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Im Sommer wird das Linienbündel Eifelmaare ausgeschrieben

Mobilität : Nahverkehr mit der Gästekarte nutzen

2021 soll erneuertes Busangebot an den Start gehen: In diesem Sommer wird das Linienbündel Eifelmaare ausgeschrieben.

Er ist ein Sorgenkind, der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) auf dem Land. Gut gefüllte Busse sind die, mit denen – wenn nicht gerade ein Virus das öffentliche Leben lahm legt – die Schüler befördert werden, ansonsten ist die Auslastung ziemlich überschaubar. Auch wenn für den ländlichen Raum durchweg sinkende Einwohnerzahlen prognostiziert werden und damit die potentielle „Kundschaft“ weniger wird, will sich die Region Trier damit nicht einfach abfinden, sondern investiert viel Geld in einen neuen ÖPNV.

So wurde für den Bereich des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT) ein neues Buskonzept entwickelt, der Startschuss fiel im Dezember 2018 im Kreis Vulkaneifel, genauer gesagt im Gebiet zwischen Daun, Kelberg und Uersfeld. Für den Vorsitzenden des VRT-Zweckverbands und Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm, Joachim Streit, ging es damals um nicht weniger als „in den nächsten Jahren eine neue Welt im ÖPNV zu schaffen“. Die neue Welt in Gestalt des sogenannten Linienbündels Östliche Vulkaneifel war allerdings eine, in der es an vielen Stellen arg klemmte.

In diesem Jahr geht das Linienbündel Schneifel an den Start – und hat schon lange vor der offiziellen Inbetriebnahme am 13. Dezember für Diskussionen gesorgt. Bisher fahren die Busse der Linie 411, die Gerolstein und Prüm im Zwei-Stunden-Takt verbindet, über Oos und Müllenborn. Doch das Linienbündel Schneifel beinhaltet diese Verbindung nicht mehr.

Es wird ab Dezember zwar eine stündliche Verbindung zwischen Prüm und Gerolstein geben, doch die Busse lassen die beiden Stadtteile Oos und Müllenborn dann links liegen und fahren die schnellere Strecke über Lissingen. Erst in drei Jahren, wenn das Linienbündel Kylltal kommt, sollen so sogenannte Rufbusse eingesetzt werden, die Müllenborn und Oos auf Bestellung im Zwei-Stunden-Takt anfahren. Aber drei Jahre warten will der Gerolsteiner Stadtrat nicht. Er hat VRT und Kreisverwaltung Vulkaneifel aufgefordert, eine Rufbuslinie bereits ab dem Jahresende einzurichten.

Noch in diesem Sommer soll das Linienbündel Eifelmaare europaweit ausgeschrieben werden, das Ende 2021 an den Start geht. Es umfasst eine regionale Hauptlinie (560 Daun – Gillenfeld – Bad Bertrich) und neun lokale Linien. Von Bedeutung sind auch die regionalen Hauptlinien 300 (Bernkastel-Kues – Wittlich – Daun) und 700 (Cochem – Ulmen – Daun – Gerolstein), die jedoch nicht zum Linienbündel Eifelmaare gehören.

Gegenüber dem aktuell weitestgehend auf die Belange des Schulverkehrs ausgerichteten Fahrplan soll „eine deutliche Angebotsausweitung“ erfolgen. Damit werde die Grundlage gelegt, im Gesundland Vulkaneifel eine Gästekarte einzuführen, die eine einfache fahrscheinlose Nutzung des ÖPNV ermögliche.