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Im Dauner Eifelbildverlag ist ein Band mit Geo-Exkursionen für Kinder erschienen.

Literatur : Erdgeschichte mal familienfreundlich

Im Dauner Eifelbildverlag ist ein Band mit Geo-Exkursionen in der Vulkaneifel erschienen, der sich vor allem an Kinder wendet.

Bücher zu schreiben birgt immer ein Risiko: nämlich die Vorlieben der Leser nicht zu treffen, die man ansprechen will. Umso größer ist die Gefahr, wenn man komplizierte oder sogar wissenschaftliche Inhalte einer Zielgruppe schmackhaft machen möchte, die es mit Fachbegriffen nicht so hat. Davon können die Touristiker ein Lied singen, die Familien mit Kindern ans Herz legen wollen, doch bitteschön den Eifeler Vulkanismus zu erkunden und zu erwandern. Doch es kann gelingen, wie das kürzlich im Eifelbildverlag erschienene, mit vielen Fotos bestückte Buch „Vulkane, Erz & dunkle Höhlen“ von Sven von Loga und Claudia Lehnen beweist.

Das wichtigste Argument prangt gleich auf dem Cover: „Von Kindern getestet!“ steht dort. Alle Wanderungen wurden, wie der Verlag versichert, gemeinsam mit Kindern unternommen und von ihnen für gut befunden.

Zehn verschiedene Touren wurden ausgewählt, von den Birresborner Eishöhlen im Westen bis zum Lavastrom des Vulkans „Hohe Buche“ bei Andernach im Osten. Die Kinder kommen in dem Exkursionen-Führer auch selbst zu Wort, wie etwa der 6-jährige Oskar, der den „Eifelosaurus“ besuchte: „Ich mochte die Aussichtspunkte sehr, aber auch die geheimnisvollen Orte wie zum Beispiel die alte Betonhütte im Wald oder den Schießstand. Am besten war aber natürlich die Höhle. Wer weiß, was da drin schon alles passiert ist? Ich hab mich die ganze Zeit gegruselt, dass wir vielleicht ein Skelett finden oder so. Aber ich wollte trotzdem unbedingt bis zum Ende durchgehen.“ Jede Tour beginnt mit einem Kinderkommentar, und so haben ausflugswillige Eltern schon mal eine Orientierung, ob sich der Ausflug als Familienspaß lohnt.

Die einzelnen Exkursionskapitel sind klar gegliedert. Zum einen weisen sie all das auf, was einen klassischen Wanderführer ausmacht: Foto, Karte, GPS-Daten, die elementaren Infos in Stichworten wie Länge, Schwierigkeitsgrad oder wichtigste Sehenswürdigkeiten. Es folgen komprimierte, flüssig geschriebene Tourenbeschreibungen, die leicht nachvollziehbar sind, neugierig machen und schon ein Bild vor dem geistigen Auge entstehen lassen. Auch die geologischen Hintergründe werden verständlich erläutert – wenngleich diese Passagen kein Vorlesefutter für kleinere Kinder sind, sondern bereits etwas erdkundliches Wissen voraussetzen. Für die Anregung der Fantasie sind Sagen und Geschichten beigefügt, die zum jeweiligen Ort passen. Für die Kleinsten dürften diese Abschnitte die spannendsten sein.

Und natürlich kommt auch ein Geo-Führer, der für kindliche Gemüter tauglich sein will, nicht ganz ohne wissenschaftliches Know-how aus. Ein waschechter Professor der Geophysik, Joachim Ritter vom Karlsruher Institut für Technologie, erklärt in einem Gastbeitrag, was es mit dem so genannten Eifel-Plume auf sich hat. Der nämlich lauert als explosives Magma-Ungetüm im Untergrund und führt dazu, dass der Eifelvulkanismus nicht als erloschen gilt. Ritter verrät unter anderem, wie gemessen wird, ob und wann es Nachschub an vulkanischen Gesteinen geben kann. Die beruhigende Botschaft: Das ist wohl noch lange hin. Familien mit Kindern werden noch viele Jahre gefahrlos das Vergnügen haben, auf Geotour gehen zu können.

„Vulkane, Erz & dunkle Höhlen“ ist der zweite geotouristische Band der beiden Autoren, mit „Kiesel, Gold & schroffe Felsen“ hatten sie bereits das nördliche Rheinland auf familienfreundliche Weise unter die erdgeschichtliche Lupe genommen.

 „Vulkane, Erz & dunkle Höhlen. Geo-Exkursionen für Familien in der Vulkaneifel“, von Sven von Loga und Claudia Lehnen, erschienen im Eifelbildverlag, 2020, 128 Seiten, Flexcover, 12,90 Euro, ISBN 978-3-946328-65-0