Im Galopp durch die Geschichte

Im Galopp durch die Geschichte

DAUN. (bb) Zum 16. Mal versammelt der Kulturkreis Daun Kunst schaffende Mitglieder zur großen Jahresausstellung in der Kreissparkasse (KSK). Mit Musik und mit Menschen, die ihr Lieblingsbild vorstellten, wurde sie eröffnet.

Bewusst knapp gestalteten KSK-Vorstandsvorsitzender Dieter Grau und die Kulturkreis-Vorstandsmitglieder Nele Bednarczyk und Elke Czernohorsky ihre Begrüßung zu Gunsten jener Menschen, die tragende Rollen im Rahmenprogramm übernommen hatten: die Musikerinnen Lilia Hägele, Lisa Henn, Elena Drescher und Beate Huck sowie acht Menschen, die ihre Lieblingsbilder vorstellten. KSK-Mitarbeiter Alfred Klaas war von der Urkraft, die aus Georg Baselitz‘ Bild "Die Hand Gottes" ausgeht, tief beeindruckt. Kulturkreis-Mitglied Margot Bangert schwärmte von der Schönheit, Ruhe und Wärme der "Frau mit Schleier", die Pablo Picasso gezeichnet hat. "Mit sehr wenig sehr zufrieden zu sein" - das imponierte Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen an dem "Armen Poeten von Carl Spitzweg am meisten, was zu allerhand Gemurmel und Gelächter führte. Die jungen Kunstliebhaber, Larissa Hägele und Sarah Czernohorsky hatten eine Fotografie von Henri Cartier-Bresson und ein Gemälde von Claude Monet ausgewählt und begeisterten sich für einen unbeschwerten Jungen und eine Brücke über einem Seerosenteich.25 Künstler zeigen 56 Werke

"Dieses Bild soll uns daran erinnern, dass wir besser zweimal hinschauen sollten", erklärte Landrat Heinz Onnertz seine Vorliebe für das Bild "Die Blankovollmacht" von René Margritte. Der Maler Ralf Heller wies auf die asketische Sprache eines Gemäldes von El Greco hin, das den "Heiligen Dominikus im Gebet" zeigt. Und der Künstler und Vorsitzende der Trierer Gesellschaft für Bildende Kunst, Horst Schmitt, wünschte sich wie Robert Motherwell, in "Elegie auf die spanische Republik" mit wenigen Mitteln ein gutes Bild zu malen. "Eine tolle Idee", so quittierte das Publikum den unterhaltsamen Spaziergang durch mehrere Jahrhunderte der Kunstgeschichte. Der Streifzug durch die aktuelle Jahresausstellung des Kulturkreises bedeutet dagegen ein Eintauchen in die Moderne. 25 Künstler aus der Eifel und dem Raum Trier zeigen 56 Bilder, Grafiken und Plastiken. Antonia Berning, Karl-Heinz Schmitz, Franziskus Wendels und Werner Persy bereichern von Beginn an die jährliche Schau. Für Kerstin Schneemann und Astrid Bernhardt ist es eine Premiere. Gisela Spies und Christoph Anders zeigen erneut Skulpturen - aus Granit und Marmor die eine, aus Klinkerton und Basaltlava der andere. Dorothea Klützke hat mit der Radiernadel gearbeitet, mit Ölfarben gingen Bernhard Gross, Hans Rüngeler und Irmgard Weber zu Werke. Vielfalt herrscht auch bei den Motiven: bei Anne Schwarzat ist es das eigene Dorf, bei Klaus Swoboda und Robert Hötzel sind es Urlaubsorte. In der Nachbarschaft von Ursula Krauses "Glut" zeigt Angela Nick-van Ooyen Steine und Blumen und Stephan Lentz zwei Frauenakte. Nele Bednarczyk hat Räume gestaltet, Stephanie Lenartz ein gelbes Feld, Hansjörg Schwarz eine Jagdszene, Walter Wilde eine Sonnen-Erscheinung. Ohne Titel überlassen Any Johaentges, Christine Henn und Horst Schmitt dem Betrachter ihre Bilder. Die Jahresausstellung ist bis zum 4. Dezember während der Geschäftszeiten in der Kundenhalle der KSK zu sehen.