Kapelle des Regina-Protmann-Stifts am Sonntag, 20. Januar, 11 Uhr. Festakt im Regina-Protmann-Stift mit Vortrag der Provinzoberin M. Ludgera Stolze am Freitag, 25. Januar, 16.30 Uhr.

Mehr von Volksfreund