Im Prozess gegen 38-Jahrigen Eifeler fehlen die Entlastungszeugen

Gericht : Zum Kauf des Schulhefts Drogen und Waffen eingesteckt

Ein 38-Jähriger aus der Eifel steht wegen des Handels mit Drogen vor dem Landgericht Trier. Seine Chancen auf einen Freispruch sind gesunken, nachdem ein Zeuge nicht zu finden ist.

Die Polizei hat im November 2016 bei einer Verkehrskontrolle in Daun in einem Auto größere Mengen Drogen gefunden. Dazu stellte sie zwei Luftgewehre mit Munition, einen Schlagstock und zwei Messer sicher. Der Fahrer des Wagens, P., stand unter Drogeneinfluss. Mit im Auto befanden sich seine damalige Freundin R. sowie seine Stieftochter. Mit dieser wollte P. ein Schulheft kaufen, als er angehalten wurde. In der Wohnung des damaligen Paares in Darscheid fand die Polizei zudem Amphetamine. R. wurde im Dezember vergangenen Jahres wegen Beihilfe zum Drogenhandel zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der Fahrer P. befand sich zunächst in stationärer psychatrischer Behandlung, deshalb hat der Prozess gegen den 38-Jährigen erst im Oktober begonnen. Am Mittwoch wurde der Prozess vor der Dritten Großen Strafkammer des Landgerichts fortgesetzt.

An diesem Verhandlungstag sollten zwei Zeugen gehört werden, doch beide kamen nicht. Ein Polizist, der als Zeuge aussagen sollte, war krankgeschrieben. Der andere Zeuge, J., konnte nicht geladen werden, weil er offenbar obdachlos ist und trotz Haftbefehl nicht aufgespürt werden konnte. Dieser hätte wohl die Aussage von P. unterstützt, dass R. und nicht er selbst mit Drogen gehandelt habe. Auch sein Verteidiger Hagen Seipel hatte auf diesen Punkt gesetzt. Richter Armin Hardt scheint allerdings nicht damit zu rechnen, dass J. aussagen wird. Außer er wird von der Polizei gefunden. Und die damalige Freundin des Fahrers wurde ja bereits zur Beihilfe verurteilt und nicht als Haupttäterin. Dem Angeklagten P. scheint deutlich geworden zu sein, dass er gemeinsam mit seinem Verteidiger die Strategie ändern muss. So überraschte es nicht, dass sich P. am Mittwoch bereit erklärte, sich nach der Sitzung von der psychatrischen Gutachterin Sylvia Leupold untersuchen zu lassen. Bislang hatte P. dieses verweigert.

Ein Grund für den Drogenhandel damals könnte wohl die Arbeitslosigkeit des Paares gewesen sein. Dazu kam, dass P. die Scheidung von seiner früheren Frau verarbeiten musste. Er hatte sich deswegen auch therapeutische Hilfe besorgt. Mittlerweile arbeitet er in der Nordeifel. Auch seine Ex-Freundin hat eine Stelle. Der Prozess wird nach einem Schiebetermin am 12. Februar fortgesetzt.